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PR-Gag vor IPO? Xiaomi will ab jetzt nur noch 5 Prozent Gewinnmarge

Xiaomi verzichtet künftig auf Teile des Hardware-Gewinns. (Screenshot: Xiaomi)

Der chinesische Smartphone-Hersteller Xiaomi will ab sofort nur noch maximal fünf Prozent Gewinnmarge einbehalten. Ernstgemeinte Aktion oder PR-Gag vor dem möglichen IPO?

Bis zu 100 Milliarden US-Dollar schwer könnte das angeblich bevorstehende Börsendebüt des chinesischen Smartphone- und Geräte-Herstellers Xiaomi sein. Vor dem IPO hat der Konzern jetzt ein ungewöhnliches Versprechen abgegeben. Per Twitter kündigte Xiaomi-CEO Lei Jun an, dass Xiaomi ab sofort nur noch fünf Prozent nach Steuern aus dem gesamten Hardware-Verkauf einbehalten wolle. Neben Smartphones bietet das Unternehmen Wearables, Smarthome- und weitere Elektronik-Produkte sowie Zubehör.

Sollten die Einnahmen nach Ablauf eines Kalenderjahres höher als geplant ausfallen, will Xiaomi den Überschuss an die Kunden zurückgeben, wie der Standard berichtet. Wie genau das funktionieren soll, hat der Konzern derweil nicht verraten. Die Rückzahlung dürfte wohl in Form von Gutscheinen für digitale Angebote erfolgen. Damit wäre auch schon eine mögliche Erklärung für die Ankündigung gefunden.

Xiaomi: Hardware-und Software-Strategie à la Amazon

Schließlich verdienen viele Unternehmen im Tech-Bereich ihr Geld vor allem mit Zubehör und digitalen Inhalten. Die Geräte werden dagegen vergleichsweise günstig verkauft. Lei Jun hatte Xiaomi laut Standard einmal mit Amazon verglichen. Der E-Commerce-Riese bietet Kindle-E-Reader und Fire-Tablets günstig an und versucht die Kunden so an das eigene Content-Universum zu binden. Schaut man sich den Smartphone-Markt an, verdient allerdings vor allem Apple am Verkauf der Geräte. Der iPhone-Konzern vereint fast 90 Prozent aller Gewinne auf sich.

Ein Blick in Xiaomis Produkt-Portfolio
Die Mi Box ist eine Android-TV-Set-Top-Box. (Bild: Xiaomi)

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Handelt es sich bei der Xiaomi-Ankündigung also nur um einen PR-Gag vor dem möglichen Börsengang? Zum größten Teil muss die Frage wohl mit Ja beantwortet werden. Schließlich ist die Gewinneinschränkung auf den Hardwarebereich begrenzt. Das dürfte Xiaomi nicht allzu sehr wehtun. Im Gegenteil: Die Aktion könnte den Absatz der eigenen Geräte ankurbeln und damit die Einnahmen aus den digitalen Angeboten sprudeln lassen. Allerdings spricht der Xiaomi-Chef davon, dass diese Strategie „für immer“ so bleiben werde. Das spricht dann zumindest weniger für einen 100-prozentigen Pre-IPO-Werbegag.

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