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Couch Commerce: Das perfekte Shoppingerlebnis im Online-Shop

Aus dem
t3n Magazin Nr. 30

12/2012 - 02/2013

erobern zunehmend das Wohnzimmer. Im selben Zuge verändern die flachen Geräte das Online-Shopping fundamental. Bequem, schnell und entspannt können Kunden vom Sofa aus digital einkaufen. Doch wie muss Couch-Commerce gestaltet werden, damit es auch zum Erfolg führt?

Couch Commerce: Das perfekte Shoppingerlebnis im Online-Shop

Die Zahlen sprechen für sich: Kaum ein Hardware-Markt wächst derzeit schneller als der Tablet-Markt. Mit dem iPad liegt Apple laut den Marktforschern von Pew [1] mit einem weltweiten Anteil von rund 52 Prozent derzeit noch knapp vor seinen Rivalen. Der restliche Marktanteil wird hauptsächlich von Android-Tablets in Anspruch genommen. Mit Microsoft und Windows 8 trat Ende Oktober zudem ein dritte Plattform auf die Tablet-Bühne, deren Marktpotenzial momentan noch schwer abzuschätzen ist.

Dabei werden Tablets in den meisten Analysen dem mobilen Traffic zugeordnet. Doch das ist falsch: Während Smartphones zu etwa 80 Prozent mobil und situativ zum Einsatz kommen, verhält es sich bei Tablets genau umgekehrt. Die typische Tablet-Nutzung ist stationär zu Hause. Die Nutzer holen sich das Internet gewissermaßen auf den „Schoss“ oder auf den Couchtisch, anstatt von unterwegs aus zu surfen. Informationen werden durch Tablets bequem zugänglich. Dass Tablets keine mobilen Geräte sind, zeigt auch, dass lediglich circa ein Drittel überhaupt mit einer Mobilfunkschnittstelle ausgestattet sind. Die typische Nutzung ist via WLAN, gemütlich auf dem Sofa, im Café oder in einem Meeting.

Ein entspannter Nutzer – beste Voraussetzungen für Shopbetreiber

Nutzer greifen häufig in so genannten Lean-Back-Situationen auf ihre Tablets zurück. Ein Austausch über Inhalte ist leicht möglich, das Tablet lässt sich ohne weiteres herumreichen. Vorkenntnisse sind kaum nötig, es ist intuitiv und einfach zu bedienen. Peripheriegeräte wie Maus und Tastatur entfallen komplett. Kurzum: Der Nutzer ist entspannt.

Shopbetreiber sollten sich diese Situation zu nutzen machen. Auf der Couch wird der potenzielle Käufer gerne inspiriert. Er liebt es, sich Sortimente anzuschauen, ähnlich wie beim Schaufensterbummel oder dem Flanieren durch Warenhäuser und Einkaufszentren. Kunden suchen Anregung oder lassen sich gerne verleiten, auch wenn seine ursprüngliche Intention eigentlich ein Zielkauf war.

Für Tablets optimierte Shops müssen daher unkompliziert sein. Gerade hier besteht die Gefahr, die volle Komplexität eines Browsershops auf das Tablet zu migrieren oder gar eins zu eins abzubilden. Auch bei Mobile-First gilt: Entwickler müssen Smartphone-Apps konzeptionell sehr stark anpassen, um nur die wirklich wichtigen Funktionen adäquat auf den kleinen Bildschirmen unterzubringen. Auch bei der Portierung auf Tablets gilt es, einige Besonderheiten zu beachten.

Ganz wichtig ist der Umstand, dass der Nutzer sich in einer anderen Situation befindet, eine andere Absicht hat, als wenn er die Website mit seinem Smartphone besucht. Tablet-Shops sollten eher verführen und den Kunden umwerben, mit tollen großflächigen Produktdarstellungen Emotionen transportieren, Navigationen mit aussagekräftigen Icons ausstatten oder mit Bildsprache durch das Sortiment führen.

Lange Texte und Texteingaben sind nach Möglichkeit zu vermeiden. Der Nutzer – also der potenzielle Kunde – entscheidet, was und wie er sich Produkte anschauen möchte – nicht der Anbieter.

Der Lustkauf bringt grössere Warenkörbe

Dass sich Emotionen und die Verführung des Kunden auf dem Tablet durchaus lohnen, zeigt ein Blick auf wichtige Kennzahlen im E-Commerce: Zeigt die Conversion-Rate auf Tablets wenig Abweichung im Vergleich zum Browser-Shopping, kaufen Konsumenten auf den handlichen Tablets jedoch deutlich mehr ein. Sie scheinen sich mehr Zeit zu nehmen und ergänzen den Zielkauf mit Zusatzkäufen oder lassen sich ganz einfach inspirieren – auch ohne explizite Kaufabsicht. , die sich mit diesen speziellen Herausforderungen auseinandersetzen und die Nutzungssituation von Tablets berücksichtigen, dürften zunehmend profitieren. Wer auf dem Tablet nur einen weiteren Bildschirm zur Darstellung sieht, der vergibt hingegen Potenziale.

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