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Französische Verleger wollen Beschwerde gegen Google einreichen

Französische Verleger wollen bei der nationalen Wettbewerbsbehörde Beschwerde gegen Google einreichen (Foto: Shutterstock).

Weil Google die Zahlung von Lizenzgebühren umgeht, wollen französische Verleger Beschwerde bei der nationalen Wettbewerbsbehörde einreichen.

Französische Verleger wollen bei der nationalen Wettbewerbsbehörde Beschwerde gegen Google einreichen und den Suchmaschinenriesen so zur Zahlung von Lizenzgebühren zwingen. Das teilten der Verband L’Alliance de la presse d’information générale und andere Medienverbände am Donnerstag in Paris mit. Die Auseinandersetzung hatte in der vergangenen Woche bereits den deutsch-französischen Ministerrat in Toulouse beschäftigt.

Macron fordert schnelle Sanktionsmechanismen

Die im Frühjahr auf EU-Ebene verabschiedete Reform soll das veraltete Urheberrecht in der EU ans digitale Zeitalter anpassen und Urhebern für ihre Inhalte im Netz eine bessere Vergütung sichern. Google wird jedoch mit Inkrafttreten des Leistungsschutzrechtes die Snippets von französischen Medien deutlich einschränken, außer wenn diese der kostenfreien Verwendung zugestimmt haben.

Google mache das Gesetz lächerlich und die zwei Möglichkeiten für die Verleger seien schlechte Geschäfte, wie aus einem offenen Brief hervorgeht. Entweder man unterschreibe einen Blankoscheck für Google, verzichte auf Bezahlung, und das derzeitige Modell bleibe bestehen. Das sei der Tod auf Raten, der Redaktionsräume in Europa leere, so wie das schon in den Vereinigten Staaten der Fall sei. Oder man weigere sich und hoffe weiterhin auf eine Vergütung der Arbeit. Die Folgen seien dann beängstigende Repressalien, die der Selbstmord für die Presse seien. Die Urheber des Briefes gehen noch einen Schritt weiter und werfen dem Unternehmen vor, dass es erneut die nationale und europäische Souveränität brüskiere und die Machtlosigkeit der Behörden demonstrieren wolle.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte in der vergangenen Woche in Toulouse schnellere Sanktionsmechanismen gefordert. Einige Akteure wie Google würden sich nicht an die Regeln halten, so sein Vorwurf. Frankreich und Deutschland seien entschlossen, die neue Regelung umzusetzen.

Große Irritation durch E-Mail von Google

Die deutschen Verbände VDZ (Verband Deutscher Zeitschriftenverleger) und BDZV (Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger) versicherten den französischen Verlegern ihre Unterstützung. Google missbrauche nach deren Auffassung seine Marktmacht dazu, das heute in Kraft getretene Urheberrecht zu umgehen, wie ein Sprecher der Verbände erklärte. Man habe zudem mit großer Irritation eine E-Mail des Unternehmens erhalten, nach der die in Deutschland erscheinenden Zeitungen und Zeitschriften ebenfalls ihre Darstellung in den Rankings von Google überprüfen sollen und dabei auf die Schritte des Unternehmens in Frankreich hingewiesen werden. Mit Material von dpa

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5 Kommentare
Adrian Koch

Richtig so. Wir sollten die Internetkonzerne viel härter besteuern.

Antworten
SasaSim.

Richtig so seitens Google!

Es ist eine Suchmaschine und nichts weiter.

Antworten
Jemand

Google macht es richtig.

Antworten
Albert992
Albert992

Der Taxifahrer bringt Kunden ins Bordell. Der Bordellbetreiber zahlt ihm dafür etwas, weil er Kundschaft bringt.
Jetzt kommen die großen Bordell auf eine Idee: hey, Taxifahrer, du verdienst an uns, weil du durch unsere Tätigkeit Fahrgäste bekommst. Da wollen wir als Puff beteiligt werden.
Sagt der Taxler: dann bringe ich meine Fahrgäste halt nicht mehr zu euch, (nur noch wenn sie es extra verlangen), sondern in Puffs, die kein Geld von mir abzwacken wollen.
Puff (mit LSR im Rücken) : du musst. Und zahlen musst du auch.

Antworten
Marc
Marc

Und, was will Frankreich oder die EU nun machen?
Wollen die Google jetzt dazu verpflichten Texte in seinen Suchergebnissen anzuzeigen für die Google dann zahlen muss? Quasi umgedrehte Werbung?
Das wäre absurd.

Zitat: „Google mache das Gesetz lächerlich“

Nein, das Gesetz selber ist lächerlich! Das was Google macht steht Google auch zu. Wenn ich für eine Information Geld bezahlen soll für die ich nicht bezahlen möchte, dann nutze ich sie eben nicht!

Ein besseres Gesetz wäre eine Medienabgabe für Suchmaschinen gewesen. Jede Suchmaschine die den Europäischen Raum bedienen möchte, muss eine Abgabe zahlen die abhängig ist, vom gemachten Umsatz. Mit den eingenommenen Geldern könnte man dann verschiedenste Medien unterstützen.

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