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Interview

Wolfgang Blau: „Wer wissen will, wie mobiler Journalismus funktioniert, der muss nach China schauen“

Wolfgang Blau über den Einsatz von Zukunftstechnologien im Journalismus (Foto: Graham Turner)

Der Journalismus ist mit neuen Technologien wie Chatbots, Virtual Reality oder Smartwatches konfrontiert. Darin liegt laut Wolfgang Blau, Chief Digital Officer bei Condé Nast International, eine Chance.

Wolfgang Blau war Chefredakteur von Zeit Online, hat den weltweiten Relaunch des britischen Guardian redaktionell verantwortet und ist seit Ende vergangenen Jahres Chief Digital Officer bei Condé Nast International. In seiner Position verantwortet er die digitalen Aktivitäten von Medienmarken wie GQ, Wired, Vanity Fair oder Vogue in den Märkten Europa, Lateinamerika und Asien.

Blau äußert sich in der neuen Ausgabe des t3n-Magazins zu diversen Zukunftstechnologien und ihrem Potenzial für den Journalismus.

Mit Chatbots den Journalismus personalisieren

Condé Nasts Digital-Chef findet journalistische Chatbots, wie den der News-App Quartz, zwar durchaus unterhaltsam, in Bezug auf das Potenzial für den Journalismus glaubt er allerdings nicht daran, dass es in Zukunft darum gehen werde, Inhalte in einer gesprächsähnlichen Struktur zu vermitteln. Spannender sei der Einsatz von Chatbots im Journalismus, um beiläufig Leserinformationen abzufragen.

So könnten Chatbots etwa dabei helfen, den Journalismus zu personalisieren, um ihn wirkungsvoller zu machen: „Die meisten journalistischen Darstellungsformen sind ja noch im Industriezeitalter verwurzelt: One size fits all.“ Bis vor kurzem sei es kaum möglich gewesen, jedem Leser eine individuelle Fassung eines Textes zur Verfügung zu stellen. Per Chatbot abgefragte Leserinformationen könnten allerdings dazu beitragen – beispielsweise wenn die Muttersprache des Leser erfragt und der fremdsprachige Artikel dann zum Teil einfacher aufbereitet wird.

Was die generelle Entwicklung des Mobil-Journalismus betrifft, findet Blau vor allem den chinesischen Markt wegweisend: „Speziell in puncto Chatbots ist der chinesische Messengerdienst Wechat der eigentliche Star und Innovationstreiber, nicht Facebook. Wer wissen will, wie der Journalismus auf Mobiltelefonen künftig vonstatten geht, muss China und hier vor allem Wechat im Blick haben.“

Komplizierte Sachverhalte in VR räumlich erfassen

Wenn es um den Einsatz von Virtual Reality im Journalismus geht, glaubt Blau, dass die immersive Technologie gar nicht primär filmisch genutzt werden wird. Vielmehr sei VR spannend, „um komplexe Sachverhalte räumlich zu vermitteln.“ Das entspräche auch der räumlichen Vorstellung davon, wie wir Menschen Informationen ablegen und beim Denken zwischenspeichern. Schließlich, so Blau, verwenden wir im Umgang mit mentalen Informationen bereits räumliche Metaphern wie „im Hinterkopf behalten“ oder „links liegen lassen” – „Komplizierte Sachverhalte via VR räumlich zu durchschreiten, käme dieser Sichtweise auf unser eigenes Gehirn nur entgegen.“

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Warum Wolfgang Blau glaubt, dass der Mobil-Journalismus einen positiven Einfluß auf den Print-Journalismus hat und wie journalistische Formate für Smartwatches aussehen können, das erklärt er in der t3n 46. Wenn ihr das ganze Gespräch lesen wollt – hier klicken. Das Interview hat Oliver Nermerich geführt.

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Eine Reaktion
Eigentlich nix neues

http://meedia.de/2016/10/26/jeff-jarvis-bei-donald-trump-hat-der-amerikanische-journalismus-versagt/
Ach. Vieles was ich schon seit Jahren schreibe...
Ganz plötzlich - durch Trump - kommen Analysen ans Licht und der angebliche Wille, aus den Fehlern zu lernen. Sieht man jedes Jahr bei den Sylvester-Vorsätzen und den Übergewichts-Statistiken und Raucher-Statistiken.

