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Die virtuellen Stars: Diese deutschen VR-Startups solltest du kennen

    Die virtuellen Stars: Diese deutschen VR-Startups solltest du kennen

(Foto: Splash)

In den USA steckt hinter der Virtual-Reality-Branche mittlerweile eine milliardenschwere Industrie. In Deutschland hingegen tun sich VR-Startups noch schwer.

„In fünf Jahren wird jeder zehnte Mensch in Bussen, Bahnen und Autos eine VR-Brille aufhaben.“ – Das schrieb der renommierte Wired-Kolumnist und Chef des MIT-Media-Labs Nicolas Negroponte über Virtual Reality. 1993.

Der Hype um Head-Mounted-Displays ist nicht neu - anders als in den 90ern ist die Technologie heute aber tatsächlich ausgereift: Die zwei Highend-Lösungen Oculus Rift und HTC Vive sind bereits im Frühjahr erschienen, Sony zog im Oktober mit Playstation VR nach. Alle drei Lösungen bieten ein nahezu latenzfreies Tracking des Kopfes und der Position im Raum, eine Bildwiederholungsrate von mindestens 90 Hertz, eine ausreichend hohe Auflösung der Displays sowie ein hohes Sichtfeld. In Kombination ermöglichen diese Technologien virtuelle Welten, die noch nie so glaubwürdig waren wie die heutigen.

In den USA ist mittlerweile eine ganze Virtual- und Augmented-Reality-Industrie entstanden. Weltweit sind schon im ersten Quartal 2016 1,1 Milliarden US-Dollar in entsprechende Startups investiert worden. Alleine das AR-Startup Magic Leap hat 800 Millionen US-Dollar eingefahren. Laut einer Studie von Jupiter Research wird bereits 2021 VR-Hardware im Wert von 50 Milliarden US-Dollar verkauft. Fast alle großen US-amerikanischen Technologie-Konzerne arbeiten an entsprechenden Lösungen, Hardware oder Plattformen.

Wie ist es angesichts des Mega-Trends hierzulande um Virtual-Reality-Startups bestellt? Welche technologischen Vorreiter gibt es? Und erhalten sie die nötige Unterstützung, um zu gedeihen und zu wachsen? Oder verliert Deutschland einmal mehr den Anschluss in einer der vielleicht wichtigsten Zukunftstechnologien?

Gehe, wohin du willst

Es gibt sie, die innovativen VR-Startups in Deutschland. Wie Realities: Die VR-Experience der Berliner erlaubt es, auf Knopfdruck an Orte zu reisen, die zu weit weg sind, um sie mal eben auf einem Wochenend-Trip zu besuchen. Um solche besuchenswerten Lokalitäten für ihre Nutzer zugänglich zu machen, rekonstruiert das Realities-Team diese Orte und Plätze mit Hilfe von Photogrammetrie. Abhängig von der Größe der Lokalität fotografiert das Team den betreffenden Ort bis zu 400 Mal und fügt die Bilder anschließend mit einer Software zusammen – in der Fachsprache „stitchen“ genannt. Das Ergebnis sind Räume, die so plastisch und lebensecht sind, dass 360-Grad-Fotos dagegen wie eine billige Imitation wirken. Aktuell ist etwa eine Gefängniszelle aus Alcatraz oder ein Sanatorium der Beelitz-Heilstätten frei begehbar. Das funktioniert insbesondere mit dem Room-Scale-Konzept der HTC Vive wunderbar, weil sich der Träger des HMDs frei im virtuellen Raum bewegen kann.

„Unsere Vision ist es, coole Orte aus der ganzen Welt mit Virtual Reality zugänglich zu machen“, erklärt Mitgründer Daniel Sproll. Weil das Team das in Zukunft nicht nur selbst machen will, weil die Idee eben schlecht skaliert, setzen Sproll und sein Mitgründer David Finsterwalder auf die Power der Crowd: In Zukunft sollen Fotografen aus der ganzen Welt auf der Plattform ihnen zugängliche Lokalitäten fotografieren und bei Realities hochladen. „Wir können nicht jeden bezahlen, der Content generiert. Wenn Youtube für jedes Video auf der Plattform extra eine professionelle Filmcrew losschicken müsste, dann wäre es nicht das, was es heute ist“, erklärt Sproll.

