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Wirecard – illegale Leerverkäufe und Marktmanipulationen?

Die FIrmenzentrale von Wirecard in München. (Foto: dpa)

Die Finanzaufsicht Bafin ermittelt wegen des Vorwurfs von Leerverkäufen gegen einige Investoren. Sie sollen von den Vorwürfen gegen Wirecard finanziell profitiert haben.

Die deutsche Finanzaufsicht Bafin hat bei der Staatsanwaltschaft München Anzeige gegen rund ein Dutzend Personen erstattet, die im Zusammenhang mit Vorwürfen gegen den Zahlungsdienstleister Wirecard vom zu erwartenden Kursverfall profitiert haben sollen. Die Bafin verdächtigt offenbar insbesondere Journalisten der Financial Times, mit Fondsmanagern und Einzelinvestoren kooperiert zu haben.

Das Blatt hatte Ende Januar mögliche Unregelmäßigkeiten bei Wirecard angeprangert, wonach Mitarbeiter in Asien Geschäfte vorgetäuscht hätten, um die Bilanz besser aussehen zu lassen. Der Börsenkurs war daraufhin von rund 165 auf zeitweise unter 100 Euro pro Aktie eingebrochen. Inzwischen hat sich das Papier bei etwas über 120 Euro eingependelt, was aber dennoch weit von den Höchstkursen Ende vergangenen Jahres entfernt ist.

Im Laufe der Ermittlungen, bei denen es vor allem um einen Untersuchungsbericht einer Singapurer Anwaltskanzlei ging, der als Zwischenbericht bereits im Mai veröffentlicht wurde, hatte Wirecard zunächst ein mögliches Fehlverhalten von Mitarbeitern abgestritten, musste im Laufe der Ermittlungen aber eingestehen, dass offenbar doch Umsätze im einstelligen Millionenbereich falsch verbucht worden seien.

Bafin will Leerverkäufe nachweisen

Die Bafin hat nun offenbar anhand von Handelsaktivitäten an den Wertpapiermärkten festgestellt, dass bereits kurz vor dem Erscheinen der jeweiligen Artikel größere Leerverkaufspositionen abgewickelt wurden. Bei solchen Short-Positionen leihen sich Käufer Papiere von anderen (beispielsweise von Fonds) und spekulieren somit auf Kursverluste.

Leicht ist es nicht, entsprechende Unregelmäßigkeiten nachzuweisen, da die jeweils Verdächtigen ja nicht belegen müssen, woher sie die Informationen hatten. Stattdessen muss die Staatsanwaltschaft nachweisen, dass die Käufe einzig auf Basis von Vorabinformationen erfolgt sind. Zudem geht es auch nicht um die Stichhaltigkeit der Vorwürfe gegen Wirecard selbst, sondern vielmehr um die Frage, ob sich Dritte (möglicherweise in Kooperation mit Financial-Times-Mitarbeitern) das Wissen um die anstehende Berichterstattung zunutze gemacht haben. Die Financial Times weist die Vorwürfe zurück, die indes nicht neu sind: Bereits im Februar hatte die Staatsanwaltschaft München, unter anderem nach einer Anzeige durch Wirecard, entsprechende Ermittlungen aufgenommen.

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