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Analyse

Paydirekt gewinnt Otto als großen Kunden – und zahlt dafür einen hohen Preis

    Paydirekt gewinnt Otto als großen Kunden – und zahlt dafür einen hohen Preis
Paydirekt: So macht die Kreditwirtschaft den Händlern das Bezahlverfahren schmackhaft. (Bild: Maxx-Studio / Shutterstock)

Paydirekt, der Bezahldienst der deutschen Banken, hat mit Otto ein Schwergewicht im deutschen E-Commerce gewonnen. Doch der Konzern lässt sich für die Einführung fürstlich entlohnen.

Dieses Angebot hätte wohl niemand ausgeschlagen: Kunden beim E-Commerce-Riesen Otto können demnächst auch mit dem von der deutschen Kreditwirtschaft betriebenen Zahlungsdienst Paydirekt bezahlen. Was nach einer Erfolgsnachricht für den Bezahldienstleister klingt, ist allerdings teuer erkauft. Wie die Süddeutsche Zeitung meldet, hat das Unternehmen die Otto-Gruppe mit zehn Millionen Euro IT-Zuschuss für die Umsetzung sowie drei Millionen Euro Werbekostenzuschuss geködert.

Zuschüsse durch Paydirekt können sich kaum rechnen

Wie sich ein solcher Deal für Paydirekt rechnerisch lohnen kann, ist unklar. Denn während Entwicklungskostenzuschüsse durchaus auch in vergleichbaren Fällen möglich sind, ist eine Unterstützung in diesem fürstlichen Umfang unüblich in der Branche. Rechnen kann sich das nur mittelbar über andere Händler und Endkunden, die auf diese Weise zur Nutzung überzeugt werden können, doch selbst dafür scheint der Betrag zu hoch.

Bereits in der Vergangenheit hatten die GIZS, die für die Institute der Sparkassen-Finanzgruppe den Betrieb und die Weiterentwicklung des neuen Online-Bezahlverfahrens koordiniert, oder einzelne teilnehmende Banken Händler mit attraktiven Werbekostenzuschüssen unterstützt, allerdings in deutlich geringerem Umfang.

Unter den rund 1.200 Händlern, die Paydirekt seit Ende 2015 gewonnen hat, sind bisher noch bei Weitem nicht alle bekannte Namen. Nur eine zweistellige Zahl an Händlern kann zu den wirklich großen gezählt werden, ansonsten unterstützen viele kleinere Händler das System. Internes Ziel seien laut SZ sieben Millionen Endkunden bis Ende 2017 – aktuell sind es gerade einmal 1,2 Millionen. Und einige Banken denken laut einem Medienbericht inzwischen darüber nach, quasi als „Service“ ein Paydirekt-Konto bei Eröffnung eines Girokontos mitzueröffnen.

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Paydirekt vermeidet Vergleich in den Nutzerzahlen

Das ist im Prinzip ein kluger Schachzug, den auch die meisten Kunden akzeptieren dürften, auch wenn sie den Paydirekt-Zugang dann möglicherweise gar nicht nutzen wollen. Nur werden dadurch die Kundenzahlen weiter verwässert und nicht glaubhafter. Denn Paydirekt scheut aktuell noch den Vergleich mit Mitbewerbern und weigert sich auch auf Nachfrage, Zahlen zu Transaktionen und Umsätzen bekanntzugeben. Auch Zahlen zur Intensität der Nutzung, also wie viele Kunden mehr als nur Gelegenheitsnutzer sind, erhielten wir nicht.

Alles in allem bleibt Paydirekt dennoch ein System, das aufgrund der Bindung ans eigene Girokonto durchaus einen Vertrauensvorschuss bei den Kunden genießen könnte. Einziger Schönheitsfehler bleibt, dass die deutsche Kreditwirtschaft damit erst vor zwei Jahren gestartet ist (eine Sprecherin benennt den eigentlichen Start, als alle großen Banken und Sparkassen mit im Boot waren, sogar noch später). Alle halbwegs E-Commerce-affinen Nutzer dürften zu dem Zeitpunkt aber schon bei Paypal, Amazon Pay und anderen einen Zugang gehabt haben und so nur wenig Grund für die Nutzung von Paydirekt haben.

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Eine Reaktion
Sebos
Sebos

Wo-ho ... all-in seitens paydirekt, hm?

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