von t3n Redaktion,
online veröffentlicht am 29.02.2008
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W3C aktuell

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t3n Magazin Nr. 11

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Ungeduldig warten Entwickler und Designer auf den Nachfolger von HTML 4 – da hilft es nicht viel, dass ein Entwurf jetzt zeigt, was in einem Jahrzehnt oder später zum Standard wird. Vielleicht wissen wir dann zumindest, ob Tim Berners-Lee mit seiner Vermutung richtig liegt, dass die Zukunft dem Semantischen Web gehört. Das W3C hat jedenfalls einen neuen Standard dafür vorgestellt.

HTML 5

Bis 5 im Praxiseinsatz ist, werden wohl noch viele Jahre vergehen. Die offizielle Planung geht von einem Zeitraum von 10 bis 15 Jahren aus; allerdings soll HTML 5 dann schon vollständig implementiert sein. Gut zehn Jahre nach HTML 4 gibt es jetzt immerhin einen ersten Entwurf [1]. Mit dem Nachfolger soll das Veröffentlichen von „Rich Content“ erleichtert werden. Dazu gehören Schnittstellen für das Zeichnen zweidimensionaler Grafiken und eine bessere Einbettung von Audio- und Videodateien. Speziell dafür kommen die neuen Tags <audio> und <video>, auch <embed> soll endlich offizieller Bestandteil der Spezifikation werden.

Außerdem stellt HTML zahlreiche Tags für eine bessere Strukturierung von Dokumenten zur Verfügung. Mit <nav>, <header>, <article>, <section> und <footer> fließen die gebräuchlichsten Blockkennzeichnungen in die Sprache mit ein. Viele der bereits als „deprecated“ gekennzeichneten Tags fallen endgültig weg, darunter die Attribute <big>, <center>, <u> und <strike>. Der <font>-Tag bleibt künftig den WYSIWYG-Editoren vorbehalten.

Der Entwurf basiert zum großen Teil auf den Grundlagen der Arbeitsgruppe WHATWG [2] und entsteht unter Mitarbeit von Unternehmen wie AOL, Apple, Google, IBM, Microsoft, Mozilla, Nokia und Opera.

SPARQL

Am 15. Januar hat das W3C die Anfragesprache SPARQL [3] als Recommendation veröffentlicht. Der „funkelnde“ Schlüsselstandard dient dem Zugriff auf RDF-Daten im Semantischen Web. Da die Sprache die Formulierung komplexer Ziele zulässt, sollen sich damit auch unbekannte Datenquellen ohne Berücksichtigung der zugrunde liegenden Techniken und Formate ansprechen lassen. Dies ist ideal, um zum Beispiel auf die rasch anwachsenden Datenmengen der vielen Web-2.0-Anwendungen zuzugreifen. Anwender sollen sich so besser auf die wirklichen Inhalte konzentrieren können. Schon heute gibt es rund 15 Implementierungen für SPARQL, viele davon sind Open Source.

In der offiziellen Presseerklärung des W3C [4] betonte Direktor Tim Berners-Lee die Bedeutung der Sprache. Zu versuchen, das semantische Web ohne SPARQL zu nutzen, sei vergleichbar mit der Nutzung relationaler Datenbanken ohne SQL.

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Links und Literatur

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