Du hast deinen AdBlocker an?

Es wäre ein Traum, wenn du ihn für t3n.de deaktivierst. Wir zeigen dir gerne, wie das geht. Und natürlich erklären wir dir auch, warum uns das so wichtig ist. Digitales High-five, deine t3n-Redaktion

Sponsored Post Was ist das?

Zukunft der Buchhaltung Teil 3: Die Evolution von Tools zu Plattformen

Anzeige
Der Trend in der digitalen Buchhaltung entwickelt sich von einzelnen Tools zu Plattformen. Der E-Commerce übernimmt dabei eine Vorreiterrolle. Was in Zukunft möglich sein wird, erklärt FastBill-Mitgründer Christian Häfner.

„Alexa, sag mir wie das Wetter in den kommenden Tagen wird! Ich möchte meine Wäsche in der Sonne trocknen lassen und benötige auch neues Waschmittel.“

Befehle und Konversationen mit Computern wie diese zeigen, wie sehr eine Verknüpfung von Prozessschritten auf einer einzigen Plattform vereint werden können. Die Sprachsteuerung erfolgt per Alexa-Device, die Wetterabfrage über eine Wetter-Website und die Bestellung des Produktes über einen weiteren Service (wie Amazon). Vielleicht spielt noch eine Solar-Strom-App im Smart-Home mit, die meine Wäsche zu der Tageszeit mit der höchsten Energieeffizienz wäscht.

Was für den privaten Haushalt bereits dank Siri, Alexa und Co. im Alltag angekommen ist, wird auch mehr und mehr für Unternehmen Realität. Statt individueller Lösungen für einzelne Use-Cases arbeiten wir künftig auf Plattformen, die verschiedenste Datenströme zusammenlaufen lassen.

Christian Häfner, Mitgründer von FastBill, erklärt, warum sich der Trend in der digitalen Buchhaltung von einzelnen Tools zu Plattformen entwickelt und welche Rolle der E-Commerce dabei einnimmt.

Kleine Unternehmen: Smarte Entscheidungen auf Basis von Finanzdaten treffen

Besonders kleine Unternehmen haben es nicht leicht. Weder ist die Liquidität im Überfluss vorhanden, noch stehen die Kunden Schlange und wollen ihr Geld verschenken. Ein kleines Business aufzubauen und groß zu machen ist harte Arbeit und erfordert smarte Entscheidungen.

Die Finanzen sind für jedes Unternehmen der Ausgangspunkt solcher Entscheidungen. Wo sollte welches Geld und welche Zeit investiert werden, um Gewinne zu maximieren? Welche Rücklagen sollte ich für bereits geplante Ausgaben bilden? Welche Investitionen kann und sollte ich mir leisten?

Um aus den vielen alltäglichen Entscheidungen die besten treffen zu können, müssen die Finanzdaten im Kleinen also permanent ordentlich und vollständig vorliegen. Die Basis dafür sind Aufgaben wie Rechnung schreiben, Zahlungen erfassen, Steuern erklären, Liquidität planen.

Benutzeroberfläche vs. Plattform

Über den Autor
Über den Autor

Christian Häfner ist Mitgründer des Software-Unternehmens FastBill. Er schreibt in seiner Kolumne über die Möglichkeiten, die digitale Buchhaltung jetzt und in Zukunft für kleine und mittlere Unternehmen bereithält.

FastBill ist eine smarte Buchhaltungssoftware für kleine Unternehmen. Alle Finanzdaten eines Unternehmens kommen in FastBill zusammen, um Buchhaltungsprozesse zu automatisieren und Aufwände zu reduzieren.

In Plattformen zu denken bedeutet nicht, dass es in der Praxis die eine Lösung für alles geben muss. Es gibt jede Menge Tools mit effektiven Benutzeroberflächen, die uns helfen einzelne Aufgaben im Alltag besonders gut zu erledigen. Wir tracken unsere Arbeitszeiten vor Ort beim Kunden per Smartphone, erfassen und archivieren Belege von unterwegs und machen unsere Steuererklärung oder die Buchhaltung in Ruhe im Office oder lagern diese an einen Dienstleister aus, der autark bleiben muss.

Auch in der Zukunft werden mehrere Tools und Beteiligte zusammenarbeiten, die jeweils das passendste und effizienteste System für jeden einzelnen bilden. Unterschiedliche fachliche Anforderungen an einzelne Systeme und externe Rahmenbedingungen (wie zum Beispiel DATEV) sind der Grund, warum es nicht die eine All-In-One-Lösung für alle Branchen und Unternehmensgrößen geben wird.

Was sich jedoch ändern wird ist das Verschmelzen von Datenströmen vieler Anwendungen auf zentralisierten Finanzplattformen, die diese strukturierten Daten interpretieren und mit Hilfe von Machine Learning bessere Entscheidungsvorlagen ermöglichen, die zu mehr Umsatz und weniger Aufwänden für Unternehmen führen. Wir reduzieren also schlechte Entscheidungen und machen mehr Profit mit weniger Aufwand.

In der Praxis wird es künftig eine zentrale Finanzmanagement-Plattform geben, die sowohl bei Aufgaben des Alltags hilft, aber vor allem die Zentrale ist, in der sämtliche Umsätze, Ausgaben und Zahlungsdaten zusammenfliessen und von dort für das Finanzamt, den Steuerberater, die Kunden und den Unternehmer selbst weiterverarbeitet werden. Diese Plattform muss keine eigene Benutzeroberfläche haben, sondern kann auch als reine API-engine „headless“ nutzbar sein.

