Digitale Gesellschaft

YouTube ist standhaft: Beweisvideos für Prügelpolizisten bleiben online

(Foto: Sunset Parkerpix / flickr.com, Lizenz: CC-BY-SA)

YouTube wird immer mehr zur Dokumentationsplattform auch für gesellschaftliche Konflikte. Waren es im Frühjahr noch die Demonstranten im arabischen Raum, so sorgen jetzt Beweisvideos von prügelnden Polizisten für Aufregung. Während die Polizei sie gerne gelöscht haben möchte, bleibt YouTube standhaft und lässt sie online.

YouTube soll Videos mit brutalen Polizisten löschen

Brutale Polizisten sorgen in den USA immer wieder für Kritik. Beweisvideos bei YouTube sollten jetzt gelöscht werden. (Foto: Sunset Parkerpix / flickr.com, Lizenz: CC-BY-SA)

Google bekommt für seine zahlreichen Dienste immer wieder Anfragen über das Löschen bestimmter Inhalte. Das betrifft auch die führende Video-Plattform YouTube, denn immer mehr Videos werden überall auf der Welt mit Smartphones aufgenommen und anschließend gleich hochgeladen. YouTube wird damit zu einer wichtigen Quelle für Augenzeugenberichte, die auch immer wieder im Fernsehen ausgestrahlt werden. Wir erinnern uns alle sicher noch an die Handy-Videos der verschiedenen Frühjahrsrevolten in den arabischen Ländern, die vielfach nur deshalb ein so großes mediales Echo erhielten.

In bestimmten Fällen können solche YouTube-Videos aber auch problematisch sein, zumindest aus Sicht derer, die darauf bei fragwürdigen bis strafbaren Handlungen zu sehen sind. So ergeht es derzeit einigen Polizisten, die während der „Occupy Wall Street“-Auseinandersetzungen prügelnd vor die Kamera von Augenzeugen geraten sind. Während die Polizei YouTube darum gebeten hat, die entsprechenden Videos zu löschen, bleibt Google als Betreiber von YouTube hart.

Transparency Report für YouTube und andere Dienste

Ein Report mit einer nach Ländern getrennten Statistik aller Löschanträge soll nun für zusätzliche Transparenz sorgen, denn in anderen Fällen hat YouTube, bzw. Google den Löschanträgen aus guten Gründen stattgegeben. Solche Gründe können beispielsweise die nationale Sicherheit sein oder natürlich auch Urheberrechtsverstöße. Doch insgesamt bleibt die Botschaft von YouTube klar: Solange es keine rechtlich einwandfreien Gründe für die Löschung von Videos gibt, bleiben die Videos online.

Der Transparency Report von Google soll über Löschanträge für Inhalte bei YouTube und anderen Google-Diensten informieren.

Den Transparency Report, der jeweils ein halbes Kalenderjahr abdeckt, gibt es übrigens seit Mitte 2009. Anfangs waren die Einträge aber noch sehr unspezifisch. Auch für Deutschland liegen die Statistiken über beantragte Löschungen vor. Bei uns liegt die Anzahl der Löschanträge der Regierung mit 125 gegenüber 92 in den USA sogar noch deutlich höher. Als Gründe nennt Google eine Liste von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien, die zahlreiche Websites mit Naziinhalten, extremer Gewalt oder auch Pornografie enthielten. Google hat diese Seiten aus seinem Index gelöscht.

Weiterführende Links zum Thema YouTube und Löschanträge:

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