von Peter Grosskopf,
online veröffentlicht am 29.02.2008
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DataPortability Workgroup fördert freie soziale Netzwerke: Freier Datenaustausch

Aus dem
t3n Magazin Nr. 11

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Man stelle sich vor, man wechselt den Telefonanbieter und darf dabei das Adressbuch mit den Telefonnummern seiner Freunde nicht mitnehmen. Zusätzlich besteht keine Möglichkeit mehr, seine alten Kontakte anzurufen. So ähnlich ergeht es derzeit Menschen, die von einem digitalen sozialen Netzwerk in ein anderes wechseln möchten. Die frisch gegründete DataPortability Workgroup widmet sich der Lösung dieses Problems und möchte dabei viele bereits vorhandene Standards zu einem größeren verbinden.

Mit der Entstehung des Web 2.0 hat besonders eine Kategorie von Webanwendungen Aufmerksamkeit auf sich gezogen: Social Network Sites. Diese bieten ihren Nutzern die Möglichkeit, sich gemäß ihrer persönlichen Interessen zu vernetzen, Erfahrungen auszutauschen und zu kommunizieren, alles virtuell über eine Plattform. Beispiele für populäre Angebote im Web sind Xing, StudiVZ und Facebook. Neben diesen großen Social Networks gibt es aber noch zahlreiche so genannte Special Interest Networks, die Menschen in sehr speziellen Themenbereichen näherbringen. So können Nutzer bei Dopplr sehen, welche ihrer Freunde zu welchem Zeitpunkt wo unterwegs sind. Bei wevent.org teilen Nutzer die Termine von Veranstaltungen, die sie besuchen. Das Problem bei dieser Vielfalt der Angebote liegt auf der Hand: Nutzer müssen ihre Freundschaftsbeziehungen und Stammdaten in jedem Netzwerk dem sie beitreten neu aufbauen. Auch müssen bestimmte Assets wie Bilder oder Videos, so genannte Social Objects, stets neu hochgeladen werden. Dass dieser Zustand nicht tragbar ist, wurde von der Web-Community erkannt und nun ernsthaft angegangen.

Gemeinhin gilt der Blog-Eintrag von Brad Fitzpatrick [1] als Geburtsstunde der Bewegung, da er viele der Probleme benennt und einen Weg für die Zukunft aufzeigt. Fitzpatrick sieht den „Social Graph“ des Nutzers in „ummauerten Gärten“ (Walled Gardens) gefangen. Damit meint er die großen Social Networks, die die Daten ihrer Nutzer gerne entgegennehmen, aber keinerlei Daten nach außen geben. Auch das Microformats-Wiki [2] benennt das Problem der ständigen Neueingabe von Daten. Mit Mikroformaten, einer Sammlung von Standards für semantisches HTML, lassen sich bereits grundlegende DataPortability-Dienste implementieren. So lassen sich über die Kombination aus hCard und XFN Freunde aus sozialen Netzwerken importieren, die diese Formate unterstützen, indem man die URL zu seinem Profil angibt und ein Parser die Daten der Zielseite ausliest.

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