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Social-Media-Monitoring: Tools und Dienstleister im Überblick

Aus dem
t3n Magazin Nr. 27

03/2012 - 05/2012

Das Thema Monitoring hat in Deutschland in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Trotzdem bleibt das Verständnis davon oft schwammig, da sich die Anforderungen ständig verändern. Wir bringen Licht ins Dunkel der unterschiedlichen Einsatzszenarien und stellen die wichtigsten Tools und Dienstleister vor.

Social-Media-Monitoring: Tools und Dienstleister im Überblick

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Foto: Giorgio Magini/iStock

Verfolgt man die Diskussionen zum Thema Social Media Monitoring in der letzten Zeit, bekommt man leicht den Eindruck, Social Media Monitoring sei hauptsächlich Kampagnenmonitoring oder das Controlling der eigenen Social-Media-Kanäle bei Facebook, Twitter, YouTube oder Google+. Angesichts der Tatsache, dass heutzutage zahlreiche Unternehmen selbst im Social Web aktiv sind und eigenen Content erstellen, der ebenfalls der Auswertung bedarf, entstehen allerdings viele weitere Anforderungen an das Social Media Monitoring. Dies stellt zahlreiche klassische Anbieter vor neue Herausforderungen.

Auf der anderen Seite tauchen ständig neue Anbieter auf, die sich auf die neu hinzugekommenen Themenfelder spezialisieren. Wir stellen die verschiedenen Social-Media-Analyse-Tools vor und bringen Ordnung in den unübersichtlichen Markt, in dem wir die unterschiedlichen Anbieter kategorisieren. Dabei geht es auch um die Frage, was Unternehmen bei der Auswahl eines Anbieters beachten und bei welchen Aussagen sie stutzig werden sollten.

Was ist Social Media Monitoring?

Beim Social Media Monitoring [1] werden mit Hilfe von Crawlern verschiedene Quellen durchsucht und die Ergebnisse über ein Online-Dashboard ausgeliefert oder in Form einer Analyse manuell bearbeitet und als Präsentation aufbereitet. Dabei unterscheidet man das sogenannte „Screening“ vom „Monitoring“: Während bei ersterem das gesamte öffentliche Netz durchsucht wird, werden beim „Monitoring“ mit Hilfe von Crawlern, Parsern und dem Zugriff auf APIs nur bestimmte Quellen wie zum Beispiel Foren, Twitter oder Facebook durchforstet. Teilweise werden dabei auch – durch Kooperation mit Datenlieferanten – Beiträge zugekauft.

Die Ergebnisse lassen sich anschließend in Form von Statistiken grafisch darstellen. Solch eine Grafik kann zum Beispiel aufzeigen, wie oft das eigene Unternehmen im Gegensatz zum Wettbewerb auf den verschiedenen Social Media Kanälen erwähnt wird. Darüber hinaus kann eine inhaltliche Bewertung stattfinden. So zeigt das Monitoring beispielsweise auf, ob das Unternehmen eher positiv oder negativ diskutiert und mit welchen Themenbereichen es in Verbindung gebracht wird.

Erste Schritte

Nehmen wir an, Unternehmen X ist noch nicht auf den Social Media Kanälen aktiv und will dort aus verschiedenen Gründen auch nicht unbedingt aktiv werden. Trotzdem möchte und sollte die Firma wissen, was Kunden und Konsumenten über das eigene Unternehmen denken und online diskutieren.

Im ersten Schritt sollte die Firma kostenfreie Tools nutzen, um ein Gefühl für die Anzahl und Stimmung im Social Web zu erhalten. Die meisten kostenfreien Tools beschränken sich auf das Monitoring einer Plattform (Twitter, Facebook, Foren etc.).

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Die kostenlose Facebook-Suchmaschine booshaka! durchsucht öffentliche Statusmeldungen.

Für Foren sind Boardreader und die Google Suche nach Diskussionen empfehlenswert. Blogs durchsucht man immer noch am besten mit der Google Blogsuche oder beispielsweise Twingly. Wer die verschiedenen Werkzeuge kumulieren möchte, kann dies mit den Tools Yahoo Pipes oder Netvibes tun. Netvibes bietet zwischenzeitlich auch kostenpflichtiges Monitoring an. Dieser Anbieter hat den Vorteil, dass beim kostenfreien Account die Daten von Boardreader bereits enthalten sind.

Bevor Unternehmen im Social Web aktiv werden, ist es auf jeden Fall sinnvoll, die Kommunikation zum Unternehmen und der Marke im Rahmen einer Analyse manuell auszuwerten. Kennt man die Bedürfnisse und Interessen der Kunden, können durch die Erkenntnisse des Monitoring Strategien für die Social-Media-Maßnahmen abgeleitet werden. Wo sehen Konsumenten Probleme? Was wird als Stärke und was als Schwäche gewertet? Was beschäftigt die Verbraucher im Kontext der Produkte und Dienstleistungen und wie sind die Wettbewerber positioniert?

