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Analyse

Zalando: Warum das Konzept des Onlinehändlers aufgeht

Zalando hält seinen Gewinn und macht mehr Umsatz. Die Anleger sind trotzdem enttäuscht. Zu Unrecht. (Foto: Britta Pedersen/dpa)

Die Anleger von Zalando zeigten sich am Mittwoch enttäuscht von den Prognosen für 2017, der Aktienkurs ging auf Talfahrt. Dabei sprechen die Taten des Konzerns für seine Strategie.

Zalando hat den Umsatz gesteigert, den bereinigten operativen Gewinn verdoppelt – und die Anleger sind enttäuscht. Denn die bereinigte operative Marge, also wie viel Umsatz als Gewinn hängen bleibt, soll 2017 nicht weiter steigen. Sie wird mit einer Prognose von fünf bis sechs Prozent bestenfalls stabil bleiben. Der Aktionäre bestraften die Ankündigung, der Aktienkurs sank zum Handelsauftakt am Mittwoch zwischenzeitlich um fünf Prozent.

Natürlich ist das aus Aktionärssicht verständlich. Für sie geht es schließlich darum, den Gewinn zu maximieren, damit das Investment (und die eigenen Papiere) an Wert gewinnen. Und am Ende steht bei Zalandos Nettogewinn nun mal ein kleines Minus. Trotzdem greift diese Perspektive zu kurz. Denn die Schlagzeilen der vergangenen Monate weisen darauf hin, dass das Konzept des Onlinehändlers funktioniert.

Zalando: Vom Schuhhändler zur Modeplattform

So hat sich der Konzern seit seinem Börsengang 2014 stetig weiterentwickelt. Er betreibt längst nicht mehr nur eine Schuhplattform. Mit seinem Portal Zalon setzt er seit 2015 beispielsweise auf Curated Shopping, wählt also Kleider für Kunden aus und schickt sie ihnen. Seit Mai vergangenen Jahres können Kunden per eigenem Messenger auch eine persönliche Beratung erhalten. Damit hat sich das Unternehmen früh dem mobilen Shopping verschrieben. Der Kauf des „Tinder für Outfits“ Amaze passt in diese Strategie.

Gleichzeitig involviert der Konzern auch Blogger und Stylisten in die Markenstrategie, zum Beispiel mit „DIY by Zalando“. In Videos zeigt er dort gemeinsam mit Bloggern, wie sich Kleidungsstücke zu Hause verschönern lassen. Hinzu kommen Zukäufe wie vor wenigen Tagen beispielsweise Kickz. Mit dem Streetwear-Anbieter wagt sich Zalando sogar in den analogen Handel. Alles Teil des Plans, eine umfassende Modeplattform zu werden.

Zalando konzentriert sich mittlerweile außerdem stärker auf seinen Tech-Bereich. Schon 2015 kauften die Berliner mit Nugg.ad und Metrigo zwei aufstrebende Adtech-Unternehmen. Die beiden Firmen beschäftigen sich mit Targeting und Real-Time-Bidding – zwei Themen, die auf dem Werbemarkt immer relevanter werden. Mit Zalando Media Solutions hilft der Konzern anderen Firmen heute beim Online-Marketing.

 „Wir investieren, um schnell zu wachsen.“

Auch die Übernahme von Tradebyte, einem Spezialisten für Marktplätze, im vergangenen Jahr unterstreicht den Tech-Fokus. Und damit ist es nicht vorbei. „Wir investieren, um schnell zu wachsen“, lässt sich Zalando-Vorstand Rubin Ritter in einer Mitteilung zu den aktuellen Jahreszahlen zitieren. 200 Millionen Euro sollen 2017 in IT und Logistik fließen.

Zwei Kennzahlen sprechen dafür, dass der Onlinehändler mit seinen Plänen richtig liegt. In den vergangenen fünf Jahren hat Zalando seinen aktiven Kundenstamm verdoppelt. Mittlerweile zählt der Konzern knapp 20 Millionen Nutzer. Das Wachstum ist zwar abgeflacht. Trotzdem konnte das Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr nochmals zwei Millionen neue Kunden hinzugewinnen, also im zweistelligen Prozentbereich. Der Umsatz spiegelte dies ebenfalls wieder: Er stieg 2016 um ein Viertel auf 3,6 Milliarden Euro.

Auch wenn der Nettogewinn also stabil bleibt statt anzusteigen – dem Wachstum des Konzerns schadet das nicht. Im Gegenteil.

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Eine Reaktion
Walter

Das zeigt jedem da draußen nur, dass man auch vom Schuhverkäufer zu der Modeplattform werden kann. Ich warte nur noch auf eine Zusammenstellung in Buchform darüber :D.
Nein Spaß bei Seite. Der Online-Versand-Handel hat noch einiges an Potential. Wer auch was vom Kuchen abhaben will, sollte so schnell wie möglich anfangen auch dinge zu verkaufen. Seiten wie Amazon oder Shopify machen es einem zum Glück leicht eine Seite aufzubauen.

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