Wie weit trägt Open Source?
In den blühendsten Szenarien, die in den letzten Jahren entwickelt wurden, führt Open Source nicht nur zu besserer und ethischerer Software [12], sondern mindestens auch zu doppelter Freiheit der Arbeiterklasse im Sinne von Karl Marx [13], wenn nicht gar noch zur Lösung der Digital Divide und der Befreiung der Entwicklungsländer aus der Abhängigkeit des Nordens. All diesen Utopien gemein ist eine teils offensichtliche, teils unterschwellige Ablehnung jeglicher kommerzieller Interessen, die nicht ohne eine gewisse Realitätsferne auskommt.
Die Geschichte von Open Source, auch jenseits von Software, handelt primär vom kreativen Umgang mit geistigem Eigentum und der Durchsetzung eines ungewohnten Produktions-, Konsumptions- und Kooperationsmodus in der Gesellschaft. Wenn sich dabei Machtverhältnisse verschieben, wird jedoch noch lange nicht die Marktwirtschaft an sich untergraben. Auch wenn es Beispiele dafür gibt, dass Hersteller „entbehrlich“ geworden sind [14], ist kaum anzunehmen, dass sie vollständig verschwinden werden. Ebenso ist es verfrüht, proprietäre Anbieter und kommerzielle Interessen in der Softwareentwicklung, der Wiege von Open Source, für obsolet zu erklären. Eine Palette von Open-Source-Produkten ist zwar zu ernst zu nehmender Konkurrenz für proprietäre Angebote gewachsen. Dies bedeutet jedoch nicht, dass Open-Source-Communities ohne kommerzielle Anreize Innovationen im Markt schaffen. In der Tat sind die erfolgreichsten Open-Source-Produkte zwar ihren proprietären Pendants durchaus ebenbürtig, aber eben wenig originell [15].


![Open Source: 98% aller Unternehmen setzen sie ein [mit Infografik]](http://t3n.de/uploads/t3n-news-post-332856_apache_18938_medium.jpg)

