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E-Commerce: So gelingt die erfolgreiche Internationalisierung

Aus dem
t3n Magazin Nr. 28

06/2012 - 08/2012

Warum sich als Onlinehändler allein auf den heimischen Markt beschränken, wenn das Internet doch alle Möglichkeiten dazu bietet, in die ganze Welt zu verkaufen? Immer mehr Shopbetreiber und E-Commerce-Verantwortliche stellen sich die Frage, ob sie ins Ausland expandieren sollen. Doch was im ersten Moment so einfach aussieht und schnelles Wachstum verspricht, ist in der konkreten Umsetzung dann doch oft schwieriger als erwartet. Nicht ohne Grund scheitern zahlreiche Onlinehändler an diesem Vorhaben, wenn sie zu vorschnell handeln und dabei wichtige Details außer Acht lassen.

E-Commerce: So gelingt die erfolgreiche Internationalisierung
Family with laptop, shopping bags and credit card. …

Die Anzahl der Onlinekäufer in Deutschland steigt mittlerweile nur noch sehr langsam – gleichzeitig gehen täglich neue Onlineshops in Betrieb. Immer mehr Anbieter müssen sich die potenziellen Käufer untereinander aufteilen. Ein Ausweg scheint die Internationalisierung des Shops zu sein. Kunden in anderen Ländern zu gewinnen, Wachstum und Umsatz zu erhöhen – das klingt vielversprechend. Allein durch die Ausdehnung auf weitere europäische Länder können Shopbetreiber eine Vielzahl von potenziellen Kunden erreichen. Das große Marktpotenzial bestätigt eine aktuelle Studie der Europäischen Kommisson, aus der hervorgeht, dass bereits 2010 neun Prozent der EU-Bürger Waren oder Dienstleistungen in einem Webshop aus einem anderen EU-Land bezogen haben.

Wie erfolgreich der Internethandel auf grenzüberschreitender Ebene funktionieren kann, zeigen schon heute insbesondere kleinere Staaten mit kultureller, sprachlicher oder geographischer Verbindung zu einem größeren Land. So haben 2010 mehr als 53 Prozent der Luxemburger Internetkäufe im Ausland getätigt – im Inland hingegen nur 25 Prozent. Ähnlich zeigt sich dieses Verhalten in Österreich, wo etwa die Hälfte aller Onlinebestellungen im EU-Ausland getätigt werden.

Ein weiterer großer Vorteil einer solchen Expansion liegt darin, dass über das Internet in der Regel auch sehr spezialisierte und exklusive Artikel im Ausland ihre Abnehmer finden und somit Nischenmärkte bedient werden. Dies ist besonders für kleine und mittelgroße Unternehmen interessant.

Reines Übersetzen reicht nicht aus

So einfach wie es auf den ersten Blick vielleicht aussehen mag, ist es allerdings nicht. Es ist bei Weitem nicht damit getan, die Inhalte schnell in die jeweilige Sprache zu übersetzen und in der Landeswährung abzurechnen. Wer im Ausland wirklich erfolgreich sein will, muss eine ganze Reihe von Aspekten beachten.

Zwingend notwendig ist es zunächst, im Zielland den Bedarf an den eigenen Produkten sowie die Kaufkraft zu analysieren. Auch die Wahl des Shopsystems sowie dessen Einsatzform hat großen Einfluss auf das weitere Vorgehen. So stellt sich beispielsweise die Frage, ob für jedes Land ein eigenständiger gelauncht werden soll oder ob ein zentrales System mit einer Sprachauswahl die bessere Lösung ist. Diese Entscheidung hat auch Einfluss auf SEO-Faktoren. Keineswegs zu missachten sind natürlich auch rechtliche Aspekte sowie das lokale Marketing und nicht zuletzt auf strategischer Ebene der Aufbau von Partnerkontakten im Zielland.

Aber selbst wenn die genannten Punkte alle berücksichtigt wurden, bedeutet dies noch keine Erfolgsgarantie. Denn Kaufabbrüche riskiert ein Onlinehändler insbesondere dann, wenn er nicht auf die länderspezifischen Unterschiede im Surf- und Kaufverhalten seiner ausländischen Kunden eingeht. Es geht dabei in erster Linie darum, das Kundenerlebnis an die kulturellen Gegebenheiten anzupassen – und dazu muss der Anbieter sein Angebot immer auch aus dem Blickwinkel seiner lokalen Interessenten betrachten. Was ist also aus Sicht des Besuchers besonders wichtig und damit maßgeblich für seine Kaufentscheidung? Welche Faktoren stärken sein Vertrauen in den Anbieter, und welche Fragen, Unsicherheiten und Zweifel können auftreten?

