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SEO: Die effektivsten Taktiken zum Linkaufbau

Aus dem
t3n Magazin Nr. 26

12/2011 - 02/2012

Wer in den organischen Google-Rankings weiter oben stehen will, muss vor allem viele und gute Links aufbauen. Die Frage dabei ist: Welche Möglichkeiten gibt es, wirkungsvolle Links zu bauen, und welche Methoden sind für welche Art von Website geeignet? Der folgende Artikel bietet einen Überblick über die verschiedenen Linkaufbau-Techniken und gibt Tipps, wie der ideale Linkmix aussehen kann.

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(Bildnachweis: Allzweckjack / photocase)

Langsam hat es sich herumgesprochen, wie entscheidend der Aufbau von Links für das organische Google-Ranking ist. Das Problem dabei: Die Liste der Möglichkeiten ist umfangreich. Verzeichniseinträge, Teilnahme in Foren und Blogkommentare sind vermutlich die gängigsten, aber längst nicht die einzigen Wege. Und was für die eine Website passt, muss bei einer anderen nicht unbedingt zum Erfolg führen. Sicherlich sollte ein Onlineshop für Babysachen andere Taktiken anwenden als ein Nachrichten-Portal für Techies. Der folgende Artikel versucht, die Methoden der Linkbeschaffung bezüglich der Faktoren Zeit, Geld, Aufwand, Linkpower und Risiko zu kategorisieren. Auch die Frage nach Kauflinks wird gestellt. Alle genannten Einschätzungen basieren dabei auf den Erfahrungen des Autors und nicht auf  wissenschaftlichen Erhebungen.

Organischer Linkaufbau

Organischer oder natürlicher meint in der Regel alle Techniken, die das natürliche Linkwachstum fördern, ohne gegen Webmaster-Richtlinien zu verstoßen. Idealistisch betrachtet besteht jede Kampagne ausschließlich aus organischen Maßnahmen.

Free-For-All

Unter die Bezeichnung „Free-For-All“ (FFA) fallen Links, die in Webkatalogen, Artikelverzeichnissen, Social Bookmarks, Social-Media-Profilen, RSS-Diensten und ähnlichen Medien veröffentlicht werden – eben in Verzeichnissen, in denen sich jeder eintragen kann und darf. FFA-Links sind in der Regel kostenlos und schnell aufgebaut. Viel Aufwand ist beim Ausfüllen von Adressdaten in Verzeichnissen oder Klicken auf Social-Sharing-Buttons nicht notwendig. So erklärt sich auch die geringe Power, die von dieser Linksorte ausgeht. FFA-Links sollten bestenfalls als Ergänzung dienen.

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Die LinkResearchTools (linkresearchtools.com) ermöglichen es, die besten Unterseiten auf einer Domain zu recherchieren. Der Dienst bietet auch ein Monitoring an, um Sabotageaktionen von unliebsamen Mitbewerben zu entdecken.

Presell-Pages

Die Presell-Page, zu deutsch Vorverkaufsseite, ist das Pendant zum Gastbeitrag, meist jedoch ohne redaktionellen Mehrwert. Sie ist die Unterseite auf einer Domain, die der Käufer exklusiv bucht. Daher gibt es von dieser Unterseite auch nur Links zum Käufer (nicht unbedingt nur zu einer Domain). Dies ist „sauberer“, als Links einfach auf der Startseite zu kaufen. Allerdings handelt es sich dabei eben nur um eine neue Seite, die zwar populär verlinkt ist, aber am Anfang noch keine eigenen Werte hat.

Über Google sind Anbieter für Presell-Pages leicht zu finden. Zur Beauftragung ist lediglich ein Textauftrag bei einem der bekannten Textkonserven-Anbieter einzureichen. Wobei der Anbieter das oft selbst übernimmt. Die Linkpower von diesen Seiten ist im Schnitt gut. Das Risiko ist immer noch hoch, aber nicht ganz so hoch wie beim Einbuchen in (halb)öffentliche Netzwerke.

Linkbrokering

Der gezielter Linkkauf von starken Unterseiten oder Startseiten nennt sich Linkbrokering. Der Name erklärt sich damit, dass solche Deals meistens individuell verhandelt werden.

Ein Linkbroker sucht verschiedene Websites nach vorgegebenen Kriterien wie zum Beispiel „PR7 von Domains mit Alter 6+ Jahren“, ermittelt die Kontaktdaten und schreibt eine E-Mail, die ungefähr so lautet:

„Lieber Herr Schmitz,

mein Name ist Link Broker. Ich würde gerne einen Link auf Ihrer Unterseite XYZ kaufen und wäre bereit, dafür monatlich 100 Euro auszugeben ...“

Bei erfolgreicher Kontaktaufnahme wird verhandelt. Der gesamte Prozess ist aufwändig, jedoch nicht so aufwändig wie im organischen Bereich. Schließlich muss hier niemand dazu überzeugt werden, freiwillig auf etwas zu verlinken – statt dessen wird einfach Geld geboten.

