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Zalando setzt zur Expansion der Plattform auf den Einzelhandel

Zalando will noch schneller liefern und setzt dafür auf Erfüllung durch den Einzelhandel. (Foto: Zalando)

Zalando will bis zum Ende des Jahres eine dreistellige Anzahl an Einzelhändlern anbinden, die Bestellungen für die Fashion-Plattform erfüllen sollen. 

Zalando ist längst kein Onlineshop mehr, sondern eine Fashion-Plattform. Dass dabei der Einzelhandel nicht ganz außen vorgelassen wird, ist nachvollziehbar, aber Zalando scheint größere Pläne zu haben. Der Einzelhandel wird dabei stärker als je zuvor eingebunden.

Zalando setzt auf Einzelhandel

Mehr als 600 Einzelhändler sollen bis zum Ende des Jahres verkaufte Artikel von Zalando direkt aus ihren Shops versenden, so Zalando-Manager Carsten Keller im Handelsblatt. Das dazugehörige Konzept „Integrated Commerce“ bindet Einzelhändler über eine Marktplatzlösung von Gaxsys ein. Die Gax-Artikelbörse verteilt eingehende Aufträge nach festen Kriterien an Einzelhändler, beispielsweise nach der Postleitzahl des Händlerstandortes. Damit können Händler, die ihren Laden nahe beim Kunden haben, die Bestellung annehmen und für Zalando ausführen.

Die Auslieferung von Bestellungen bei Zalando soll aber nicht die einzige Aufgabe sein, die Händler übernehmen können. Ab der zweiten Jahreshälfte 2019 können die Kunden Waren auch direkt im Laden abholen oder dort wieder zurückgeben.

Zalando betrachtet Fulfilment aus dem Handel als Schlüsselfunktion

Jeder Onlinehändler geht mit dem Flaschenhals Logistik und der immer stärker ausgelasteten Logistikinfrastruktur anders um. Der Kunde ist eine schnelle und pünktliche Lieferung gewöhnt. Wenn die Paketdienste damit langsam überlastet sind, müssen die Händler eigene Lösungen finden. Amazon baut dazu eine eigene Logistikflotte auf, Zalando scheint auch Ambitionen zu haben – nur dass Zalandos Logistikflotte im Moment anscheinend eher aus Einzelhändlern besteht.

Zalando-Gründer David Schneider sagte in einem Interview (Paywall) letzten Freitag im Magazin „Interview“: „Unser Schlüssel ist die ‚local Delivery‘ und die Anbindung stationärer Läden an den Onlineshop. Wenn ich einen Kunden in Berlin habe, warum sollte ich dann aus Erfurt liefern und nicht aus dem nächstgelegenen stationären Markengeschäft?“ Laut Schneider will Zalando Ware lokal verfügbar machen, dezentrale Bestände miteinander verknüpfen und am liebsten innerhalb von drei Stunden liefern. Im Interview fügt Schneider noch hinzu: „Bald schon sofort.“ Zalando misst der Erfüllung von Bestellungen durch den stationären Handel offensichtlich eine große Bedeutung zu.

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