Im Grunde konnte es nicht lange dauern, bis die fortschreitende Digitalisierung der Arbeit sich ebenfalls auf die physische Arbeitswelt auswirkt. Die Infrastrukturfrage ist für die meisten digitalen Berufe mit der Anschaffung eines Laptops geklärt. Die Logistik erledigt sich über das Netz von selbst. Rechnet man Skype und VoIP hinzu, Projektmanagement-Software, Twitter, Facebook, Xing oder einfach die gute alte E-Mail, dann kommt schnell die Frage auf, wozu Büroflächen überhaupt noch dienen.
In der Tat hat sich in den letzten 10 Jahren die Notwendigkeit eines festen Arbeitsplatzes fast restlos losgelöst von der Notwendigkeit, Zugang zu Maschinen, Großrechnern oder anderen Multimediageräten zu erhalten. Gerade in den digitalen Weiten reicht meist ein Laptop, vielleicht noch ein externer Flatscreen.
Die Entwicklung hat Auswirkungen auf die Art, wie die Menschen arbeiten, wann, wo und mit wem sie arbeiten. Dieser Wandel ist keine geringfügige Änderung, vielmehr gerät das Grundgefüge, innerhalb dessen in den letzten Jahrzehnten Wertschöpfung stattgefunden hat, in einen Transformationssog, bei dem das Individuum im Mittelpunkt steht. Dabei gilt: Wann immer Massen die Werkzeuge zur Emanzipation in die Hand gelegt bekommen, entstehen Dynamiken, die zu Beginn meistens unterschätzt werden und im Rückblick so folgerichtig erscheinen, als habe es nie etwas anderes gegeben.
Bei der konkreten Frage nach der Auswirkung auf den Arbeitsort geht kein Weg daran vorbei, sich einmal das Phänomen „Coworking Space“ anzuschauen: offene, kollaborative, dezentrale Arbeitsorte, vernetzt nach dem Motto „small pieces loosely joined“, alles kann, nichts muss. Aber man bleibt in Verbindung.
Ein amerikanisches Phänomen?
Die ersten als Coworking Spaces betitelten Büroflächen wurden im Jahr 2006 im Raum San Francisco gegründet. Als Folge von temporären Coffeeshop Meetings schloss sich eine Reihe Freelancer, Web Consultants und Blogger zusammen und gründete „The Hat Factory“ und „Citizen Space“ [1], um einen permanenten, aber flexiblen Versammlungs- und Arbeitsort zu besitzen.
Das sehr amerikanisch anmutende Phänomen hat weitreichende europäische Wurzeln: In den Wiener Kaffeehäusern der 20er Jahre versammelten sich routinemäßig Künstler und Intellektuelle, um sich auszutauschen, zu arbeiten und daheim Heizkosten zu sparen. So manches berühmte Buch wurde wohl zum Großteil an einem Kaffeehaustisch geschrieben und auch heute noch ist für jeden Webworker das WLAN-Café an der nächsten Ecke der erste Anlaufpunkt, wenn das Homeoffice gerade nicht greifbar ist.
Einen anderen Vorfahren – besonders der deutschen Coworking Spaces – findet man in den 80er Jahren in Form der „Hacking Spaces“, Zusammenschlüsse von Hackern und Bastlern, die sich gemeinsame autonome Plattformen zum Austausch und zur Kollaboration schufen.
Coworking ist also ein Stück Wiener Kaffeehaus, ein bisschen „digital lifestyle“, etwas postmaterialistische Individualkultur, Outsourcing von Arbeitskraft, gemischt mit dem Preismodell eines Fitnessstudios – das Ganze als vernetztes, globales grass-roots-Phänomen [2].
Christoph Fahle



![Konferenz für Gescheiterte, Dropbox und zu viel Pizza [Tagebuch]](http://t3n.de/uploads/t3n-news-post-424320_2012-11-01-18.01.101-e1351988869367_medium.jpg)





von Die Arbeitswelt der Zukunft: Das Büro i… 21.09.2010 (09:15Uhr) 1.
[...] Antworten auf diese Fragen liefert unser Artikel aus t3n Magazin Nr. 20. Ihn findet ihr jetzt kostenlos in unserem Heftarchiv. Zudem kannst du t3n Nr. 20 versandkostenfrei in unserem Shop bestellen. Ads_BA_AD('CAD2'); Foto: [...]
von RalfLippold 21.09.2010 (13:07Uhr) 2.
Self-HUB war schon 2008 soweit, http://il.youtube.com/watch?v=UQBEUI7x358&feature=related (@FraukeGo bei Twitter).
Ich habe das Konzept von Collaboration während meiner Zeit bei BMW in Leipzig, http://bmw-werk-leipzig.de, kennengelernt. Bereits 2001 wurde das Konzept des offenen Büros Architekturentwurf von Zaha Hadid umgesetzt.
Manchmal reicht es ein wenig weiter in den Norden Europas zu schauen, dort macht seit 20 Jahren eine Hochschule das CoWorking zum Programm ihrer Ausbildung: Team Academy.
>> http://leanthinkers.blogspot.com/2010/07/teamacademy-entrepreneurial-incubator.html
Was macht einen CoX-Space wirklich aus? Was habt Ihr praktisch erlebt und umgesetzt in diesem Kontext?
von Die Arbeitswelt der Zukunft: Das Büro i… 28.09.2010 (13:20Uhr) 3.
[...] September 28, 2010 von Stefan63 Hinterlasse einen Kommentar Coworking ist also ein Stück Wiener Kaffeehaus, ein bisschen „digital lifestyle“, etwas postmaterialistische Individualkultur, Outsourcing von Arbeitskraft, gemischt mit dem Preismodell eines Fitnessstudios – das Ganze als vernetztes, globales grass-roots-Phänomen [2]. via t3n.de [...]
von Convofy – Neues „Facebook für Unter… 22.03.2011 (12:25Uhr) 4.
[...] haben sich im Arbeitsalltag als nützliche Helfer erwiesen, so sie denn punktuell und gezielt eingesetzt werden. Ein mit Tools [...]
von [DE] Die Arbeitswelt der Zukunft: Das B… 26.11.2012 (12:07Uhr) 5.
[...] [DE] Die Arbeitswelt der Zukunft: Das Büro ist tot. (t3n) » Von "Coworking Spaces" und e-Places Posted on September 28, 2010 by StefanP. Coworking ist also ein Stück Wiener Kaffeehaus, ein bisschen „digital lifestyle“, etwas postmaterialistische Individualkultur, Outsourcing von Arbeitskraft, gemischt mit dem Preismodell eines Fitnessstudios – das Ganze als vernetztes, globales grass-roots-Phänomen [2]. via t3n.de [...]