Nicht selten verhandeln Linkbroker alle möglichen Link-Typen: von Promolinks für Linkbait-Aktionen bis hin zu Presell-Pages. Große Kreativleistung ist nicht notwendig, dafür jedoch Verkäufer- beziehungsweise Kauftalent.

Die Besonderheit im Brokering liegt in der chirurgischen Präzision. Schließlich kann der Broker Links auf Seiten buchen, die exakten Werten entsprechen. Die Linkpower kann dementsprechend enorm sein. Im organischen Linkaufbau kann man so etwas per Definition nicht erreichen. Ein geschickter Broker wird, um das Gesamtrisiko zu minimieren, die Links so unterbringen, dass sie nicht als gekaufte Links auffallen.

Tipp: Diversikation im Linkprofil
Für alle vorgestellten Techniken gilt:

  • Wenn das Linkprofil aus wenigen Techniken zusammengebaut ist, dann ist die eigene Rankingsituation tendenziell instabil. Setzt man zum Beispiel nur auf Forenlinks, kann es zu erheblichen Rankingverlusten kommen, wenn Google dem Forenlink plötzlich weniger Bedeutung zumisst. Das ist keine Abstrafung, sondern die ganz natürlich Evolution der Rankingrezeptur.
  • Daraus folgt: Jedes Linkprofil sollte aus so vielen passenden (!) Techniken wie möglich zusammengesetzt sein.
  • Das Linkprofil sollte im Idealfall einer manuellen Begutachtung durch einen Google-Mitarbeiter standhalten, also nicht gegen Google-Richtlinien verstoßen. Dabei ist nicht Google selbst das größte Problem; richtig unangenehm wird es, wenn Presse oder Mitbewerber die Situation „beleuchten“.
  • Der perfekte Link ist ein Link, den niemand anderes bekommen kann.

Die Idealverteilung

Die Idealverteilung der genannten Maßnahmen (siehe Grafik) beruht maßgeblich auf der Erfahrung des Autors. Letztlich verhält es sich mit der Idealverteilung wie mit einem Gemälde. Der Künstler bereitet seine Leinwand vor und wählt die Farben aus. Er plant ein Naturportrait am See bei blauem Himmel und mit vielen Bäumen und Sträuchern im Hintergrund. Aus Erfahrung weiß er, dass er im Verhältnis viel mehr blaue (40%), grüne (20%) und braune (10%) Farbe benötigt als rosa, lila und gelbe Farbe. Demensprechend viel beziehungsweise wenig Farbe bringt er mit.

Die „Kunst“ liegt bei der Planung einer Linkaufbau-Kampagne darin, immer die richtigen Anteile an Maßnahmen zu berücksichtigen. Jeweils bezogen auf den Projekttyp, das Thema, die Mitbewerber, das Umfeld und nicht zuletzt die eigenen Umstände im Unternehmen. Von diesen Faktoren gibt es genau so viele, wie der Maler mögliche Motive für seine Leinwand findet. Dennoch lassen sich einige wichtige Situationen isolieren, bei denen die Empfehlungen stark variieren.

Praxisbeispiele: Linkaufbau-Kampagnen

Situation 1: Projekte mit einfacher Publikationsmöglichkeit

Projekte mit einfacher Publikationsmöglichkeit stellen sicherlich den Idealzustand dar. Je mehr und schneller eine Projektwebseite mit wirklich verlinkungswürdigen Inhalten angereichert wird, desto rasanter entwickelt sich das Ranking nach oben. Im Prinzip braucht es bei dieser Konstellation nur 80 Prozent Linkbait plus Promotion, 15 Prozent Gastbeiträge und 5 Prozent fokussierter Aufbau von passenden Links mit den richtigen Linktexten. In der Praxis wird dies oft über das Linkbrokering erreicht.

Situation 2: Projekte ohne die Möglichkeit einer ausgefeilten Publikationsstrategie

Unter diese Kategorie fallen Onlineshops oder Websites, die strikten Publikationsrichtlinien unterliegen. Onlineshop-Betreiber müssen sich meist stark auf die Produkt- und Kategorieseiten konzentrieren und haben weder Zeit noch Ressourcen, um auf den Linkaufbau spezialisierte Inhalte zu publizieren. Bei anderen Plattformen, zum Beispiel Seiten von großen Pharmakonzernen, darf grundsätzlich nichts ohne den Segen der Rechts- und PR-Abteilung sowie der Geschäftsleitung publiziert werden.

