Vorheriger Artikel Nächster Artikel

Hilfe für Führungskräfte: Mit diesen Tipps wirst du ein guter Chef

Aus dem
t3n Magazin Nr. 39

03/2015 - 05/2015

Jetzt kaufen

Wo es dampft und segelt, gibt es einen, der die Sache regelt, heißt es so schön. Doch vor allem junge Führungskräfte müssen erst einmal ihren Horizont erweitern und erkennen, was man wirklich braucht, um ein guter Chef zu sein. Im Rahmen der Themenwoche Leadership findet ihr hier die wichtigsten Tipps für die entscheidenden ersten 100 Tage.

Hilfe für Führungskräfte: Mit diesen Tipps wirst du ein guter Chef

Hilfe für Führungskräfte (Foto: Georgijevic / iStock)

Wer zum ersten Mal einen Führungsjob antritt, muss meist erst einmal den Unterschied zwischen „Brücke“ und „Maschinenraum“ verstehen: Ist die Führungskraft der Kapitän auf der Brücke, so ist der Manager der Mann für den Maschinenraum. Er kümmert sich um die richtigen Tools, Methoden und Verfahrensanweisungen. Er sorgt dafür, dass alles richtig, gut und ökonomisch effizient läuft. Was ihn antreibt, ist die Frage: Wie können wir unseren Prozess verbessern?

Die meisten jungen Führungskräfte können der Versuchung nicht widerstehen, „schnell mal“ im Maschinenraum nach dem Rechten zu schauen. Nur mal kurz nach dem Projektstand fragen – und schon haben sie über zwei Stunden mit dem Team an der Präsentation für das nächste Design-Review gefeilt. Das ist aber nicht mehr die Aufgabe des Chefs.

Denn der Chef soll nicht alle Fragen selbst beantworten und alle Probleme selbst lösen, sondern sicherstellen, dass jeder Mitarbeiter weiß, was er zu tun hat, dass er auch Einblick in andere Bereiche hat, die Zusammenhänge erkennt und seine Kollegen unterstützen kann. Führen heißt, dass die richtigen Leute die richtigen Dinge zur richtigen Zeit tun. Denn Führung ist kein Selbstzweck, sondern Mittel zum Zweck: Sorgt Führung nicht dafür, dass Mitarbeiter die angestrebten Ergebnisse effektiver erreichen, ist sie überflüssig.

themenwoche_leadership_digitalisierte_welt

Konzentrieren und delegieren

Deshalb gibt es wohl auch kaum eine Tätigkeit, bei der man sich so schnell verzetteln kann wie bei der Mitarbeiterführung. Frisch gebackene Chefs müssen daher erst einmal lernen, sich auf das Wenige, wirklich Wichtige zu konzentrieren. Sie müssen Prioritäten setzen, richtig delegieren und sich selbst managen. Das heißt: Du bist jetzt dafür verantwortlich, dass dein Tag gut genutzt wird – also mache dir am Abend vorher einen Plan, welche drei bis fünf Dinge morgen passieren sollen. Plane den Tag so, dass du dir mindestens vierzig Prozent des Tages für unvorhergesehene Dinge freihältst.

Vor allem deine Fähigkeit zu delegieren wird in deinen ersten Wochen als Chef einem harten Praxistest unterzogen. Achte darauf, dass deine erste Reaktion auf Fragen und Probleme nicht ist: Ich kümmere mich darum. Vielmehr solltest du dir immer die Frage stellen: Wer kann sich darum am besten kümmern? Bringe dazu in vielen Einzelgesprächen möglichst schnell in Erfahrung, wer welche Kompetenzen hat: Wer kennt sich in welchen Prozessen gut aus? Wer möchte sich wohin entwickeln?

Die Antworten der Mitarbeiter hältst du am besten in einer kleinen Matrix fest, das erleichtert dir gerade in den ersten 100 Tagen die Arbeit erheblich. Konsequent delegieren bedeutet übrigens auch, vom Bild des Chefs als Übervater Abschied zu nehmen. Eine Führungskraft muss nicht alles Fachwissen im Detail präsent haben und jede Entscheidung alleine treffen können. Denn beschäftigen kann man sich mit Vielem – erfolgreich wird man nur sein, wenn man sich auf das wirklich Wesentliche konzentriert.

Ein guter Chef macht nicht alles selbst. Er kennt die Fähigkeiten seiner Mitarbeiter genau und kann jede Aufgabe richtig delegieren, um sich selbst auf das wirklich Wichtige zu konzentrieren. (Foto: Georgijevic / iStock)
Ein guter Chef macht nicht alles selbst. Er kennt die Fähigkeiten seiner Mitarbeiter genau und kann jede Aufgabe richtig delegieren, um sich selbst auf das wirklich Wichtige zu konzentrieren. (Foto: Georgijevic / iStock)

Sag es klar und direkt

Führung bedeutet auch, klar zu sagen, was Sache ist. Gerade in schwierigen Situationen wollen und müssen Mitarbeiter wissen, woran sie sind. Verbindlichkeit in der Beziehung entsteht durch klare Kommunikation und verbindliches Handeln und nicht durch die üblichen Appelle wie „wir sollten jetzt mal“.

Vor allem am Anfang, wenn sich Team und Chef kennenlernen, sollten junge Führungskräfte nicht im Konjunktiv sprechen, sondern ihre Meinung klar sagen. Die Aussage „Ich lege Wert darauf, direkt und persönlich miteinander zu sprechen“ verstehen Mitarbeiter nämlich viel besser als einen Satz wie: „Schön fände ich es, wenn wir uns nicht immer nur E-Mails schreiben würden“. Passivität und Appelle fördern vor allem die Phantasie des Teams – sie müssen grübeln, was wohl gemeint ist.

Deshalb bekommt dein Team mehr Lust an eigenständiger Arbeit, je klarer du deine Erwartungen und Ziele kommunizierst. Denn sind die Mitarbeiter am Anfang vielleicht noch unsicher, so erfahren sie so schnell, wohin die Reise geht. Bekommen sie rasch Antworten auf ihre Fragen, entsteht eine Arbeitsatmosphäre, in der sie nun immer mehr selbst beantworten können: Jeder kennt mit der Zeit seine Verantwortung und seinen Spielraum – und kann daher seine Aufgaben mit Spaß und Motivation bearbeiten.

Fragen spielen bei der Mitarbeiterführung jedoch eine wichtigere Rolle als Erklärungen. Sie signalisieren zum einen Interesse und machen den Mitarbeitern zum anderen auch deutlich, worauf es dir als Führungskraft ankommt. Statt einem Mitarbeiter etwas zu erklären, solltest du lieber nach dem Stand der Dinge fragen oder danach, welche Prozessverbesserungen er sieht beziehungsweise wobei er Schwierigkeiten hat und Unterstützung braucht. Anhand der Antworten erkennst du, ob der Kurs immer noch der richtige ist oder wo du eingreifen musst.

Abonniere jetzt t3n-News über WhatsApp und bleib mobil auf dem Laufenden!
t3n-News via WhatsApp!
Vorheriger Artikel Zurück zur Startseite Nächster Artikel
Deine Meinung

Bitte melde dich an!

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar schreiben zu können.

Jetzt anmelden

Alle Hefte Jetzt abonnieren – für nur 35 €

Kennst Du schon unser t3n Magazin?