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Women in Tech: So überzeugen Firmen weibliche Talente von sich

(Foto: Shutterstock)

Wie können Unternehmen mehr Tech-Jobs mit Frauen besetzen und wie profitieren Firmen davon? Zwei Expertinnen geben Antwort.

Die Frage, wie Unternehmen Technologie-Jobs mit mehr Frauen besetzen können, beschäftigt auch die Besucher der Branchenkonferenz Cloudfest. Einige Stühle bleiben zwar leer, dennoch ist der Vortrag „How to inspire Customers with Women in Technology“ im kitschig-opulenten Ballsaal Berlin des Europa-Parks im Vergleich zu den anderen Talks des Tages gut besucht. Auch die ungewöhnlich rege Beteiligung an der anschließenden Fragestunde zeigt, dass sich die Branche Gedanken macht.

Ein gutes Beispiel dafür liefert nicht zuletzt eine der beiden Referentinnen selbst. Melanie Buck ist Head of Staff für den europäischen Teil des US-amerikanischen Webhosters Godaddy. Noch vor einigen Jahren galt ihr Arbeitgeber mit seinen sexistischen Werbespots als Musterbeispiel für eine Tech-Welt, in der Frauen offenbar keine große Rolle spielen. Erst nachdem Firmengründer Bob Parsons seine Führungsrolle im Unternehmen aufgab, änderte sich das.

Buck leitet seit einem Jahr Godaddys Women-in-Tech-Initiative in Europa. Ziel ist es, Technologie-Jobs auch hierzulande stärker als bisher mit Frauen zu besetzen. Das, so Buck, ist in einigen Ländern übrigens einfacher als in anderen. So sollen bei Godaddy in Osteuropa deutlich mehr Frauen in Tech-Positionen arbeiten als beispielsweise in Deutschland. Das Unternehmen profitiere aber ganz eindeutig davon. Nicht nur intern, sondern auch in der Außenwahrnehmung.

Buck zitiert an einer Stelle ihres Vortrags beispielsweise eine Kundin, die Godaddy genau wegen solcher Bemühungen als Hoster gewählt habe. Es bleibt unausgesprochen, aber bei dem „alten“ Godaddy, mit seiner sexistischen Super-Bowl-Reklame, hätte sich diese Kundin sicherlich nicht wohl gefühlt.

Wie auch kleinere Firmen Frauen von sich überzeugen

Yvonne Bernard ist die zweite Referentin. Die promovierte Informatikerin ist Head of Product Management bei dem Cyber-Sicherheitsunternehmen Hornetsecurity. Sie arbeitet damit in einem Bereich, bei dem Frauenanteil im Schnitt sogar noch niedriger als in der restlichen IT-Branche liegt. Dass es bei ihrem Arbeitgeber mittlerweile anders aussieht, liegt nicht zuletzt am Einstellungsverfahren des Unternehmens.

Bernard glaubt, die Anwesenheit einer Mitarbeiterin im Bewerbungsgespräch das Interesse einer Kandidatin am Unternehmen steigern kann. Vor allem, wenn die im selben Bereich arbeitet. Außerdem profitiere man stark davon, an Initiativen wie dem „Girl’s Day“ teilzunehmen oder durch Sponsoring von Uni-Veranstaltungen oder Hackathons schon früh junge Talente auf die eigene Firma aufmerksam zu machen. Das wiederum zahle sich oft nicht nur bei der Gewinnung weiblicher Talente aus. Kosten und Personalbedarf dafür seien außerdem recht gering. Bernard ist überzeugt: Ist erst eine Frau im Team, kommen auch weitere.

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Ein Kommentar
FrauMann
FrauMann

Hallo,
ich verstehe an diesem News-Artikel leider nicht, wo jetzt genau der Vorteil darin liegt, wenn ich bei der Besetzung zukünftiger Vakanzen auf das Geschlecht der Bewerberin achte.
Der Artikel sagt: „Das Unternehmen profitiere aber ganz eindeutig davon. Nicht nur intern, sondern auch in der Außenwahrnehmung.“
Welche sind denn die internen Vorteile? Das Beispiel der Außenwahrnehmung ist eine Kundin, welche auf das Geschlecht der Mitarbeiter wert legt. Uff..Ich hoffe, dass soetwas nicht vermehrt vorkommt. Weder unter Frauen, noch unter Männern.
danke

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