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t3n 29

Jimdo-Gründer Springub im Portrait: „Arbeit muss Spass machen“

Spaß an der Arbeit statt Unternehmensverkauf

Ob in den USA oder Deutschland, die Eigenverantwortlichkeit der Mitarbeiter ist dem Jimdo-Gründer sehr wichtig. „Leute, die von früheren Anstellungen her klare Ansagen gewohnt sind und immer Angst haben, etwas falsch zu machen, fühlen sich meist nicht wohl bei uns“, erklärt Springub. In den USA war er überrascht davon, wie stark die amerikanischen Bewerber auf klare Ansagen und Anweisungen aus waren. Überhaupt gehörte das Einstellungsverfahren für Springub zu den größten Herausforderungen im vergangenen Jahr. „Die Anschreiben selbst sind sehr professionell und viel selbstbewusster formuliert als in Deutschland, aber es dauert, bis man die Menschen aufgrund der kulturellen Unterschiede gut einschätzen kann“, erinnert er sich schmunzelnd.

In San Francisco dürften die Hamburger mittlerweile als die „verrückten Deutschen“ gelten. Ende 2011 entschloss sich Jimdo, im technikgetriebenen Silicon Valley nach einem Investor zu suchen, um verstärkt ins Marketing zu investieren und so weltweit an die Spitze der Website-Baukastendienste zu gelangen. Sie wurden fündig, ein Investor zeigte sich bereit, eine achtstellige Summe in das Unternehmen zu investieren – damit hätte sich einiges anfangen lassen. Im Laufe des Prozesses entschieden sich die Gründer jedoch dagegen, einen Großinvestor mit ins Boot zu holen und machten die Entscheidung über ihren Blog „3 Founders“ [3] öffentlich. „Das Ziel von Investoren ist immer der Exit. Unser eigenes Ziel ist aber nicht, das große Geld zu scheffeln, sondern ein Unternehmen aufzubauen und selbst Spaß an der Arbeit zu haben“, erklärt Springub den ungewöhnlichen Schritt. „Hier im Valley denken viele: 'Wenn du verkaufst, hast du es geschafft'. Aber eigentlich ist es anders herum: Wenn du verkaufst, hast du es nicht geschafft, dein Unternehmen alleine groß zu bekommen.“

„Schmerzfrei in puncto Fehler“

„Spaß“: Dieses Wort fällt immer wieder, wenn Springub über Jimdo und die Gründe für bestimmte Entscheidungen spricht. Freude am eigenen Tun ist bei dem Gründer oberste Maxime. Und der Wunsch, auch als Unternehmer „echt“ bleiben zu können, sich nicht verbiegen zu müssen – eine Sache, die er anderen Gründern ebenfalls ans Herz legt. Viele Menschen, die nach einer Festanstellung gründen, hätten so ein bestimmtes Bild von Chefsein im Kopf und denken, sie müssten plötzlich ein anderer Mensch sein, ist seine Erfahrung. Er hält das für falsch, auch wenn er mit seiner eigenen Methode „Lernen durch Erfahrung“ oft „auf die Fresse gefallen“ sei. „Aber so habe ich bestimmte Überzeugungen mehr verinnerlicht, als wenn ich nur darüber gelesen hätte. Wir haben immer über direktes Feed-back gelernt und keine Methodiken angewandt, wie man das Beste aus seinen Mitarbeitern herauskitzelt. Ich bin mittlerweile schmerzfrei in puncto Fehler machen.“

Bei Jimdo wird im Großraumbüro gearbeitet.

„Schmerzfrei“ ist der Ex-Cuxhavener übrigens noch in einem anderen Punkt geworden: Nach dem USA-Aufenthalt hat er, wie er es von dort gewohnt war, auch in Deutschland ständig Leute auf der Straße und in Kneipen angesprochen. Und dabei gemerkt, dass die Norddeutschen gar nicht so verschlossen sind, wenn man den ersten Schritt auf sie zu macht, sondern überrascht und freudig reagieren. Die interkulturelle Weiterentwicklung hat also bestens geklappt.

Links und Literatur

  1. Jimdo über das KanBan-Modell
  2. Jimdos Weiterentwicklung des KanBan-Prinzips
  3. Blog der drei Jimdo-Gründer

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1 Reaktionen
Patzi
Patzi

Mit dem Produkt hab ich so meine Probleme (ich finde Homepagebaukästen schrecklich!) aber Respekt vor der Leistung und dem, was Springub & Partner geschaffen haben.

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