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Karriere

Dieser türkische CEO schüttet nach seinem Mega-Exit mal eben 27 Millionen Dollar an seine Mitarbeiter aus

(Foto: Webrazzi)

Für 589 Millionen US-Dollar verkaufte Nevzat Aydin seinen türkischen Lieferdienst an Delivery Hero. Einen Teil des Geldes hat er jetzt unter seinen Mitarbeitern verteilt – trotzdem plagt den CEO ein schlechtes Gewissen.

Jeder Mitarbeiter bekommt 200.000 Dollar

Es ist die größte Übernahme einer Technologie-Firma, die im Land des Bosporus je stattgefunden hat. Anfang Mai kaufte der deutsche Essenslieferdienst Delivery Hero den türkischen Konkurrenten Yemeksepeti für 589 Millionen US-Dollar. Nun ist es mit Übernahmen ja immer so eine Sache: Während die Kasse bei Mitgründern und Investoren klingelt, müssen sich Mitarbeiter nicht selten um ihre Zukunft sorgen. Und: Von den verdienten Millionen sehen sie in der Regel nichts.

Für Nevzat Aydin – Gründer und CEO von Yemeksepeti – offenbar die Gelegenheit, der Branche das Gegenteil zu beweisen. Denn wie er der türkischen Tageszeitung Daily Hürriyet jetzt verriet, hat er 27 Millionen US-Dollar (umgerechnet 24 Millionen Euro) unter seinen 114 Mitarbeitern verteilt. Das entspricht circa 200.000 US-Dollar pro Nase. Quasi als Bonus für die geleistete Arbeit. „Wir haben das getan, weil wir diesen Erfolg alle gemeinsam erreicht haben“, sagte Aydin.

„Man wird uns dafür hassen, aber das ist dann halt so“

Ein Erfolg, der dem 39-Jährigen zufolge vor allem „ein Preis der Geduld“ ist. Vor 15 Jahren hatte Aydin das Unternehmen in Istanbul mit einem Startkapital von nur 80.000 US-Dollar gegründet und seitdem Schritt für Schritt zum Marktführer im türkischen Liefergeschäft aufgebaut. Heute wickelt Yemeksepeti nach eigenen Angaben jeden Tag rund 100.000 Bestellungen ab.

Yemeksepeti-Gründer und CEO Nevzad Aydin in seinem Büro. (Foto: NTV.com.tr)
Yemeksepeti-Gründer und CEO Nevzat Aydin in seinem Büro. (Foto: NTV.com.tr)

Nach dem Verkauf an Delivery Hero habe Aydin seinen Angestellten – die bis zu 5.000 türkische Lira (umgerechnet 1.600 Euro) verdienen – deshalb etwas zurückgeben wollen. Die Reaktionen der Mitarbeiter seien angesichts der unerwarteten Geste sehr emotional ausgefallen, sagte Aydin. Manche hätten geweint, einige geschrien und andere wiederum hätten ihre Dankbarkeit in persönlichen Briefen zum Ausdruck gebracht.

Ein schlechtes Gewissen plagt den Yemeksepeti-Chef trotzdem. Immerhin habe die Ausschüttung der 27 Millionen US-Dollar nach dem Verkauf keinerlei Pflichten oder Versprechungen unterlegen, sagte Aydin. Er sei sich im Klaren darüber, dass er mit Yemeksepeti stellvertretend für andere CEOs der Tech-Branche ein „schlechtes Exempel“ statuiert habe. „Man wird uns dafür hassen, aber dann ist das halt so.“

via www.hurriyetdailynews.com

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7 Reaktionen
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@xtraline:
Bei den Auswandererdokus sind 1000 Euro Monatslohn in deutschen Touristengebieten wohl recht gängig.

In China kann man verheiratet sein und von US-$12 pro Monat in der Großstadt leben:
https://t3n.de/news/albibaba-ceo-jack-ma-615647/

Schade das keiner ein Startup macht um Deutschen Armutsrentnern bessere Lebensbedingungen in günstigeren Regionen zu ermöglichen und die recht großen Einsparungen zwischen Rentnern und Krankenkassen aufzuteilen damit es alle besser haben.

