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Geld vom Schwarm: 10 Tipps für eine erfolgreiche Crowdfunding-Kampagne

    Geld vom Schwarm: 10 Tipps für eine erfolgreiche Crowdfunding-Kampagne

Geld vom Schwarm. (Foto: nonkonformist / Photocase)

Crowdfunding erfreut sich auch im deutschsprachigen Raum immer größerer Beliebtheit. Viele sehen darin eine Chance, ihre Ideen oder Produkte möglichst unbürokratisch zu finanzieren. Dass das Crowdfunding gut vorbereitet sein will, bestätigen fast alle, die dabei erfolgreich waren. Die zehn wichtigsten Tipps für Crowdfunding-Kampagnen.

„Ich möchte einen Dokumentarfilm drehen und brauche dafür eure Unterstützung!“ Solche und ähnliche Aufrufe liest man in letzter Zeit immer häufiger in den News-Streams diverser Sozialer Netzwerke. Dahinter steckt meistens Crowdfunding, eine innovative Form der Projektfinanzierung, bei der viele Menschen gemeinsam eine Idee oder ein Produkt finanziell unterstützen.

Vor einigen Monaten sorgte in Deutschland vor allem die Crowdfunding-Kampagne der Krautreporter für Aufsehen. Innerhalb von dreißig Tagen sollten 15.000 Abonnenten den Start des neuen Online-Magazins ermöglichen. Mit Erfolg: Über 16.500 Menschen abonnierten und bescherten damit dem ambitionierten Team knapp eine Million Euro. Mit dem Geld wollen die Krautreporter im Herbst dieses Jahres die erste Online-Ausgabe launchen und das Projekt im kommenden Jahr aufbauen und etablieren.

Crowdfunding oder -investing?

Doch Crowdfunding ist nicht immer gleich Crowdfunding: Die Krautreporter sammelten das Geld im Vorverkauf ein, verfolgten also das so genannte „reward-based“ Crowdfunding. Das Team von Protonet entschied sich zur Finanzierung ihres Cloud-Servers Version 2 namens „Maya“ für das „equity-based“ Crowdfunding, auch als Crowdinvesting bekannt.

Der Unterschied: Beim reward-based Crowdfunding, das etwa auf Kickstarter, Indiegogo, Visionbakery oder Startnext möglich ist, erhalten die Unterstützer je nach Höhe ihres Beitrags eine ideele oder materielle Gegenleistung. Das kann wie bei Krautreporter der Zugang zum Online-Magazin sein oder das fertige Produkt – etwa eine DVD, wie es beim Film-Crowdfunding gängig ist.

Beim Crowdinvesting beteiligen sich die Unterstützer am finanziellen Erfolg des Unternehmens und gehen dabei oft ein größeres Risiko ein. Einerseits, weil sie höhere Summen zuschießen, andererseits aufgrund der Investmentform, im Falle von Protonet beispielsweise ein partiarisches Nachrangdarlehen. Der Crowdinvestor verliert dabei im schlimmsten Fall sein Investment.

Crowdfunding oder Crowdinvesting? Das Hamburger Startup Protonet entschied sich für eine Risikobeteiligung seiner Unterstützer und erreichte innerhalb weniger Stunden einen Großteil der angepeilten Summe.
Crowdfunding oder Crowdinvesting? Das Hamburger Startup Protonet entschied sich für eine Risikobeteiligung seiner Unterstützer und erreichte innerhalb weniger Stunden einen Großteil der angepeilten Summe.

Für welche Variante sich ein Projekt-Inhaber auch entscheidet, er sollte sein Crowdfunding-Projekt gut vorbereiten: Immerhin muss er in einem festgelegten Zeitraum möglichst viele Menschen für seine Sache gewinnen, um das Finanzierungsziel zu erreichen und die Investition tatsächlich zu bekommen. Die folgenden zehn Tipps helfen, eine Crowdfunding-Aktion optimal vorzubereiten.

Tipp 1: Die Community

Eine Crowdfunding-Kampagne funktioniert selten ohne eigene Community. Daher empfiehlt es sich, möglichst lange vor dem Crowdfunding mit dem Aufbau einer Fan-Gemeinde zu beginnen und die potenziellen Unterstützer über soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter oder Google+, aber auch in Blogs, über E-Mails oder im persönlichen Gespräch über das Projekt zu informieren. Wichtig dabei: Projektinhaber sollten ihre Community nicht mit Marketing-Blabla verstören, sondern sie am Prozess beteiligen und in das Projekt mit einbeziehen.

