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Wing Aviation startet kommerziellen Drohnenlieferservice im amerikanischen Virginia

So sehen die Wing-Drohnen aus. (Foto: Wing Aviation)

Alphabets Wing Aviation hat im amerikanischen Christiansburg den nach eigenen Angaben ersten kommerziellen Drohnen-Lieferservice der USA in Betrieb genommen.

Die Bewohner der Stadt Christiansburg im US-Bundesstaat Virginia können sich ab sofort per Drohne beliefern lassen. Das teilt die Alphabet-Tochter Wing Aviation in einem Blogbeitrag mit. Bislang fliegt das Unternehmen für die Drogeriekette Walgreens, den örtlichen Süßigkeitenhändler Sugar Magnolia und den Transportdienstleister Fedex. Generell ist das System offen für weitere Partner.

Die letzte Meile übernimmt die Drohne

Die Bestellungen bei den Einzelhändlern erfolgen dabei per App. Bei Fedex-Lieferungen ersetzt die Drohne den Lieferwagen vom letzten Transportzentrum zum Kunden. Dabei können die Kunden die Lieferung terminlich vorgeben.

Voraussetzung für Fedex-Lieferungen ist, dass das zu liefernde Paket von seinen Maßen und seinem Gewicht drohnentauglich ist. Bei den Einzelhändlerbestellungen ist das über die Produktauswahl in der Wings-App bereits gewährleistet.

Das maximale Gewicht eines Pakets beträgt 1,5 Kilogramm. Der Lieferradius beträgt rund zehn Kilometer. Die Drohnen mit ihrer Spannweite von einem Meter und ihrem Leergewicht von knapp fünf Kilogramm werden von Menschen aus dem „Wing’s Nest“ im Norden von Christiansburg gesteuert und erreichen Geschwindigkeiten um 110 Stundenkilometer.

Fedex liefert dabei nicht ungefragt per Drohne. Vielmehr stimmen Kunden dieser Liefervariante ausdrücklich zu und legen bei der Gelegenheit auch einen gut erreichbaren Lieferort vor oder hinter dem Haus fest.

Bestellungen direkt im Einzelhandel werden in Minuten geliefert

Bestellungen aus dem Einzelhandel sollen innerhalb weniger Minuten geliefert werden. Dabei kann der Flug vollständig über die App getrackt werden. So sehen Kunden exakt den Lieferzeitpunkt.

Dabei ist eine Anwesenheit des Bestellers zur Lieferung nicht erforderlich. Die Drohnen seilen die Bestellungen sicher ab und entkoppeln sie automatisch, sobald sie sicheren Grund erreicht haben und schicken auf Wunsch nach der Lieferung eine Benachrichtigung aufs Kunden-Smartphone. So beschreibt Wing Aviation den Vorgang.

In einem Werbevideo zeigt das Unternehmen den Ablauf verschiedener Bestellungen:

Kleiner Vorsprung vor dem Wettbewerb

Wing Aviation hat einen kleinen Vorsprung durch die bereits im April des Jahres erteilte Betriebserlaubnis der Luftfahrtbehörde Federal Aviation Administration (FAA). Amazon verfügt inzwischen ebenfalls über eine solche Erlaubnis und will seinen Drohnen-Service innerhalb der nächsten Monate an den Start bringen. Der Logistiker UPS verfügt sogar über die Genehmigung einen landesweiten Drohnen-Transportdienst aufzubauen, hat aber bislang keine Drohnen in Betrieb.

Neben dem neuen Versuchsfeld in Virginia liefert Wing Aviation schon länger in Gebieten in Australien und Finnland. In Australien testet das Unternehmen die Drohnenlieferungen schon seit 2014. Seit April 2019 verfügt der dortige Lieferdienst über eine Dauergenehmigung und beliefert regulär Kunden in mehreren Vororten von Canberra.

Passend dazu: Wing: Googles Drohnenlieferdienst Wing startet offiziell in Australien

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