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Post legt Paketzustellung mit Billigtochter zusammen

(Foto: Hadrian / Shutterstock.com)

Die Deutsche Post will die eigene Paketzustellung mit der Billigtochter DHL Delivery zusammenlegen. Dort verdienen Paketboten deutlich schlechter als im Mutterkonzern. Außerdem werden mehrere Hundert Stellen wegfallen.

Schon zum 1. April 2019 will die Deutsche Post ihre Paketzustellung mit dem Tochterunternehmen DHL Delivery zusammenführen. Das geht aus einem Bericht der Welt hervor. Mit der Zusammenlegung werden zukünftig Mitarbeiter zu völlig unterschiedlichen Lohnkonditionen Seite an Seite arbeiten. Während die Mitarbeiter der Deutschen Post gemäß des Haustarifvertrags bis zu 20 Euro die Stunde erhalten, fällt der Stundenlohn bei Delivery-Beschäftigen im Durchschnitt um rund ein Viertel geringer aus. Gleichzeitig arbeiten sie im Schnitt eineinhalb Wochenstunden mehr, haben weniger Pausen und erhalten geringere Zusatzleistungen.

Noch vergangene Woche hatten Betriebsrat und Gewerkschaften sich im Rahmen eines Einigungsstellenverfahren vor dem Düsseldorfer Landgericht darum bemüht, gleichen Lohn für dieselbe Arbeit durchzusetzen. Damit sind sie jedoch gescheitert. Durch die Zusammenlegung sollen laut Welt mehrere Hundert Arbeitsstellen in der Verwaltung wegfallen. Der Stellenabbau soll zunächst über Abfindungsangebote abgewickelt werden. Auch hier sind die Angestellten der Post im Vorteil: Betriebsbedingte Kündigungen schließt der für sie geltende Tarifvertrag explizit aus.

Paketzustellung bei der Post: Gewerkschaften planen rechtliche Schritte

Die Zusammenlegung der Paketzustellung ist Teil des Plans von Konzernchef Frank Appel, den Gewinn der Sparte um eine halbe Milliarde Euro zu erhöhen. Die Fachgewerkschaft DPVKOM kritisiert die Pläne und wittert dahinter sogar verdeckte Leiharbeit. Daher will die Gewerkschaft jetzt prüfen lassen, ob ein Verstoß gegen geltendes Recht vorliegt. Nach Welt-Informationen habe Appel zwar angeboten, die Delivery-Angestellten in den Haustarifvertrag der Post einzubeziehen, daraus dürften dem Konzern jedoch keine Kosten entstehen. Effektiv würde das bedeuten, dass die Tarifangestellten finanzielle Einbußen hinnehmen müssten. Gewerkschaften befürchten jetzt, dass die Lohn- und Arbeitskonditionen generell auf das Niveau der Billigtochter DHL Delivery gesenkt werden könnten.

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2 Reaktionen
sourdog

Das i (neben dem u und dem o auf der Tastatur) sieht übrigens scheisse mit der Webfont aus.

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Baron Münchhausen

Isch liebe den Kabidalismus. Katsching. Bling Bling. Dann werde ich mal ein paar DHL/Post Aktien in's Depot legen und nach den ersten Pressemeldungen und Gewinnsteigerungen direkt verticken.

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