Digitale Gesellschaft

Zug-Dating: Deutsche Bahn bringt Reisende zusammen

Die Deutsche Bahn hat einen neuen Service vorgestellt: Die „Momente“ genannte Plattform soll Reisenden die Möglichkeit geben, Personen aus Zufallsbegegnungen in Zügen und öffentlichen Verkehrsmitteln wiederzufinden. Die Reaktionen in den Social Networks auf den neuen Dienst sind verhalten.

 

Deutsche Bahn will Kontakte zwischen Reisenden ermöglichen

(Foto: procyonlotormotor / flickr.com, Lizenz: CC-BY)

Das in Nordrhein-Westfalen gestartete Projekt wird von der Deutschen Bahn auf der entsprechenden Webseite mit folgendem Satz beworben: „Hier können Sie nach der Person suchen, mit der Sie in einem unserer Nahverkehrszüge in NRW einen magischen oder einfach interessanten Moment erlebt haben und die Sie gerne wiedersehen möchten.“ Was in dem Satz noch interessant klingen mag, scheint in der Realität zu einem reinen Dating-Service zu werden. So sind Gesuche auf der Plattform betitelt mit „Ich suche einen jungen netten Mann“, „Will dich wiedersehen“ oder „Schöne Augen“.

Und so funktioniert’s: Wer eine Person wiedersehen möchte, die er in einem Personentransportmittel der DB Regio NRW getroffen hat, der kann sich auf der Plattform registrieren und dann in Abhängigkeit von Zug-/S-Bahn-Linie, Datum und Uhrzeit ein entsprechendes Gesuch aufgeben. Die Gesuche lassen sich auch ohne vorherige Registrierung durchforsten, die Kontaktaufnahme bedarf allerdings einer Anmeldung. Das Mindestalter für die Nutzung des Services ist 18 Jahre.

Social Web reagiert belustigt

Die Reaktionen in Social Networks wie Twitter sind eher verhalten, viele machen sich auch lustig über den neuen Service. „Wusstet ihr, dass die Deutsche Bahn einen Dating-Service bietet?“, „Voll kitschig“ oder „Falls Sie dem betrunkenem Idioten, der Ihre Jacke in der S-Bahn vollsaute, die Rechnung senden möchten…“. Der Service startete am 16. Februar pünktlich zur Karnevalszeit in Nordrhein-Westfalen, eine Umsetzung der Plattform in anderen Bundesländern ist laut einer Bahn-Sprecherin nicht geplant. Wahrscheinlich ist das auch besser: Die Nutzung bisher scheint nämlich ziemlich gering zu sein, bei ein paar Stichproben ließen sich gerade mal eine handvoll Gesuche finden.

 

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4 Kommentare
expoding
expoding

Das aber nichts neues :D. Die BVG (Berliner Verkehrsgesellschaft) betreibt so etwas schon lange…zumindest habe ich vor 2 Jahren noch von dem Dienst gehört :-)

Lustige idee wie ich finde :-)

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die_Wahrheit
die_Wahrheit

Warum erst registrieren? Wenn jemand ein Online-Ticket kauft (evtl. mit Sitzplatzrreservierung), sind die Daten doch bekannt und müssten lediglich öffentlich zugänglich gemacht werden. Man müsste doch also nur das kleine technische Hindernis überwinden, dass ich außer meinen Daten, im Bahnportal die Daten aller anderer registrierter Nutzer nicht einsehen kann.

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Georg Schwaiger

In der Tat gibt es sehr viele Dienste, die das Wiederfinden eines verpassten Flirts ermöglichen sollen. Auf unserer Seite brizzl.de haben wir z.B. einen Schwerpunkt für Begegnungen aus Zügen und Bahnen. Spezialisiert auf öffentliche Verkehrsmittel haben sich auch der BVG (wie oben angegeben), das Portal Bahnflirt oder auch die Seite Verblitzt
Die Schwierigkeit bei der großen Anzahl von Seiten dieser Art: je mehr es davon gibt, desto geringer die Chance, dass sich zwei Suchende auf derselben Seite finden…
Wir setzen deshalb auf das gegenseitige Helfen bei der Suche, um die Suchanzeigen zu den Gesuchten weiterzuleiten.
Viele Grüße, Georg

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