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Zalando führt Geschlechterquote für das Management ein

Die Zalando-Chefs: Rubin Ritter, David Schneider, Robert Gentz. (Foto: Zalando)

Die meisten Kunden sind Frauen, im Vorstand von Zalando sitzen dagegen nur Männer. Die Chefs hatten damit bislang wenig Probleme. Nun denken sie um.

Der Modehändler Zalando führt eine Geschlechterquote für sein Management ein. Auf den sechs oberen Führungsebenen solle bis Ende 2023 ein ausgewogenes Verhältnis von Frauen und Männern erreicht werden, teilte das Unternehmen am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur mit. Der Anteil soll jeweils zwischen 40 und 60 Prozent liegen.

Der Online-Händler Zalando hat europaweit rund 14.000 Beschäftigte. Das Management musste sich zuletzt kritische Fragen gefallen lassen, weil im Vorstand fünf Männer sitzen, aber keine Frau. Bei der jüngsten Erweiterung des Gremiums verwiesen die Verantwortlichen auf die Eignung der jeweiligen Kandidaten.

Die Führungsteams sind nicht vielfältig genug

„In den letzten elf Jahren lag unser Fokus klar auf der Etablierung und dem Wachstum unseres Geschäfts“, erklärte Zalando-Co-Chef Rubin Ritter nun. „Wir haben nicht genug Anstrengungen unternommen, um dem entstandenen strukturellen Ungleichgewicht entgegenzuwirken.“ Die Führungsteams seien nicht vielfältig genug.

Im Jahr 2018 waren bei dem Berliner MDax-Unternehmen etwa zwei Drittel aller Führungskräfte Männer – je höher die Führungsebene, desto geringer der Frauenanteil. Bislang galt als Ziel eine Frauenquote von 25 Prozent auf der Ebene unterhalb des Vorstands und 30 Prozent auf der Ebene darunter. 2018 waren dort 11 beziehungsweise 16 Prozent der Führungskräfte Frauen. Die neue Quote gilt auch für den Aufsichtsrat und den Vorstand.

Jährlicher Bericht dazu angekündigt

„Vielfalt auf allen Unternehmensebenen führt zu besseren Entscheidungen, fördert eine kreative Kultur und steigert im besten Fall die Gesamtleistung“, erklärte Cristina Stenbeck, die seit Mai wieder den Aufsichtsrat führt. Zalando wolle sich diverser aufstellen, nicht nur beim Thema Geschlecht, sondern auch bei Internationalität und Bildung. Dazu soll es einen jährlichen Bericht geben.

Seit Anfang 2016 müssen die etwa 100 größten börsennotierten und voll mitbestimmungspflichtigen Unternehmen in Deutschland nach dem Aktiengesetz mindestens 30 Prozent der Posten in ihren Kontrollgremien mit Frauen besetzen. Für das Management gibt es nur Vorgaben für die Ebenen unterhalb des Vorstands.

In den Topetagen börsennotierter Unternehmen sind heute so viele Frauen vertreten wie nie. In den 160 Unternehmen der Börsenindizes Dax, MDax und SDax saßen nach einer Untersuchung des Beratungsunternehmens EY in der ersten Hälfte dieses Jahres 61 Frauen – aber auch 640 Männer. Der Frauenanteil lag damit bei knapp neun Prozent. dpa

Passend dazu: Warum es nicht genug ist, wenn in Dax-Vorständen mehr Frauen sind als Michaels

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