Statt wie bisher selbst Informationen sammeln und aufbereiten zu müssen, läuft alles zentral und automatisiert zusammen – zum Beispiel über APIs, Scraping, und Automatisierungs-Workflows á la Zapier.

Optimiertes Nutzungserlebnis für den Einzelnen

Dank Datenstrukturierung und Aufbereitung können mit dem Wissen nicht nur bessere Geschäftsentscheidungen getroffen werden, sondern sie ermöglichen auch ein optimales und bedarfsgerechtes Nutzungserlebnis für den Einzelnen. In der Praxis können das individuelle Erinnerungen, Tipps, Entscheidungsvorlagen und Assistenzfunktionalitäten sein. Diese Ausweitung ist wiederum über Schnittstellen als Ökosystem denkbar, wodurch unendlich viele Möglichkeiten an Anwendungsfällen entstehen.

So kann zum Beispiel ein temporärer Dispo-Kredit genau dann angeboten werden, wenn es im Sinne des Unternehmens erforderlich ist. Statt Vergleich der Massen erhält so jeder die Lösung, die auf ihn zugeschnitten ist.

Warum eine Finanz-Plattform die besseren Entscheidungen trifft

Bleiben wir bei dem Beispiel mit dem Bankkredit. Der Bedarf für einen Bankkredit traf ein Unternehmer in der Vergangenheit auf Basis seines laufenden Geschäfts. Entweder möchte er wachsen oder einen vorübergehenden Liquiditätsengpass überbrücken. Die Auswahl des Kredits erfolgte in Absprache mit dem hauseigenen Bankberater, der letztlich sein OK geben musste.

In der Zukunft werden Finanz-Plattformen Potentiale für mehr Wachstum und Gefahren automatisch auf Basis der vorhanden Daten erkennen. Erscheint ein Kredit sinnvoll, ermittelt das System automatisch den für den Unternehmen besten Kredit am Markt. Stimmt der Unternehmer dieser Entscheidungsvorlage zu, erfolgt die vertragliche Abwicklung zwischen Unternehmen und Bank im Hintergrund. Alle Daten, um das Risiko für den Kreditgeber bewerten zu können, stehen bereits zur Verfügung.

In der Praxis erhöht sich dadurch nicht nur die Qualität der Entscheidung für das beste Produkt, auch die Handlungsgeschwindigkeit wird deutlich erhöht. Von der Bedarfsermittlung bis zum Geldeingang reichen in der Zukunft vielleicht nur Minuten aus. Transaktionen könnten per Kryptowährung in Sekunden übertragen werden. Langfristige Planungen entfallen und der Zeitaufwand reduziert sich auf ein Minimum.

E-Commerce zeigt, warum es ohne Plattformen nicht mehr geht

E-Commerce Händler sind derzeit noch die Vorreiter in der Plattform-Ökonomie. Wer heute online Produkte verkauft, der startet vermutlich zuerst als Seller bei Amazon, eBay und anderen Marktplätzen, bevor er seinen eigenen Online Shop eröffnet.

Die Finanzdaten (Umsätze) aus allen Plattformen fließen über Schnittstellen zusammen, welche nicht nur Rechnungen erstellen, sondern auch Lieferschwellen überwachen und Umsatzsteuermeldungen im EU-Ausland übernehmen. Solch ganzheitliche Lösungen existieren bereits heute.

Wer viel verkauft, muss auch viele Produkte einkaufen. Das Planen der Liquidität und die Erfassung von Belegen erfolgt ebenfalls zentral. Läuft das Online-Business erfolgreich, ist die Eröffnung eines eigenen Ladens nicht selten. Auch die in Kassensystemen erzeugten Umsätze laufen ebenfalls in die zentrale Plattform.

Die zentrale Finanz-Plattform kann nun mit dem Wissen aus allen Umsatz-Kanälen und den dazugehörigen Kostenstrukturen zum Beispiel den Warenbedarf voraussehen, den Einkauf planen, Preise automatisch kalkulieren, KI-basierte Conversion-Optimierung im Checkout umsetzen oder sonstige Empfehlungen darüber abgeben, worauf sich der Unternehmer fokussieren sollten.

Fazit

Was im E-Commerce bereits teilweise gelebt wird, folgt nun auch für Dienstleister. Wo verkaufe ich meine Leistungen und an wen? Woher kommen meine Kunden? Welche Ausgaben erzeugen mehr Umsatz? Welche saisonalen oder anderen Effekte beeinflussen mein Geschäft? Vermutlich gibt es Einflussfaktoren, die wir heute nur ganz dunkel abschätzen können.

Durch smarte Assistenten, die auf Basis von Plattform-Daten Erfahrungen und eine tiefe Business-Intelligenz bereitstellen, kann ein Unternehmer, der diese Erfahrungen noch nicht gemacht hat, nur profitieren. Operative Abläufe werden verbessert, Risiken werden minimiert und Unternehmen werden skalierbarer und flexibler.

Lies auch die anderen Teile der Serie:

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Schreib den ersten Kommentar!

Melde dich mit deinem t3n-Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Abbrechen