Lieferung in andere Länder

Es scheint eigentlich selbstverständlich, dass Shopbetreiber auch in andere Länder liefern. Tatsächlich wird auf unzähligen internationalen Shops jedoch nicht ausreichend kommuniziert, dass auch grenzüberschreitend versendet wird – natürlich sollte der Besucher dies sofort erkennen können.

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Anbieter wie lassen dem Nutzer die Wahl, eine bestimmte Region auszuwählen.
Als Grundlage ist es zu diesem Zweck empfehlenswert, über IP-Detection den Ort des Besuchers zu ermitteln. Auf Basis dessen können relevanzschaffende Inhalte wie Landessprache und -währung automatisch ausgegeben werden. Als implizites Signal hat sich zudem ein Flaggen-Piktogramm mit Umschaltfunktion bewährt, das gut sichtbar und erwartungskonform oben rechts auf der Website positioniert werden sollte. Zusätzlich behält der Nutzer mit einer solchen Funktion jederzeit die volle Kontrolle bei der Wahl von Sprache und Währung und kann somit eventuellen Fehlern bei der IP-Erkennnung selbst entgegenwirken.

Wird hingegen für verschiedene Länder ein unterschiedlicher Shop mit abweichenden Produkten und Preisen angeboten, so ist es eventuell gewollt, dass der Besucher den ausländischen Shop auswählt. Dies ist zum Beispiel dann der Fall, wenn er in diesem Shop Produkte bestellen kann, die er in seinem eigenen Land nicht erhält. Hier bietet es sich an, dezent nachzufragen, ob der Nutzer im richtigen Shop ist.

Versandkosten und Wartezeiten

Die wichtigsten Fragen vor dem Kauf bei einem ausländischen Händler drehen sich sicherlich um die Versandkosten und um die Wartezeiten. Lieferbedingungen und -kosten sollten daher keinesfalls im Infobereich oder in den FAQs versteckt werden. Nutzerfreundlicher ist es stattdessen, diese Informationen transparent auf einer gesonderten Seite aufgeschlüsselt darzustellen. Ein gut erkennbarer sowie eindeutiger Link mit der Bezeichnung „Internationaler Versand“ erleichtert die Auffindbarkeit der Seite. Gleichzeitig verrät so auch schon der Link selbst, dass der Anbieter überhaupt international versendet.

Viele Nutzer möchten sich jedoch nicht die Mühe machen, eine solche Versandtabelle zu suchen, um darin dann eigenständig die individuellen Kosten für das jeweilige Produkt und Zielland zu entschlüsseln. Deutlich komfortabler ist es, wenn diese Angaben für jeden Artikel individuell auf der jeweiligen Produktdetailseite automatisch angepasst werden. Insbesondere die zu erwartende Lieferzeit ist generell ein sehr wichtiges Kaufkriterium und sollte daher sowohl auf Detailseiten als auch im Warenkorb und im Checkout-Prozess angezeigt werden.

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5 Antworten
  1. von Michael D. Schulze via facebook am 21.11.2012 (09:22Uhr)

    Die aktuelle Ausgabe ist erneut der Hammer - 90% für mich verwertbarer Content --- das schafft sonst keiner. Dank an das motivierte Team!

  2. von Lesenswert: Berlin, PinPress, Internatio… am 21.11.2012 (10:01Uhr)

    [...] Internationalisierung E-Commerce: So gelingt die erfolgreiche Internationalisierung Warum sich als Onlinehändler allein auf den heimischen Markt beschränken, wenn das Internet doch alle Möglichkeiten dazu bietet, in die ganze Welt zu verkaufen? Immer mehr Shopbetreiber und E-Commerce-Verantwortliche stellen sich die Frage, ob sie ins Ausland expandieren soll. t3n [...]

  3. von Martin am 22.11.2012 (11:20Uhr)

    Interessanter Artikel. Sollte aber mehr in die Tiefe bzgl. Marketing usw. gehen - wie mache ich meinen Shop im Ausland bekannt? Welches Marketing usw. Dass einfach eine Übersetzung heute nicht ausreicht, dass ist selbstverständlich.

  4. von Anforderungen an Lieferoptionen im Länd… am 16.10.2013 (11:00Uhr)

    […] haben bspw. bereits im Jahr 2010 53 % der Luxemburger Internetkäufe im Ausland getätigt (Quelle: t3n). Doch auch andere Länder werden zunehmend offener für grenzübergreifendes Online-Shopping. Eine […]

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