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Zwei Jahre Amazon-Whole-Foods: Höhere Kundenfrequenz und gestiegener Umsatz

Mehr Kundenfrequenz, mehr Umsatz. Läuft bei Whole Foods, dank Amazon. Im Bild: Eine Whole-Foods-Filiale in San Jose, Kalifornien. (Foto: Whole Foods)

Amazons nächste Milliardenwette setzt auf den stationären Handel. Die Supermarktkette Whole Foods scheint jetzt von der Amazon-Übernahme zu profitieren.

Seit der Übernahme durch Amazon hat sich viel geändert bei Whole Foods: Amazon ist im Laden präsenter geworden und Whole Foods ist online bei Amazon präsenter geworden. Gleichzeitig ist im ersten Quartal die Kundenfrequenz bei Whole Foods hochgegangen und der Umsatz gestiegen. Das Beratungsunternehmen Forrester vermeldet jetzt, dass auch Whole Foods’ Kundenzufriedenheit deutlich gestiegen sei. Es sieht aus, als würden Amazons Maßnahmen anschlagen.

Whole-Foods-Kunden zufriedener seit Amazon-Übernahme

Die Analysten von Forrester erstellen mit dem Customer-Experience-Index eine Art Kundenzufriedenheits-Benchmark-Report, bei dem der Wert von Whole Foods jetzt um 3,6 Punkte gestiegen ist. Das mag sich nach wenig anhören, aber die Analysten betonen, dass es sich um eine der größten Steigerungen im Index des Jahres handelt.

Amazon durchdringt Whole Foods und umgekehrt

Amazon Prime bietet Whole-Foods-Kunden mittlerweile Preisnachlässe beim Einkauf im Laden an – das ist gleichzeitig Prime-Kunden-Generierungsmaschine wie Kundenbindungsprogramm für Whole Foods. Auch die publikumswirksamen Preissenkungen, um Whole Foods’ Image aufzubessern, scheinen etwas zu bewirken. Die Washington Post zitiert den Markforscher Yougov, der festgestellt hat, dass Whole Foods hinsichtlich des Preis-Leistungs-Verhältnisses jetzt positiver betrachtet wird.

Neben der Zustellung in Whole-Foods-Supermärkte werden jetzt auch Whole-Foods-Waren direkt an Amazon-Kunden ausgeliefert. In Dutzenden Läden bietet der Onlinehändler jetzt Lebensmittelauslieferung an und Whole-Foods-Lebensmittel sind en gros bei Amazon auf der Plattform eingezogen.

Forrester sieht Erfolg durch Verzahnung von Online- und Offlinehandel

Insgesamt bewerten die Analysten die Entwicklung von Whole Foods positiv. Und so deutet Forrester auch Entwicklungen anderer Unternehmen, die ebenfalls auf Online-Offline-Verzahnung gesetzt haben, dahingehend, dass sich diese Verzahnung zum Erfolgskonzept entwickelt hat. Eine strategischer Ansatz zur Online-Offline-Verknüpfung sei deshalb für Unternehmen generell empfehlenswert.


t3n meint: Die Entwicklung bei Whole Foods mag positiv sein, aber im Prinzip ist nicht viel passiert. Ein wenig Amazonisierung wurde über die Läden gerollt, der Konzern hat seine Onlinestärken ausgespielt, aber die großen Veränderungen bleiben bisher aus. Die Washington Post schreibt, dass Amazons Bemühungen im stationären Bereich bisher eher langweilig gewesen seien und nur Amazon Go eine echte Innovation darstelle. Das trifft nicht ganz zu, ist aber auch nicht ganz falsch. Angesichts Bezos’ Äußerungen und seiner Pläne, sich einen größeren Teil des stationären Kuchens zu sichern, fehlt scheinbar der große Wurf. Die Ruhe dürfte trügerisch sein, die Veränderungen an der Oberfläche dürften nur einen Teil dessen abbilden, was bei Amazon gerade bei diesem Thema erprobt. Der Handel darf sich nicht in Sicherheit wiegen, das dicke Ende kommt erst noch. Jochen G. Fuchs

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