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Zalando meldet einen Kundenrekord, aber die Warenkörbe werden kleiner

Logo des Online-Modehändlers Zalando. (Foto: dpa)

Zalando hat als Europas größter Modehändler sein operatives Ergebnis leicht verbessert. Dabei zählen die Manager zu den bestbezahlten der deutschen Wirtschaft.

Der Modehändler Zalando hat seine Geschäftszahlen fürs erste Quartal vorgelegt – und die können sich sehen lassen. Dabei stieg die Zahl aktiver Kunden im Vergleich zum Vorjahr um 14,1 Prozent auf 27,2 Millionen, die Site-Visits nahmen im gleichen Zeitraum um 29,5 Prozent auf 924 Millionen zu. Kunden bestellten häufiger als je zuvor, gleichzeitig erreichte nach Unternehmensangaben auch die Kundenzufriedenheit ein Rekordniveau.

Das Unternehmen bemüht sich darum, das „Spotify der Mode“, die erste Anlaufstelle für Kunden, die Bekleidungsartikel kaufen wollen, zu werden – man investiert insbesondere in datengetriebene Verfahren wie Predictive Shopping, in künstliche Intelligenz und automatisierte Verfahren zur Aussteuerung von Werbung. All das soll zu besseren Kundenbeziehungen führen und könnte durch das Programm Zalando Plus gestärkt werden. Das Treueprogramm läuft in Deutschland, wird derzeit in der Schweiz erprobt und weitere Pilotprojekte sollen nach den Worten des Unternehmens in nächster Zeit in Frankreich und Italien starten.

Plattformstrategie sorgt für Umsätze, an denen Zalando mitverdient

Das Unternehmen hat dabei im ersten Quartal 2019 erneut Marktanteile hinzugewonnen: Das Bruttowarenvolumen (Gross Merchandise Volume, GMV) stieg um 23,1 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro, der Umsatz kletterte um 15,2 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro. Das bereinigte EBIT lag aufgrund einer verbesserten Bruttomarge im ersten Quartal bei 6,4 Millionen Euro (0,5 Prozent Marge). Auch im Rahmen des Plattformgeschäfts zeigt sich Zalando zufrieden. Die etablierten Partner nutzen die Plattform zunehmend mehr und weitere (zuletzt Calzedonia und Inimissimi) kommen hinzu. Immer mehr Partner nutzen zudem Dienste wie Zalando Fulfillment Solutions (ZFS): Im ersten Quartal wurden rund 30 Prozent aller Partnerprogrammbestellungen durch ZFS abgewickelt. Zudem baut Zalando sein Partnergeschäft auch im Rahmen von Zalando Payments Solutions (ZPS) weiter aus. Mit der neu erworbenen E-Geld-Lizenz wird der Zahlungsverkehr auf der Zalando-Plattform weiter vereinfacht.

Auffällig an den Zahlen ist, neben den durchaus positiven Werten bei der Kundenzahl und dem Umsatz, aber auch, dass die Warenkörbe zunehmend kleiner werden. Das kann ein Element sein, das mit dem Plus-Programm zu tun hat, kann aber auch bedeuten, dass die Kunden gezielter bestellen. Andererseits ist keine genaue Entwicklung der Retourenquote bekannt.

Die Warenkörbe bei Zalando werden kleiner

Wenn die Retourenquote im gleichen Zusammenhang sinkt, hat Zalando alles richtig gemacht: Weniger logistischen Aufwand durch lästige Retouren, weniger gebundene Ware, was in dem schnelllebigen Modehandel durchaus erstrebenswert wäre – und nicht zuletzt zufriedenere Kunden. Bereits seit mehreren Jahren erklärt Zalando, dass man versucht, die Größenangaben der Waren möglichst optimal zu erfassen, dass Kunden eben nicht auf Verdacht drei Größen der selben Ware bestellen müssen. Bei den neuen Rubriken wie Kosmetikartikel fällt ein solches Größenproblem ebenso weg, wie bei den modischen Accessoires, die oft nur in einer Einheitsgröße verfügbar sind.

Für das Topmanagement ist all das, so rechnet Bloomberg aus, ein doppelter Grund zum Feiern. Denn die drei obersten Führungskräfte könnten laut dem US-Nachrichtendienst dank Boni in Höhe von 570 Millionen US-Dollar zu den Topverdienern in Europa zählen, wenn sie es schaffen, innerhalb von fünf Jahren den Umsatz zu verdoppeln und den Börsenkurs zu verdreifachen. All das ist angesichs der aktuellen Zahlen durchaus möglich, auch wenn es bis dahin noch ein weiter Weg sein dürfte.

Immerhin bestätigt Zalando seine Prognose für 2019. Für das gesamte Jahr geht das Unternehmen weiterhin von einem GMV-Wachstum zwischen 20 und 25 Prozent aus, von einem Umsatzwachstum am unteren Ende dieser Spanne, von einem bereinigten EBIT zwischen 175 und 225 Millionen Euro sowie von einem Investitionsvolumen in Höhe von rund 300 Millionen Euro.

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