Virales Marketing – ein Marketinginstrument mit großem Potenzial, wenn es denn richtig angewandt wird. Denn hinter diesem Begriff verbirgt sich keinesfalls nur ein Video, das auf YouTube massenhaft verbreitet und wie durch Zauberhand selbständig zum Gesprächsthema Nummer eins in der Zielgruppe wird. Viral beschreibt vielmehr lediglich die Verbreitungsweise: Jede Story, ganz gleich ob initial als Video, Bild, Link, Microsite, Event oder integrierte Kampagne realisiert, kann sich durch das Schneeballprinzip verbreiten und zu einer viralen Kampagne werden. Einmal eingeimpft, steckt der Virus in Form einer (Werbe-)Botschaft immer neue Rezipienten an, rollt als Kommunikationslawine weiter und weiter, löst Aufmerksamkeit und Mundpropaganda aus und begeistert schließlich Massen – vorausgesetzt, bestimmte Aspekte werden berücksichtigt.
Virales Marketing ist kein Empfehlungsmarketing
Das Erfolgsrezept des viralen Marketings: die Idee. Sie ist so ungewöhnlich, auffällig oder skurril, dass User diese an Freunde weiterempfehlen. Empfehlungsmarketing, möchte man meinen – falsch! Denn der große Unterschied zwischen viralem Marketing und Empfehlungsmarketing liegt in der Auseinandersetzung mit dem Produkt. Es geht dabei um dessen spektakuläre „Verpackung“, das Produkt selbst und das Unternehmen bleiben meist im Hintergrund, manchmal sogar ganz unsichtbar. Empfehlungsmarketing hingegen basiert auf einer konkreten Produkt-Auseinandersetzung, dem ausgiebigen Testen des Produkts oder der Dienstleistung und dem anschließenden Empfehlen im sozialen Umfeld. Die Verbreitung beschränkt sich hier auf das soziale Umfeld der Tester und geschieht, anders als beim viralen Prozess, weder automatisch noch lawinenartig.
Mini brachte es 2009 mit seinem Viral „MINImalism“ zu großem Erfolg. Das Besondere an dem mehrfach preisgekrönten Spot ist die ungewöhnliche und kreative Gestaltung eines Auto-Werbevideos, das die User mit Witz und simpler Umsetzung begeistern konnte. Das Viral wurde in kürzester Zeit zigtausend Mal angeklickt und in zahlreichen Blogs und Foren sowie in der Fachpresse zum Gesprächsthema.
David Eicher
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von Pedram ZollZoll via facebook 14.08.2012 (08:48Uhr) 1.
Babak Soori (was für dich)
von Jens Bosse Parra via facebook 14.08.2012 (09:26Uhr) 2.
Informativ... Gibt es für den erwähnten Seeding-Wert von 10 - 15% denn eine Studie o.ä., oder sind das "Erfahrungswerte" aus Kampagnen von webguerillas?
von Sam 14.08.2012 (09:52Uhr) 3.
Sehr ausführlich und gut gelungener Artikel! Viral Marketing ist etwas das jeder will aber niemand wirklich versprechen kann. Es ist schlicht faszinierend wenn es funktioniert! Gibt es auch Beispiele im deutsch-sprachigen Raum für gut gelungene virale Kampagnen!?
von vascis 14.08.2012 (10:07Uhr) 4.
dem heilsversprechen des VM stehe ich nach wie vor skeptisch gegenüber. die erfolgreichsten viralen kampagnen beruhen auf einen enormen budget. die produktionskosten für professionelle videobotschaften sind hoch, die initialzündung ist aufwendig und kostenintensiv. dazu ist die messlatte sehr hoch. jede kampagne wird an dem gemessen, was erfolgreich ist, da ist man ganz schnell bei old spice. bei den aufmerksamkeitsspannen heutiger nutzer heißt das: begeistere genauso oder es gibt kein "like".
mich würde daher interessieren: wie sieht VM abseits der großen, multi millionen klicks youtube videos aus? gibt es dafür gelungene beispiele?
von Jo Doppelgustav via facebook 14.08.2012 (10:37Uhr) 5.
Dafür gibt es verschiedene Ansätze: E.M. Rogers ("Diffusion of Innovations", 1995) beschreibt z.B. verschiedene Gruppen die für die Verbreitung von Trends in sozialen Systemen verantwortlich sind. Vorrangig sind dies die so genannten "Innovatoren" (ca. 2-3%) sowie die "frühen Adoptoren" (ca. 10-13%). Dies deckt sich auch mit Erfahrungen aus unseren Kampagnen. Allerdings wird es in den meisten Fällen nicht ausreichen, einfach nur über Media-Leistungen den Sichtkontakt herzustellen. Entscheidend ist ja vor allem, die richtigen 10-15% zu identifizieren und sie dann nicht nur zum Sehen, sondern eben auch zum Handeln (i.e. Weitererzählen) zu motivieren. An einer profunden Kenntnis aktueller gesellschaftlicher Strömungen oder Memes sowie der entsprechenden Qualität des Contents führt daher bei erfolgreichem Viralen Marketing kein Weg vorbei.
von Body ID 14.08.2012 (13:58Uhr) 6.
Kleine Ergänzung: Im nächsten Artikel würde ich gerne noch die Dimensionen viraler Kampagnen lesen: lustig, sharable, schockierend, außerhalb der Norm...
von Julia 14.08.2012 (14:19Uhr) 7.
Naja diese one million dollar webseite war wohl eher auf ein geschicktes Marketing zurückzuführen, welches vor allem offline betrieben worden ist.
von Vicky 15.08.2012 (13:46Uhr) 8.
Ich denke, als Unternehmen ist es extrem schwer eine "virale Marketingkampagne" zu planen. Oft sind Unternehmen selbst überrascht, wenn eine bestimmte Aktion plötzlich zum Selbstläufer wird....
von Fabian 15.08.2012 (16:19Uhr) 9.
Netter Artikel. Besonders gut gelungen finde ich die Differenzierung zwischen "Empfehlungsmarketing" und "viralem Marketing"
von Lesezeichen 3 | Marketing Freiraum 19.08.2012 (10:37Uhr) 10.
[...] Virales Marketing ist kein Empfehlungsmarketing: Wie aus einem Impuls, einer Idee ein Selbstläufer wird: http://t3n.de/magazin/kommunikationslawine-227944/ [...]
von Social und Media Links 12.08.2012 - Hell… 19.08.2012 (19:58Uhr) 11.
[...] Virales Marketing: Wie aus einem Impuls ein Selbstläufer wird – Reisserischer Titel, aber inhaltlich durchaus lesenswert. Keine 100%ige Zustimmung, aber für den Selbstdenkenden Leser ein super Artikel. [...]
von t3n Magazin - Tobias Scheible 03.12.2012 (09:13Uhr) 12.
[...] geht es weiter mit „Kommunikationslawine“ von David Eicher zum Thema virales Marketing. Im Anschluss erfolgt ein guter Überblick von [...]