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Die Brücke zwischen Offline und Online: So zahlen sich QR-Codes aus

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t3n Magazin Nr. 30

12/2012 - 02/2013

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Egal ob als Werbetreibender, Webschaffender oder einfach nur als Konsument – Quick-Response-Codes sind inzwischen alltäglich geworden: In Zeitungsanzeigen und auf Plakatwänden, in Maisfelder gefräst und selbst auf Grabsteine gemeißelt buhlen die kleinen Matrizen mit dem schnellen Datenlink um Aufmerksamkeit. Dabei lassen sich die Codes optimal nutzen, um Offline- und Onlinewelt zu verbinden.

Die Brücke zwischen Offline und Online: So zahlen sich QR-Codes aus

Ein Quadrat mit kleinen Kästchen, innerhalb von wenigen Sekunden mit jedem Smartphone einscannbar, das den Nutzer sofort auf eine spezielle Webseite führt: Quick-Response- oder schlicht QR-Codes ermöglichen eine schnelle Verbindung zwischen offline und online. Die passenden Scan-Apps gibt es meistens kostenlos zum Downloaden.

Japanischen Ursprungs

Ihren Ursprung haben die kleinen Kästchen in der japanischen Logistikbranche: Anfang der 1990er Jahre wurden im Automobilkonzern Toyota damit einzelne Komponenten gekennzeichnet, die sich so schneller ordnen und erfassen ließen. Der Code besteht aus einer Matrize, in der kleine weiße und schwarze Quadrate Daten binär darstellen. Das Design ist international standardisiert, lizenz- und kostenfrei und bietet weitaus mehr Möglichkeiten, Informationen zu sortieren, als es die herkömmlichen Strichcodes könnten. Häufig werden damit inzwischen URLs zu Websites gespeichert: Ein Scan, und schon verbindet sich das Smartphone mit der hinterlegten Seite. Schneller geht es kaum.

Durch die einfache Handhabung sind QR-Codes inzwischen in vielen verschiedensten Bereichen angekommen: von der Werbung bis hin zur Street-Art in Form kleiner Aufkleber. Doch was genau gilt es beim Einsatz von QR-Codes zu beachten und wie verwendet man sie besonders clever?

QR-Codes im öffentlichen Raum

In jeder Stadt kommt man inzwischen an Werbeplakaten vorbei, die QR-Codes benutzen. Wie ein i-Tüpfelchen prangen die Matrizen auf den Botschaften. Damit sich die Benutzung überhaupt lohnt, müssen einige wichtige Dinge eingehalten werden: Der Code auf dem Plakat muss schnell scannbar sein. Dabei sind Größe und Auflösung entscheidend. Eine Faustregel gibt es hier zwar nicht, aber ein mit Kantenlänge von etwa 2,5 cm lässt sich aus maximal 30 cm Abstand einscannen. Soll der Code aber auch aus zehn Meter Entfernung funktionieren, muss er schon etwa eine Kantenlänge vom 50 cm aufweisen. Dabei wird die Lesbarkeit des Codes von der Länge der URL beeinflusst, die im Code steckt. Je kürzer die URL, desto weniger Informationen sind im Code verschlüsselt und desto besser kann der Code gescannt werden. Die Nutzung von URL-Shortenern ist hier empfehlenswert.

Die meisten Interessierten werden den QR-Code im Vorbeilaufen scannen und haben weder Zeit noch Lust, sich lange damit aufzuhalten. Sowohl der Vorgang des Scans als auch der direkt folgende Aufruf der hinterlegten Webseite muss also blitzschnell erfolgen, sonst droht die Gefahr, dass der User abgelenkt wird oder die Lust am Surfen verliert. Wenige andere Punkte wirken sich schlimmer auf die User-Experience aus als eine langsame Webseite. Nutzer werden auch nicht minutenlang einen QR-Code anschauen oder sich lange mit dem Ausfüllen von Formularen oder Shoppen aufhalten. Webseiten, auf die ein QR-Code hinweist, sollten den Besucher deshalb mit einfachen Dingen konfrontieren, der bloße Besuch sollte das Ziel sein. Komplizierte und langwierige Prozesse, Log-ins oder Ähnliches machen via QR-Code wenig Sinn und sorgen eher dafür, dass Nutzer den Besuch sofort abbrechen.

Der Zweck und verbundene Mehrwert eines QR-Codes ist also einfach zu beschreiben: Der Passant soll den Code auf einer Plakatwand scannen, um so auf eine Webseite weitergeleitet zu werden. Mehrwert bedeutet bei dieser Abfolge schlicht, dass der Nutzer die gewünschte Info und der Websitebetreiber Traffic erhält. Der Prozess ist einfach und überschaubar.

Neben der Nutzung der Codes in Verbindung mit öffentlicher Werbung werden die kleinen Matrizen auch in den Bereichen von Service, Dienstleistung, Handel oder Kultur verwendet. Schöne Beispiele gibt es zunehmend. In Japan kennzeichnen öffentliche Behörden zahlreiche Akten oder Dokumente. Airlines wie die Lufthansa ermöglichen Check-Ins über QR-Codes, die sich auch beispielsweise mit Apples Passbook nutzen lassen. Tourismusbüros platzieren Codes mit Links zu Informationen bei Sehenswürdigkeiten. Anbieter wie Nubon.com bieten digitale Kassenbons mit QR-Codes an. Plattenfirmen drucken QR-Codes mit Links zu exklusiven Downloads.

