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Youtube will Charts für Musikvideos vor Manipulation schützen

Youtube will in Zukunft verlässlichere Charts liefern und geht gegen Pushing bei Musikvideos vor.  (Bild: A. Aleksandravicius / Shutterstock)

Youtube will mit einer neuen Zählweise verhindern, dass die Musikindustrie die Abrufzahlen künstlich erhöht. Denn anders als früher, wo man noch in großem Stil CDs aufkaufen musste, lassen sich Musikvideos in den Youtube-Charts bislang einfacher pushen.

Vor fünfzehn Jahren gab es einen kleinen Skandal um ein Musikprojekt namens Vanilla Ninja. Dessen Produzent solle seine eigenen CDs aufgekauft haben, hieß es – mit dem Ziel, höher in die Chartnotierungen zu kommen. Heute, im Zeitalter von Youtube, Spotify und Co., geht all das offenbar noch leichter, wenn auch mit mehr Spuren, die man hinterlässt. Der Trick: Die Unternehmen versuchten, in den Youtube-Trend-Charts (die Klickzahlen in den ersten 24 Stunden nach Upload eines Videos) weit oben zu erscheinen, um in den Video-Charts einen Spitzenplatz zu belegen. Denn die sind inzwischen für die Musikindustrie von hoher Bedeutung, während die klassischen Verkaufs-Charts für Tonträger und Downloads insbesondere als schnell reagierendes Messinstrument an Bedeutung verlieren.

Deshalb lenkte man die Aufmerksamkeit mithilfe von Werbeschaltungen auf eben jene Videos, produzierte so Abrufe durch Werbeanzeigen vor Videos oder durch das einfache Schalten eines Video-Snippets innerhalb anderer Videos. Denn auch das zählt – vorausgesetzt, der Nutzer sieht sich dieses über einen entsprechenden Zeitraum an, als Videoaufruf.

Youtube-Charts: Sonderregeln in den ersten 24 Stunden

Diese Form der Manipulation will Youtube allerdings verhindern, auch wenn das Unternehmen hieran in den letzten Monaten nicht schlecht verdient haben dürften. Man orientiere sich dabei an den Erhebungsmethoden von Nielsen und Billboard, heißt es in einem Blogpost. Daher werden in den ersten 24 Stunden ab sofort nur noch organische Aufrufe gezählt, also via Trends, Empfehlungen, Verlinkungen oder eingebettete Videos auf anderen Websites. Die reinen Klickzahlen werden hingegen weiterhin gezählt. „Unser Ziel ist es, sicherzustellen, dass Youtube ein Ort bleibt, an dem alle Künstler genau erkannt und gefeiert werden, um Erfolge und Meilensteine zu erzielen“, heißt es bei Youtube.

t3n meint:

Youtube ist hier in einem Interessenkonflikt: Denn einerseits sind die Einnahmen solcher Anzeigen durchaus willkommen, andererseits wird Youtube für die Industrie aber nur so relevant bleiben wie heute, wenn die Charts, die auf diesem Weg erstellt werden, auch wirklich aussagekräftig sind. Die Musikindustrie wird aber auch unter den neuen Voraussetzungen Mittel und Wege finden, für ihre Künstler zu werben.

Tobias Weidemann

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