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t3n 31

Open Device Labs: Testlabore für das mobile Web

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Welche Testgeräte?

Bei der Zusammenstellung des Geräteparks sollten sich Betreiber nicht primär auf die neuesten und teuersten Geräte fokussieren, sondern eher darauf achten, möglichst viele verschiedene und eben weniger gängige Gerätetypen bereitzustellen. Die üblichen Android- oder iOS-Geräte sind so verbreitet, dass man für den Zugriff darauf sicher kein ODL gründen muss. Es sind also vorranging ältere Handys, Feature- und Smartphones mit schwacher Hardware sowie die nicht ganz so beliebten Vertreter der nicht ganz so beliebten Betriebssysteme, die ein ODL interessant machen.

Da Browser und App-Marktplätze mittlerweile auch Einzug in Autos und Haushaltsgeräte halten, kann es auch nicht schaden, einen Smart-TV oder eine Spielekonsole in das Open Device Lab zu integrieren. Zudem sind möglichst verschiedene Auflösungen wichtig – von 240x320 bis weit über 1024x800. Durch die immer häufigere Verwendung von hochauflösenden Bildschirmen ist das Vorhandensein von mindestens einem Gerät mit HiDPI-Display von großem Vorteil.

Bei allen Geräten sollten zudem alle für die Plattform verfügbaren Browser vorinstalliert sein, um ohne großen Installationsaufwand schnell eine Website auf verschiedenen Browser-Engines testen zu können. Eine Einkaufsliste für ein Minimal-Set an Testgeräten könnte wie folgt aussehen:

  • iOS 5/iPad 2, iPhone 3G
  • iOS 6/iPad 3, iPhone 5
  • Android 2.1/HTC desire
  • Android 2.2/Samsung Galaxy S
  • Android 2.3/Amazon Kindle Fire (Silk browser)
  • Android 3.1/Sony Tablet S
  • Android 4/Asus Nexus 4, 7
  • Blackberry OS 5/Curve 8900
  • Blackberry OS 6/Bold 9700
  • Windows Phone 8/HTC 8X
  • Windows Phone 7.5/Nokia Lumia 800
  • Symbian S60/Nokia N95

Für wenige Geräte reicht ein Tisch, bei mehreren Devices sollte es eine praktikablere Lösung sein.
Diese Liste ersetzt jedoch keinesfalls das individuelle Festlegen einer projektspezifischen Testfarm; sie gibt einen Überblick darüber, welche Geräte in Mitteleuropa zur Zeit besonders stark verbreitet sind. Darüber hinaus wird sich diese Aufstellung recht schnell ändern, da immer wieder neue Betriebssysteme auf den Markt drängen und im Gegenzug einige ältere fast völlig von der Bildfläche der Verkäufe und Neuaktivierungen – nicht jedoch unbedingt gleich aus den Taschen der Nutzer – verschwinden. Bei der Einrichtung eines ODLs ist, grob gesagt, jedes internetfähige Gerät sehr willkommen, sei es auch noch so veraltet. Denn irgendjemand sucht fast immer ein altes Gerät für obskure Tests.

Tools für den ODL-Betrieb: Edge Inspect, Weinre, JSbin

Wer meint, wie in der Webentwicklung eine virtuelle Maschine für Tests mit dem Internet Explorer zu starten, sei ein langwieriger und nervenaufreibender Prozess, hat mit Sicherheit noch kein Bugfixing unter Symbian betrieben. Und das Testen auf den modernsten mobilen Betriebssystemen geht leider ebenfalls immer noch nicht leicht von der Hand. Einige mobile Browser bringen zwar mittlerweile Möglichkeiten zur Ferninspektion von CSS, HTML und JavaScript einer Webseite mit – will man jedoch auf mehreren Geräten gleichzeitig testen und debuggen, werden auch diese Browser-spezifischen Tools sehr schnell sehr umständlich. Einige (jüngere) Werkzeuge versuchen hier, Abhilfe zu schaffen (eine Liste weiterer Programme findet sich bei Mobile Web Resources [3]).

Adobe Edge Inspect

Synchrones Browsen von Websites, die Möglichkeit, Screenshots zu erstellen, und das parallele Testen auf verschiedenen Betriebssystemen – im Zusammenhang mit der verfügbaren Chrome-Extension als Steuerzentrale für Browsing und Remote Inspection ist Edge Inspect unter Entwicklern sehr beliebt [4].

Weinre

Weinre [5] ist ein Remote-Debugger für WebKit-Browser, womit neben iOS und Android auch auf Blackberry und WebOS getestet werden kann. Am einfachsten geht die Einbindung dieses Services über die von PhoneGap [6] zur Verfügung gestellte Seite. Es kann jedoch auch manuell lokal eingerichtet werden.

JSbin

Dieses von Remy Sharp entwickelte Onlinetool [7] ermöglicht es, Code-Schnipsel zu erstellen und diese durch eine erzeugte URL synchron auf sehr vielen unterschiedlichen Browsern und Betriebssystemen zu testen.

Links und Literatur

  1. ODLs weltweit
  2. Halterung bauen
  3. Test-Software
  4. Adobe Edge Inspect
  5. Weinre
  6. Phonegap Weinre Server
  7. JS bin
  8. LabUp!
  9. Die neue ODL-Website OpenDeviceLab.com

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4 Reaktionen
Thorsten Wilhelm

Wo bleiben die Betreiber von Teststudios und Use Labs, die könnten so etwas doch auf aufbauen, pflegen und anbieten, dann im Paket mit Nutzertestings. Oder gibt das schon ?

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Tobias

Ich finde die Idee sehr gut. Gerade wenn ich eine Anwendung auf verschiedenen Tabletgrößen testen möchte, lässt sich das nur von der Optik her simulieren. Die Usability kann nur direkt am jeweiligen Device getestet werden.

Nur schade das es kein Open Device Lab in BW gibt...

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JasonAldean
JasonAldean

Am besten machen wir das ganze Internet rückwärtskompatibel bis Rauchzeichen.

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JasonAldean
JasonAldean

Gestern habe ich eine Webseite für ein dampfbetriebenes Mobilgerät mit Linux Obscure Edition angepasst. Das ganze Layout war kaputt, und es war einzig allein meine Schuld. Warum schreibt ich auch Code der den Webstandards folgt wenn doch jeder weiß das man soviele Browserhacks wie möglich unter Verwendung von mindestens 10 verschiedenen Javascript Libraries einbinden muss damit die Webseite dann auch professionell ist.

brb teste gerade eine Webseite auf einem Backstein

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