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10 Antworten
  1. von Heike Scholz am 18.04.2013 (09:49Uhr)

    "Wenn beispielsweise ein Online-Katalog in einer Printanzeige beworben wird, sollte der User über den Code natürlich auf genau diese Katalog-Seite und nicht die Homepage gelangen. Egal, ob mobil optimiert oder nicht. "

    Ich muss hier widersprechen. Es ist auf keinen Fall egal, ob der QR Code auf eine mobil optimierte Seite verweist oder nicht. Wir sehen derzeit so viele QR Codes, die offensichtlich ohne viel Nachzudenken irgendwo hin gepappt werden und schlicht auf die nicht mobile optimierte Startseite des Anbieters linken. Das ist Murks und zwar ganz großer. Wenn man das kleine Budget für eine gute User Experience nicht investieren will, dann sollte man ganz die Finger von den QR Codes lassen. Auch wenn manche immer noch glauben, die QR Codes wären neu, innovativ oder sonst etwas in der Richtung.

  2. von Michael Holdcroft am 18.04.2013 (10:29Uhr)

    Ich stimme voll und ganz zu @Heike. Dazu kommt noch wo QR-Codes angeboten sind. Zu meist an Stellen wo es keine Möglichkeit gibt sie zu scannen, z.b. eine belebte Verkehrskreuzung ohne Publikumsverkehr. Man sieht sie im vorbeifahren und schwups, ist sie weg :-). Das gibt es bei uns tatsächlich ....

  3. von Michael Holdcroft am 18.04.2013 (10:31Uhr)

    Ich habe vergessen: Wohin ein Code führt oder wofür ein Code eigentlich ist, wird nicht genannt. Somit sind sie meist nutzlos,

  4. von NW am 18.04.2013 (13:10Uhr)

    Ich muss Heike da absolut zustimmen, ein QR-Code auf eine Webseite die nicht mobil optimiert ist, das ist ein No-Go. Mehr davon in meinem eBook auf http://www.scanity.mobi/

  5. von Thomas Ströhr am 18.04.2013 (13:16Uhr)

    Schöner Artikel, ich kann mich aber Heike hier im Kommentar nur anschließen. Ich finde es ist durchaus wichtig das der User "lernt" das ein QR Code auch einen Mehrwert bietet. Und scanne ich einen der zahlreich existierenden Codes in heutiger Werbung lande ich zu 85% auf einer nicht optimierten Seite die mein smartphone Browser total überfordert. Folge: Sehr hohe Exit Rate und ein unzufiredener Anwender der wenn er mehrfach durch QR Codes enttäuscht wurde diese in Zukunft vielleicht garnicht mehr scannt.

    Wir verwenden aktuell mehrere Dienste um QR Codes auch sinnig zu nutzen und zu tracken. Aktuell präferiere ich eine Mischung aus http://etracker.com oder http://ucardo.com

    Letzteres vermehrt da wir einfach keinen Stress mehr haben und trotz Kurz URL getrackt werden kann.

    Ich hoffe das dieser "Missbrauch" von QR Codes im Marketing mal aufhört denn das zerstört unterm Strich nur den Nutzen der Codes.

  6. von Manuel Eckardt am 18.04.2013 (17:27Uhr)

    @Heike ich teile deine Meinung sowohl über die bessere Nutzbarkeit einer mobil optimierten Zielseite, als auch über die Sinnlosigkeit der Startseiten-Verlinkungen.
    Bei den "kleinen Kosten" für mobile Websites habe ich eine andere Meinung und Erfahrung. Deshalb empfehle ich:

    "Mobil optimierte Landingpages sind häufig besser nutzbar, die mobile Landingpage kostet aber auch mehr Geld. Der erste Schritt sollte dabei die QR-Code-Nutzung sein, der zweite die Optimierung der Landingpage."

    Ganz die Finger von QR Codes zu lassen, nur weil man noch keine mobilen Landingpages hat halte ich für zu radikal. Eine gut programmierte Website ist normalerweise auch auf Smartphones nutzbar, wichtig ist auf eine wirklich relevante, informative Seite zu linken.

  7. von Bookmarks von heute - andere ansicht // am 20.04.2013 (23:58Uhr)

    [...] Die Brücke zwischen Offline und Online: So zahlen sich QR-Codes aus von der Werbung bis hin zur Street-Art in Form kleiner Aufkleber. Doch was genau gilt es beim Einsatz von QR-Codes zu beachten und wie verwendet man sie besonders clever? Netz blog [...]

  8. von Sharif Thib am 24.04.2013 (09:50Uhr)

    Völlig bei @Heike - nicht nur berufsbedingt als Anbieter mobiler Websites. Eine nicht optimierte Seite ist ein Graus und sorgt doch gerade für die immer wieder beklagte Ernüchterung der Endverbraucher, was QR-Codes angeht. Wir Marketingtreibenden müssen mit vernünftigem Content, der in funktionierender ansprechender Weise angeboten wird, den Nutzer überzeugen. Und dazu gehört bei QR-Codes die mobil optimierte Landingpage/Website.

    Übrigens kann das Überzeugen auch schon bei einem ansprechend gestalteten QR-Code an, der Lust auf Scannen macht, anfangen.

    Dass mobile Websites nicht die Welt kosten, beweisen wir von Poccy übrigens jeden Tag für unsere Kunden: Vom Arzt über das Hotel bis zur Zoohandlung.

  9. von QR-Code – Genial oder überflüssig?… am 09.05.2013 (08:04Uhr)

    [...] jetzt mit QR-Codes | Stand: 8.5.2013 [4] Neue Studien zur QR-Code Nutzung | Stand: 8.5.2013 [5] Die Brücke zwischen Offline und Online: So zahlen sich QR-Codes aus | Stand: 8.5.2013 [6] QR-Codes bleiben wohl immer in den Kinderschuhen. | Stand: 8.5.2013 [7] [...]

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