Was bei Lohnvergleichen von Qualitäts-Journalisten gerne vergessen wird sind die Kaufkraft-Unterschiede. Die kann man als BigMac-Faktor oder PEP(?) oder so verrechnen und sieht man wo man besser von seiner vermutlich nicht nennenswert hohen Rente leben kann. Auch Remote-Worker sollten über sowas nachdenken. Für jeden Freiberufler der hier aus Bali o.ä. berichtet, gibts vielleicht hundert Freiberufler die im Ostblock per Internet ihre Arbeit remote für deutsche Kunden machen.

Wegen "Lehrergehalt": In Ostblockländern hatten Lehrer früher wohl keine großen Einkommen und Handwerker hatten die guten Einnahmen. Die Renten für die Stadt-Beamten von Detroit bei der Insolvenz waren wohl im Schnitt $18.000 PRO JAHR ($1500 pro Monat) für Krankenkasse, Wohnen und Leben während in anderen Gegenden manche Pensionäre mehr pro Monat kriegen als viele hart arbeitende Bürger im ganzen Jahr.
Wenn man also nicht weiss ob Lehrer besser oder schlechter stehen als die Normal-Bevölkerung, ist das zwar interessant aber hilft wenig bei der Einstufung ob die Mitarbeiter besser oder schlechter bezahlt wurden als normale Arbeiter.

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"Nach dem Verkauf an Delivery Hero habe Aydin seinen Angestellten – die bis zu 5.000 türkische Lira (umgerechnet 1.600 Euro) verdienen"
So "hoch" sehen die Startuplöhne vermutlich in vielen Ländern aus...
Aber die Worte Armutslöhne und Akademikerarmut sind zwar bei Google zu finden aber nicht in der Startup-Presse.

Der MySQL Gründer hat in seiner neuen Firma (ich glaube "MariaDB") ein Punktesystem eingeführt weil er nicht gut fand, das von der 1 Mrd die Oracle für MySQL gezahlt hatte, nicht sehr viel bei den Mitarbeitern landete.

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xtraline24

Wie sagt man so schön?! Es kommt darauf an.

5.000 TL entspricht etwa einem Lehrergehalt. Aktuell liegt der Währungskurs bei 3TL=1EUR, die Umrechnung sollte durchschn. aber bei 2.300EUR liegen. Ich vermute mal, dass die MA länger als 8Std. für den Erfolg arbeiten mussten und dass auch keine Sonderzahlungen wie in DE geleistet wurden. Dafür gab's aber jetzt ne Sonderzahlung :))

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Quatschkopf

Ganz nett für die Mitarbeiter, mal eben 236.842 US-Dollar zu erhalten - und ganz sicher absolut die Ausnahme. Allerdings wäre es doch interessanter, wie hoch der Real-Gewinn von den 589 Millionen US-Dollar war. Hier wage ich mal die These, dass dieser sehr viel höher als "nur" 27 Millionen US-Dollar entspricht. Aber wie gesagt, dennoch eine nette Geste..

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Michael

Er hat ja auch das unternehmerische Risiko getragen deshalb steht ihm ja auch der Löwenanteil zu. Wie du ja geschrieben hast eine nette Geste die Nachahmer finden sollte!

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Hakan

Hast du jemals zuvor von deinem Arbeitgeber einfach mal so 200k Euro bekommen, nur weil du für ihn arbeitest? Welcher Arbeitgeber macht denn sowas.. Man kann froh sein wenn man überhaupt mal was bekommt.. Er hätte genauso keinem was geben können..
Immer etwas zu meckern die leute, nicht mehr normal..

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effekthascherl

gibt's das nicht diesen effekt, dass leute im schnitt mehr bezahlen, wenn kein preis angegeben ist? vielleicht ist das hier, ohne forderung, genauso.

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