Aus diesem Grund gründeten zum Beispiel die Initiatoren der Mitmach-Uni für Erwachsene „ununi.tv“ schon Monate vor dem Start ihrer Crowdfunding-Kampagne eine geschlossene Google+-Community. Dort informierten sie ihre Freunde und Mitstreiter über die Finanzierungsaktion und bezogen sie in den Weiterentwicklungsprozess mit ein. Zum Start der Crowdfunding-Aktion war die Community so bereits eingeweiht. Sie verbreitete den Aufruf zur Unterstützung in ihren Netzwerken und verhalf so dem Projekt letztlich zum Erfolg.

Tipp 2: Das Zeit-Management

Bevor man eine Crowdfunding-Kampagne startet, sollte man sich ausgiebig mit dieser jungen Finanzierungsform beschäftigen. Dazu zählt etwa, dass man zumindest eine Kampagne selbst unterstützt hat und man die unterschiedlichen Arten von Crowdfunding kennt.

Außerdem sollten Projekt-Inhaber sich für die Dauer der Kampagne genügend Zeit reservieren und den Aufwand dafür nicht unterschätzen. Viele Crowdfunder sprechen von einem 24/7-Job, da sie E-Mails an potenzielle Unterstützer sowie Updates auf Facebook, Twitter und Co schreiben, Telefonate führen und Team-Mitglieder koordinieren müssen. Um ein Gefühl für Crowdfunding zu bekommen, hilft es auch, sich mit anderen Crowdfundern auszutauschen und ihnen Fragen zu stellen, entweder bei Branchenevents oder in diversen Facebook-Gruppen.

Tipp 3: Der Budgetplan

Immer wieder kommt es vor, dass sich Projektinhaber verrechnen und nach dem Crowdfunding enttäuscht oder sogar überrascht sind, dass ihnen nach Abzug aller Ausgaben nicht der Betrag zur Verfügung steht, den sie eigentlich anvisiert hatten.

Hier eine einfache Regel für ein Crowdfunding-Ende ohne Schrecken: Auf den gewünschten Betrag kommen eventuelle Produktionskosten für die Prämien, die Kosten für den Prämien-Versand, die Plattform-Provisionen und Payment-Gebühren sowie etwaige Kosten für externe Dienstleister (Grafik, PR und ähnliches). Außerdem müssen Projektinhaber die Einnahmen versteuern.

Tipp 4: Die Kommunikationsstrategie

Wer vorher alle wesentlichen Kommunikationsmaßnahmen seiner Crowdfunding-Kampagne plant, spart sich viel Zeit und jede Menge Stress. Bereits im Vorfeld sollten Projektteams Multiplikatoren – wie Journalisten oder Branchen-Experten – und Influencer im privaten Umfeld recherchieren und ansprechen. Außerdem kann das Projekt-Team Blog-Beiträge, E-Mails oder Pressemeldungen vorbereiten, um sich nach dem Start der Crowdfunding-Aktion auf andere Dinge konzentrieren zu können. Empfehlenswert ist, einen Redaktionsplan zu erstellen, der die Meilensteine der Kommunikation enthält.

Das Team hinter dem stylischen Wasserfilter Soma zeigt, dass erfolgreiches Crowdfunding eine extrem gute Vorbereitung braucht und die Hinzuschaltung eines externen Kommunikationsberaters Sinn macht.
Das Team hinter dem stylischen Wasserfilter Soma zeigt, dass erfolgreiches Crowdfunding eine extrem gute Vorbereitung braucht und die Hinzuschaltung eines externen Kommunikationsberaters Sinn macht.

Wie eine erfolgreiche Kommunikationsstrategie aussehen kann, zeigte der US-Autor und Unternehmer Tim Ferriss. Ferriss ist in der Internetszene unter anderen durch sein Buch „The 4-Hour-Workweek“ bekannt. Als Berater begleitet er unter anderem Startups – und im Falle von Soma auch Crowdfunding-Projekte. Der stylische Wasserfilter erreichte auf Kickstarter das Ziel von 100.000 Dollar innerhalb von nur zehn Tagen.

Ferriss erklärt in seinem Blogpost „Hacking Kickstarter: How to Raise $100,000 in 10 Days“ Schritt für Schritt, wie sie dieses Ziel erreicht haben. Unter anderem hat das Team mit einer extrem elaborierten Medienliste gearbeitet, die Journalisten und Multiplikatoren listete und kategorisierte. Unter all diesen Kontakten haben sie die Top-Influencer für ihr Vorhaben identifiziert und im Vorfeld angesprochen. So erzeugte das Team bereits zu Beginn der Kampagne einen erheblichen Buzz.

Links und Literatur

  1. Die Krautreporter
  2. Infografik
  3. SOMA
  4. Tim Ferriss
  5. Son of Nor
  6. In-Ear-Kopfhörer The Dash
  7. Klimakontrollsystem Tado
  8. Thunderclap.it
  9. M3D 3D-Drucker
  10. The Bianca Story

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2 Reaktionen
iCrowd
iCrowd

Super Artikel! =)

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gumpelmaier
gumpelmaier

Vielen Dank!

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