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Kommentar

Windows 10 Mobile: Microsoft muss mit seinem mobilen OS nicht erfolgreich sein

(Foto: t3n)

Microsofts Smartphone-Business ist auf Eis gelegt. Zwar arbeite man an Windows 10 Mobile weiter, aber auf kleiner Flamme, wie das Unternehmen jüngst bekannt gab. Für die Redmonder ist das bitter, aber im Grunde weniger schlimm als es klingen mag.

Microsoft kommt mit Windows 10 Mobile nicht aus dem Quark

Smartphones mit Windows 10 Mobile werden in diesem Jahr erst Recht zur Mangelware. Microsoft hatte gestern angekündigt, die Entwicklung zurückzufahren und weitere Teile der Handysparte Nokias abzuwerfen. Das Nokia-Experiment, mit dem die Redmonder versucht hatten, ihr Smartphone-Business auszubauen, gilt als gescheitert. Die Übernahme des einstigen Handy-Pioniers hatte Microsoft mehrere Milliarden US-Dollar gekostet, die das Unternehmen mittlerweile abgeschrieben hat.

Microsoft Lumia 950 XL (Foto: t3n)
Von Windows 10 Mobile hat Microsoft sich mit Sicherheit mehr erhofft. (Foto: t3n)

Die Redmonder haben seit Jahren versucht, den Apples und Googles dieser Welt, ein wenig der Marktanteile auf dem Mobilsektor abzunehmen – ohne Erfolg. Android und iOS sind zu stark, zu ausgereift und zu lange auf dem Markt, und Windows Phone beziehungsweise Windows 10 Mobile immer noch zu unausgegoren, als dass es hätte ein ernsthafter Konkurrent hätte werden können.

Darüber hinaus ist das Angebot an Apps weit geringer als das der Konkurrenz. Nichtsdestotrotz besitzen Windows-10-Mobile-Geräte eine kleine Anhängerschaft, die laut Microsoft auch nicht auf dem Trockenen sitzen bleiben muss, da es weiterhin Support für die aktuellen Geräte geben wird. Aber: die Hardware-Entwicklung von Windows-10-Mobile-Geräten ist bei Microsoft nicht mehr oberste Priorität – und das ist vielleicht gar nicht so schlimm.

Warum Microsoft der kurzfristige Erfolg von Windows 10 Mobile egal ist

Innovatives Feature von Windows 10 Mobile: Continuum. (Foto. t3n)
Innovatives Feature von Windows 10 Mobile: Continuum. (Foto. t3n)

Microsoft hatte noch nie ein gutes Händchen, was die Entwicklung von mobilen Betriebssystemen anging. Vor Windows Phone hatte Microsoft Windows Mobile am Start, das in den 2000ern eine feste Fanbasis besaß, allerdings kaum etwas mit einem modernen mobilen Betriebssystem gemein hatte. Seit über anderthalb Jahrzehnten versucht Microsoft sich an seiner eigenen Lösung für Smartphones – bisher ohne für die Masse befriedigende Ergebnisse. Eines wird daran aber sehr deutlich: Microsoft beweist seit Jahren einen langen Atem und lässt sich nicht beirren – und das ist eine der Stärken des Unternehmens.

Microsoft ist sich schon im Klaren darüber, dass das Mobilbusiness ein enorm wichtiges und zukunftsweisendes Geschäft ist – daher hatte man überhaupt erst Nokia gekauft. Aber glücklicherweise ist die Hardwaresparte nur eine von vielen Bereichen des Unternehmens. Dass Microsoft sich überhaupt erlauben kann, so lange an einer Baustelle erfolglos „herumzueiern“ ist darauf zurückzuführen, dass die anderen Unternehmenszweige der Redmonder weit ertragreicher sind als das hoch defizitäre Smartphone-Business und den „Testballon“ auffangen können.

Das Surface Pro 4 ist eines der wenigen Hardware-Produkte Microsofts, die erfolgreich sind. (Foto: t3n)
Das Surface Pro 4 ist eines der wenigen Hardware-Produkte Microsofts, die erfolgreich sind. (Foto: t3n)

Insbesondere die Cloud-Dienste des Unternehmens sorgen für gesunde Umsätze. Dieser Zweig wird künftig noch weiter ausgebaut und um ein Bot-Framework erweitert. Aber auch die Office-Angebote sowie das Desktop-Betriebssystem – mittlerweile Windows 10 – sind trotz schwächelnder Zahlen noch im grünen Bereich. Selbst die Surface-Sparte mit ihren 2-in–1-Rechnern verzeichnet ein gesundes Wachstum. Die Umsätze nach dem Start des Surface Pro 4 (Test) wuchsen im letzten Quartal um 29 Prozent.

Außerdem sind die eigenen Smartphones nicht das einzige Standbein in der Mobilwelt. Microsoft weitet seitdem Satya Nadella den Chefposten von Steve Ballmer übernommen hat seine Ambitionen auf den „Fremdplattformen“ Android und iOS immer weiter aus und schließt Partnerschaften mit vielen Android-Smartphone-Herstellern, ihre Office-Apps ab Werk vorzuinstallieren.

Microsoft 2017: Wird es mit verbessertem Windows–10-Mobile und Surface Phones endlich was?

Im nächsten Jahr soll Microsoft angeblich ein Surface Phone vorstellen. (Bild: Jonas Daehnert)
Im nächsten Jahr soll Microsoft angeblich ein Surface Phone vorstellen. (Bild: Jonas Daehnert)

Mit den beruhigenden Umsatzzahlen und der Ausdauer eines Ultramarathon-Läufers im Hintergrund, sollten wir Microsofts Smartphone-Ambitionen nicht abschreiben. Außerdem betonte Microsofts Windows-und Device-Chef Terry Myerson, dass man sich 2017 zurückmelden wolle – mit schärferem Fokus und neuer, großartiger Hardware.

Für Microsoft ist und bleibt es nicht leicht, auf einem gesättigten Smartphone-Markt Fuß zu fassen. Mit einem geschärften Blick für das, was (Business-)User wollen und einer smarten Verknüpfung von Geräten, Diensten und attraktiver Hardware könnten die Redmonder aber vielleicht doch ein paar User und Marktanteile von Apple und Google rauben. Falls es im nächsten Jahr wieder nichts wird, dann vielleicht 2018, oder später. Man könnte meinen, die Mobilsparte Microsofts sei ein großer Testballon, der irgendwann doch mal abhebt. Aufgeben ist auf jeden Fall nicht Microsofts Sache.

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2 Reaktionen
nazeK

Windows 10 und besonders Windows 10 Mobile machen es mir wirklich nicht einfach. Während mit Windows 10 auf dem Desktop für mich ein Schritt nach Vorne erkennbar war, ärgere ich mich mit Windows 10 Mobile nur herum. Es ist so, dass ich mir auf meinem Lumia 930 Windows 8.1 zurück wünsche. Obwohl auch dieses OS nicht wirklich perfekt war.
Ich habe meinen aktuellen Telekom-Vertrag gekündigt. Er läuft in einigen Monaten aus und dann werde ich mich nochmal fragen, was ich wirklich brauche. Denn ebenso wie einen neuen Mobilfunkanbieter, wünsche ich mir ein neues (anderes) Handy. Eventuell nehme ich auch mein altes Wiko Highway wieder in die Hand.

Der Apple-Ansatz, über alle Gräte hinweg EIN Erlebnis zu vermitteln, suche ich noch immer.

Mal schauen was sich bis dahin tut ...

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Martin

Sehr schöner, reflektierter und durchdachter Kommentar. Keine Untergangsszenarien und dergleichen. Vielen Dank dafür!

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