Bei diesen und ähnlichen Beispielen entfallen Maßnahmen zur Bereitstellung verlinkungswürdiger Inhalte auf der eigenen Domain. „Linkbait plus Promotion“ funktioniert hier nicht, in diesem Fall sollte eher der Einsatz solcher Maßnahmen maximiert werden, die darauf hinauslaufen, Content und Links auf fremden Domains zu platzieren, sprich: mehr Content-Sponsoring (Gastbeiträge) sowie Pressearbeit und Community-Partizipation. Es passiert nicht selten, dass nach einer eingehenden Anfangsanalyse im Prinzip nur noch der Linkkauf übrig bleibt, weil zu viele politische Gründe eine saubere Vorgehensweise schlicht verhindern.

Fazit

Sicherlich gibt es viele weitere Situationen, die eine individuelle Vorgehensweise erfordern. Patentrezepte existieren in diesem Fall nicht. Letztendlich handelt es sich beim Linkaufbau immer um eine Auswahl, die maßgeblich von den Erfahrungen des Teams, den allgemeinen Möglichkeiten (Budget) und den besonderen Umständen (Umfang, Politik) abhängt.

Jedoch gibt es verschiedene Grundsätze und Erfahrungswerte, die man beim Linkaufbau berücksichtigen kann. Dazu zählt die Zurückhaltung bei Kauflinks, eine Diversifikation im Linkprofil und die Einschätzung, dass Linkbait plus Promotion eine besonders erfolgreiche Linkbuilding-Technik ist. Wenn sich Kunden bei ihren Projekten grob an diesen Fahrplan halten, beschreiten sie einen akzeptablen Weg zum Erfolg.

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7 Antworten
  1. von Renè am 28.02.2012 (08:19 Uhr)

    Vielen Dank. Ein sehr kompakter Artikel zum Thema Linkaufbau. Für unsere Kunden ist es zuerst auch oft schwierig eine klare Struktur zufinden, was sich dann hoffentlich ändert...

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  2. von Olga am 06.03.2012 (16:59 Uhr)

    Aus diesem Artikel kann man viel schöpfen, was die SEO-Maßnahmen betrifft. Nach dem Geschmack lässt sich aber nicht streiten. Eines steht aber fest, man muss stets auf dem Laufenden zu sein, um Bescheid zu wissen, was für Google-Ranking immer noch von Bedeutung ist. Linkaufbau ist möglich, wenn eine Website mit einem sinnvollen Content gefüllt ist. Sonst weckt man kein Interesse bei den Usern.

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  3. von Meri am 08.03.2012 (11:33 Uhr)

    Ein hilfreicher Artikel um etwas Ordnung in die ganze Planung zu bringen. Ganze Planung nimmt mehr Zeit als das eigentliche "Machen".

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  4. von Musiker gesucht am 26.03.2012 (10:17 Uhr)

    Hallo,

    schöner Artikel. Bei meinem Projekt versuche ich Links von Usern zu gewinnen, indem ich regelmäßig unter allen Verlinkungen Freizugänge verlose. Dies ist meiner Meinung nach eine sehr gute Möglichkeit an qualitativ hochwertige Backlinks zu gelangen. Als Vorraussetzung für eine erfolgreiche Teilnahme an meiner Backlink-Aktion sind natürlich Dofollow-Links mit dem relevanten Ankertext.

    Im internen Bereich meines Portals mache ich dies prominent.

    Was haltet über diese Möglichkeit? Ist dies eine gute oder eher nicht zu empfehlende Möglichkeit an guten Backlinks zu gelangen?

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  5. von Leander am 03.06.2012 (09:11 Uhr)

    Hilfreicher Artikel, der mal etwas Ordnng ins gedankliche Linkchaos bringen kann. Besten Dank!

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  6. von alexunsoeld am 06.11.2012 (11:27 Uhr)

    Die Abhängigkeit von Politik und Umfeld ist ein gutes Stichwort, ich denke gerade bei größeren Firmen die sehr traditionell sind ist oft das Problem das diese sich durch lange Vorgaben beim Linkaufbau selber blockieren. Manche Unternehmen haben ja zig Seiten lange Leitfäden wie genau ein Text geschrieben werden soll der etwas mit dem Unternehmen zu tun hat. Bei so etwas werden schon simple Linkaufbau Aufgaben zu einem echten Kraftakt.

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  7. von linkbuildingberlin am 13.04.2013 (21:50 Uhr)

    Nicht zu schnell, viel unterschied, viele relevantie, do und nofollow und dann kommt gut :)

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