Daniel Sproll und David Finsterwalder bauen mit Realities an einer Plattform, die Nutzern mit Hilfe von Photogrammetrie schöne Ort auf der ganzen Welt in Virtual Reality näherbringt. Die Lokalitäten sind zum Teil so plastisch, dass man versucht ist, einzelne Gegenstände aufheben zu wollen. (Foto: Realities)

Eine Plattform ganz anderer Art baut Philipp Steuer mit seinem Startup Vire auf. Er will an der Zukunft der Werbung arbeiten, konkret heißt das: Product-Placement-Lösung für Virtual-Reality-Umgebungen. Mit der Plattform soll es für Werbekunden besonders einfach sein, Produkte in VR-Inhalten zu platzieren. Das kann beispielsweise eine Bierflasche sein, die am Rande eines Billardtischs steht. Der Clou: Während die Nutzer des VR-Headsets eine Runde Pool spielen, sehen sie die Flasche nicht nur, sie können auch mit ihr interagieren – etwa in die Hand nehmen, virtuell trinken oder sie woanders hinstellen.

„Es ist quasi native Advertising in Virtual Reality. Alles andere wie blinkende Banner wäre in VR auch wenig praktikabel, sondern nur nervig“, so Gründer Philipp Steuer. Mit den interaktiven Möglichkeiten ergeben sich neue Erfordernisse an die Erfolgsmessung: Eben nicht nur, wie viele Nutzer das Produkt sehen, sondern auch, wie lange ein Nutzer auf ein Produkt schaut oder wie lange er damit interagiert. All das lässt sich in VR-Umgebungen messen und Vire arbeitet an der entsprechenden Technologie. Momentan erweitert Steuer das aktuell vierköpfige Team und baut das Partnernetzwerk auf.

Philipp Steuer will mit seinem VR-Startup Vire Werbung neu denken: Dabei handelt es sich um Product Placement in Virtual-Reality-Umgebungen. Steuer arbeitet mit seinem Team an einer Plattform, um Werbende und Anbieter von VR-Content zusammenzubringen. (Foto: Vire)

Zugangsbarrieren senken

Am Festungsgraben, in der Nähe zur Museumsinsel und zum Berliner Dom, arbeitet Michal Ronan mit seinem Team an einer kleinen Revolution. Er will den Zugang zu Virtual-Reality-Technologien vereinfachen. In einem Gebäude, in dem sonst nur Anwaltskanzleien und Kulturvereine sitzen, entwickelt das Startup die Smartphone-App namens „Splash“. Sie ermöglicht es, mit Hilfe von nichts weiter als einem Smartphone 360-Grad-Videos aufzunehmen, sie unter anderem auf Facebook oder Youtube zu teilen und anschließend auf Wunsch mit einer Cardboard anzuschauen. Vor dem Hintergrund, das 360-Grad-Kameras heute circa 400 Euro kosten, eine besondere Herausforderung angesichts der limitierten Smartphone-Technik.

„Wir wollten die erste App in Apples App-Store sein, die es erlaubt, 360-Grad-Videos mit dem Smartphone aufzunehmen“, beschreibt Ronan das Ziel. Mit rund 150.000 Downloads erklärt Ronan die Splash-App zur Plattform mit der „vielleicht“ größten Sammlung an selbsterstelltem 360-Grad-Content. „Diese Position haben wir ohne jedes Marketing erreicht. Uns war von Anfang an wichtig, als einer der ersten zu lernen, wohin sich der 360-Grad- und VR-Markt hin bewegt“, erläutert Ronan die anfängliche Strategie des Startups. Aktuell befindet sich das Startup laut Ronan im „Stealth-Modus“, in dem an der nächsten Iteration der App entwickelt und ein „starkes“ Team an VR-Experten aufgebaut werden soll. 20 Leute beschäftigt Splash.

Luca Caracciolo
Luca Caracciolo

ist Chefredakteur des t3n-Magazins und von Virtual Reality begeistert. In seiner Kolumne „Views on VR“ (t3n.me/Views-on-VR) auf t3n.de beleuchtet er die verschiedenste Aspekte der immersiven Technologie. Folgt ihm auf Twitter unter @papierjunge.

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Metal

VR wird unser Leben noch ganz schön auf den Kopf stellen. Man sollte das mal ausprobieren. VR macht einfach riesig Spaß. Ich freue mich auf die Möglichkeiten, die da noch kommen.

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