"800 Worte" sagt Jarvis was ich "platzbegrenzten Journalismus wie Burger-Boxen" nenne.
und Online sollte halt hingegen vollständig sein. Da werden Texte auch wieder-verwendet und weiter-entwickelt wenn man drauf-tippt. Das ist also nicht zu 99% neu sondern nur zusammengestellt und dank Leser-Feedback auch vieles kuratiert. "Moderiertes Wikipedia" sozusagen.
Und wegen 4k-HDR und dem 500-Euro-Aldi-55"-UHD-1-4k-TV und HDR erklärt man halt passend und ergänzt HDMI/Displayport usw. dann um 2.0/2.2 usw. damit kleine Rentner und Hausfrauen bei der T2-Umstellung im März nicht scharenweise abgezockt werden. Jedes gute Medium sollte solche einen Dauer-Artikel haben oder von anderen Medien übernehmen also quasi "dauer-adoptieren".

"Kontext-Abhängigkeit z.b. beim Duschen auf die Wand projezieren(oder so ähnlich)" sagt Jarvis - "im Auto vorlesen lassen" sage ich.

Meine Gleichnisse waren Sport und Schwerpunkte. Das erkennt man auch daran, welche Spieler man aufklappt oder antippt und welche nicht.
im Gegensatz zum - vermutlich dümmer als Bubblesort - Amazon-Vorschlags-Algorithmus kann man ja auch Transparent sein und z.b. selber zugeben das man Schalke-Meldungen ausführlich will und den Rest kurz und noch Manuel Neuer weil man den noch von der Schule kennt oder so.

An Tagclouds und was er antippt und aufklappt, erkennt man auch recht schnell, was jemand will. Gute News-Systeme haben - siehe google News&Weather - fertige Themen, aber man kann beliebige Such-Anfragen (vermutlich auch "site:t3n.de" ) dort oben Eintippen und als weitere Kategorie eine weitere Page damit füllen lassen. Ist das nicht schlau ?

Und das man Artikel für rechte und linke entsprechend umformt bzw. selektiert - automatisch natürlich - ist doch wohl klar und fordere ich schon ewig. Ein Veganer kriegt beim Robo-Food ja auch was anderes als der bierbauch-fleisch-fan. Mit Sport fängt man an, danach kommt Politik usw.
Wer die Echo-Halle bestellt kriegt sie auch. Oder dürfen Grüne auf dem CDU-Parteitag deren Fehler verlesen und umgekehrt ? Na also. Da will man nur hören das man der beste ist oder anderen die Schuld geben ("FC Bayern München ist schuld das wir abgestiegen sind". Ja sicher.) wie praktisch meistens.
Es gibt natürlich auch dieselben Artikel als vollständige und neutrale Artikel mit den Vor- und Nachteilen von Trump und Hillary usw.
Für TV-Serien will ich das natürlich auch. Die sind alle 60 Minuten aber die Frau sucht sich andere Schwerpunkte aus als der Mann (Action, Kämpfe,...) wenn man die TV-Serie guckt.

Neulich Interview mit einem Reddit-Gründer bei CNBC: Conde Nast kaufte Reddit, sie machten (wie es auch google mit allen Aufkäufen macht) praktisch nix damit. Praktisch alle Sites wären unter solchen Bedingungen abgestorben. Doch reddit überlebte und wuchs evtl sogar noch. Das innere Konzept war so überlegen, das es überlebte.
Das erklärt auch, wieso Youtube überlebt (übrigens eines meiner ewigen gleichnisse welches nun durch Reddit ergänzt wurde) hat.

Wenn also jetzt Journalisten ihre Fehler erklären und zugeben welche wir kleinen Foren-User schon seit Ewigkeiten bemängeln - und wir fordern ja keine Werbe-Freiheit oder kostenlosen Journalismus - verdient das wohl den Pulitzer-Preis... Man hätte nur mal die Kommentare lesen brauchen um einen Schritt weiter zu sein als die Konkurrenz.
Teure Software ist allerdings ein Problem wie hier zugegeben wurde:
http://meedia.de/2016/03/16/thunder-soll-fuer-alle-sein-burda-will-mit-anderen-publishern-eigenes-open-source-cms-weiterentwickeln/

Blöd halt wenn ich meine Journalismus-Ideen nicht umsetzen kann, weil keiner mir ein Land nennt, wo man ohne prohibitive Strafen programmieren darf.
Dann wartet doch auf google und programmiert extra-teuer die Google-News-Initiative nach welche - wie fast alle Google-Projekte auch scheitern dürfte:
http://www.spiegel.de/karriere/mitarbeiter-bei-google-bleiben-nur-gut-ein-jahr-a-914397.html
zweiter Absatz letzter Satz. Das freut die Kleinanleger sicher...

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