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Zalando-Gewinn sinkt fast auf Null

Steht dieses Logo bald für das „Betriebssystem“ der Modewelt? (Foto: dpa)

Zalando hat in letzter Zeit ordentlich Umsatz gemacht – doch der Gewinn blieb dabei auf der Strecke. Warum die Strategie dennoch vernünftig ist und welche Warengruppe 2018 hinzukommen wird.

Es ist ein Glaubensfrage, ob bei einem jungen Unternehmen das Umsatzwachstum oder der Gewinn im Vordergrund stehen sollte. Zalando, Europas größter Online-Modehändler, hat offenbar aktuell eher das Wachstum im Visier. Denn während das Unternehmen in der Vergangenheit in seinen Quartalszahlen vor allem guten Gewinn ausweisen konnte, fällt dieser im dritten Quartal quasi auf Null. Der bereinigte Vorsteuergewinn (Ebit) lag bei traurigen 0,4 Millionen Euro.

Zalando schlägt sich trotz Amazon-Konkurrenz gut

Ein Grund zum traurig sein ist das dennoch nicht: Zwar erwartet Zalando in diesem Jahr nur ein Ergebnis von rund 100 Millionen Euro, was gegenüber den 121 Millionen im Vorjahr deutlich zurückfiele. Doch investiert das Kleidungsportal munter weiter und erwirtschaftet so allein im dritten Quartal einen Umsatz von 1 Milliarde Euro (29 Prozent Umsatzwachstum).

Kein Zweifel: Zalando weht insbesondere von Seiten Amazons der Wind brutal ins Gesicht. Auch wenn die oben genannten Zahlen für europäische Verhältnisse toll klingen, ist der Hebel, den Amazon anlegen kann, noch einmal deutlich länger. Und Zalando bemüht sich redlich (und durchaus erfolgreich), den Wandel hin zu einer E-Commerce-Plattform mit zahlreichen Zusatzdienstleistungen von Datenanalyse über Logistik bis Marketing zu gestalten. Auch Ideen, die bei Amazon gut laufen, werden von Zalando in abgeänderter Form übernommen. Dabei investiert Zalando auch intensiv in Mitarbeiter: Von den rund 10.000 Mitarbeitern sind etwa 1.800 Techniker. Und neben den Tech-Hubs in Dublin und Helsinki soll nach Informationen des Handelsblatts bereits 2018 ein Tech-Hub in Lissabon hinzukommen.

Zalando setzt 2018 auf Kosmetikartikel

Insgesamt will Zalando in diesem Jahr laut dpa eine Viertelmilliarde für Investitionen ausgeben – die möglichen weiteren Zukäufe noch gar nicht mal mitgerechnet. Bei den Aktionären kam das, verbunden mit einer zurückgesetzten Margenprognose, nicht gut an: Die Zalando-Aktie verlor zwischenzeitlich acht Prozent, konnte die Verluste im Tagesverlauf aber teilweise wieder ausgleichen.

Auch in Hinblick auf die Warengruppen expandiert das Unternehmen weiter: So sollen in Zukunft auch Kosmetika verkauft werden. Zalando will so einen Anteil an den 80 Milliarden Euro Gesamtumsatz bekommen, wobei gerade die Online-Tranche mit aktuell etwa fünf Prozent noch hohe Wachstumsraten verspricht. Hier sieht Zalando offenbar ein Potenzial von mehreren hundert Millionen Euro, wie Vorstand Rubin Ritter erklärte. Unruhig machen dürfte das neben den etalierten Retailern in diesem Segment vor allem Douglas, die ebenfalls auf Onlinewachstum setzen.

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