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Online-Reputation-Management: Pflege ist die beste Verteidigung

Aus dem
t3n Magazin Nr. 30

12/2012 - 02/2013

Der erste Eindruck sollte nicht in die Hose gehen. Das ist nicht nur im richtigen Leben der Fall, sondern auch in der digitalen Welt. Doch was kann man tun, wenn Suchanfragen nur unerwünschte Inhalte anzeigen und die eigene Online-Reputation angreifen?

Online-Reputation-Management: Pflege ist die beste Verteidigung

Welche Wellen das Thema Online-Reputation in der Öffentlichkeit schlagen kann und nicht nur Unternehmen betrifft, zeigte im September 2012 der Fall Bettina Wulff und die losgetretene Diskussion zu den von Google angezeigten Suchvorschlägen, die so genannte Autocomplete- oder Suggest-Funktion. Gab man den Namen der Ehefrau des ehemaligen Bundespräsidenten in die Suchleiste ein, wurde dieser durch diverse Zuschreibungen ergänzt, die Frau Wulff allesamt in schlechtes Licht rückten – wogegen sie schließlich gerichtlich vorging. Google hat inzwischen nach langer Diskussion einige wenige Suchergebnisse gelöscht.

Ob wahr oder nicht – ihr Fall ist nicht ungewöhnlich. Schnell wird man durch das, was auf der ersten Seite der Google-Suchergebnisse erscheint, in eine bestimmte Schublade gesteckt. Der Suchende bildet sich auf Basis dieser Inhalte, die in den meisten Fällen bloß einen minimalen Ausschnitt der im Netz existenten Informationen wiedergeben, seine eigene Meinung. Und nicht selten entstehen diese Informationen nicht durch Fakten, sondern durch Zuschreibungen von wenig vertrauungswürdigen Quellen.

Pflegeprodukt Online-Reputation: Unternehmen und Personen

Immer mehr Unternehmen und Personen erkennen die Tragweite dieser Meinungsbildungen, beziehungsweise den Wert, den die prominentesten Suchergebnisse dadurch haben. Google ist im Netz die Informationsplattform Nummer eins und wird als Entscheidungshilfe vor dem Kauf eines Produkts oder der Inanspruchnahme einer Dienstleistung von unzähligen Usern herangezogen. Der Umsatz eines Unternehmens hängt deshalb direkt und signifikant mit dessen Online-Reputation zusammen, wie schon das Unternehmen Biesalski & Company in seinem „Serviceplan Corporate Reputation“ von diesem Jahr feststellen konnte. Kritische Stimmen auf der ersten Seite der Suchergebnisse schrecken ab und lassen beim Suchenden erhebliche Zweifel bezüglich der Qualität eines Produkts oder der Seriosität einer Firma aufkommen.

Der Ruf im Netz ist also ein extrem kostbares Gut, das behutsam gepflegt, geschützt oder aufgebaut werden muss. Und genau an dieser Stelle setzt das Reputationsmanagement an. Viele Unternehmen haben für die Thematik bereits eine höhere Sensibilität entwickelt als dies noch vor ein bis zwei Jahren der Fall war. Man erkennt nun auch auf der Entscheidungsebene immer mehr, dass die eigene Online-Reputation direkte Auswirkungen auf das Tagesgeschäft hat – das gilt für den hiesigen Schlüsseldienst genauso wie für das international aufgestellte Börsenunternehmen.

Negative Einträge von prominenten Positionen verdrängen

Bei Online-Reputation-Management geht es meist darum, unerwünschte Inhalte und Seiten von prominenten Positionen der Google-Suchergebnisse zu verdrängen. Eine Löschung dergleichen ist nur möglich, wenn man den Portalbetreiber davon überzeugen kann, den entsprechenden Artikel oder Kommentar selbst offline zu nehmen. Und das funktioniert nur in den seltensten Fällen.

An erster Stelle steht zunächst eine umfassende Situationsanalyse, im Rahmen derer bestimmten Fragen auf den Grund gegangen wird: Wo genau befinden sich die unerwünschten Inhalte? Wie stark sind die jeweiligen Portale? Welche positiven oder neutralen Inhalte existieren bereits zum Unternehmen? Welche Seiten und Inhalte eignen sich zur Optimierung? Wo genau besteht noch Handlungsbedarf? Welche Kanäle können Anbieter nutzen? Die Situationsanalyse zeigt, wie groß der jeweilige Aufwand in etwa sein wird und welche konkreten Maßnahmen sich zur Wiederherstellung der Online-Reputation einsetzen lassen.

SEO als Maßnahme

Zur Verdrängung von negativen Inhalten können bereits bestehende positive Inhalte genutzt oder neue erstellt werden. Zur Verbesserung des Rankings der einzelnen Seiten kommen typische SEO-Maßnahmen zum Tragen, die sich entweder der Onpage- oder der Offpage-Optimierung zuschreiben lassen. Ziel der Arbeit an der Onpage ist es, die Website dahingehend zu optimieren, dass die Webcrawler sie komplett indizieren können und die Suchalgorithmen der Suchmaschinen den Content der Site als besonders relevant einstufen.

Die Offpage-Optimierung beschäftigt sich hingegen mit dem Umfeld einer Webseite, wobei der Fokus vor allem auf der Generierung von Backlinks liegt. Je mehr Links auf eine Website führen, desto mehr Vertrauen schenkt Google dieser Site und desto höher wird sie innerhalb der Suchergebnisse zu entsprechenden Keywords gelistet.

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Eine Antwort
  1. von Woy am 10.05.2013 (20:24Uhr)

    Wieder allgemeines Bla, bla ohne auf die wirkliche Praxis einzugehen........

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