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9 Antworten
  1. von Nick Weisser am 26.02.2012 (17:53 Uhr)

    Habe gerade den Artikel in der aktuellen Ausgabe gelesen, der eine gute Übersicht der grossen Auswahl an Social Media Monitoring Tools und Dienstleistern gibt. Interessant fand ich, dass es bereits Anbieter gibt, die sich auf bestimmt Branchen spezialisiert haben.

    Ein erschwinglicher Anbieter, den ich seit längerem verwende, viralheat.com, wir nicht erwähnt. Anbieter wie Meltwater, sind für kleinere Firmen eher uninteressant, da die Kosten sich im 4 und 5-stellingen Bereich abspielen. Das können sich nur grosse Unternehmen und Brands leisten.

    Die Perspektive der Autorin scheint auch in diesem Artikel auf Brand Monitoring zu liegen. Kleine Firmen sind aber nicht zwangsläufig ein eigenständiger Brand. Man sollte Social Media Monitoring auch aus der Sicht kleiner Unternehmen betrachten. Wie können solche Firmen Social Media Monitoring sinnvoll nutzen. Welche Keywords sollten hier verwendet werden, etc.

    Ich beteilige mich momentan an der Entwicklung eines Open Source Social Media Monitoring Tools, welches sich noch in den Anfängen befindet, aber bereits jetzt ein einfaches Monitoring von Keywords auf Twitter und Facebook ermöglicht und dieses graphisch auswertet.

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  2. von Hendric Siewert am 29.02.2012 (13:00 Uhr)

    Hallo Frau Aßmann, Sie versuchen mit Ihrem Artikel Licht ins Dunkel zu bringen und stellen dabei die angeblich wichtigsten Dienstleister für Social Media Monitoring in Deutschland vor.

    Aber wohl leider nicht vollständig. Denn immer öfter begegnet man dem Dienstleister na media sonar. Auch den Anbieter trendiction führen Sie nicht auf. Gerade als Entscheider wäre es für mich interessant gewesen, "wirklich alle" Dienstleister aufgezeigt zu bekommen.

    So werde ich wohl doch auf andere Quellen zurückgreifen müssen.

    Schöne Grüße, Hendric Siewert

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  3. von Linda am 23.04.2012 (11:17 Uhr)

    Super Zusammenfassung! Vielen Dank dafür...das hat mir eine Menge Recherche-Arbeit erspart. Einen heißen Tipp hätte ich aber noch: Das kostenlose Reputationtool. Ich teste es gerade selbst aus und bin positiv überrascht.

    Aber trotz der Menge an Tools auf dem Markt habe ich die eierlegende Wollmilchsau noch nicht entdeckt. Ich kann mich daher eurem Fazit nur anschließen: Da geht noch was...

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  4. von Sergej Müller am 23.04.2012 (11:49 Uhr)

    Für simples Social Media Monitoring der Blogseiten gibt's von mir auch ein WordPress-Plugin: https://plus.google.com/110569673423509816572/posts/bb3UvySpdpS

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  5. von Lukas am 23.04.2012 (17:41 Uhr)

    Ich habe selber viele Monitoring-Tools getestet oder im Einsatz. Wichtig ist seine Bedürfnisse zu kennen: Reichen Alerts, Tweets und Kommentare oder muss es das Full-Service-Paket sein? Mir hat bisher immer eine Kombination aus 3-4 Tools völlig ausgereicht - und die meisten meiner Tools finden sich in diesem guten Artikel wieder. ;)

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  6. von Markus Pflugbeil am 25.04.2012 (16:55 Uhr)

    Ich möchte an der Stelle nur kurz auf die wunderbare Selbstbau-Anleitung für eine kostenloses "Social Media Monitoring Dashboard" auf unserem Blog verweisen: Für sehr viele Fälle tut es das schon und es kann wunderbar auf die eigenen Anforderungen und Vorlieben angepasst und ergänzt werden.

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  7. von Jan am 26.04.2012 (11:30 Uhr)

    Bei den Monitoring-Tools kommt man aus dem Evaluieren gar nicht mehr raus :)
    Um irgendwann einen Cut zu machen, haben wir uns letztes Jahr für net-clipping entschieden. Hauptsächlich, weil die Entwickler ein offenes Ohr und schnelle Programmierfinger für Anregungen haben. Passt gut für PR-Agenturen mit starkem Social-Zweig.

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  8. von Christian Jansen am 26.04.2012 (16:22 Uhr)

    Danke für die gute Zusammenfassung! Ergänzen könnte man noch Spezialdienstleister für Social Media Newsrooms bzw. Content Management Systeme für Websites, die Wert auf die Integration von Social Media legen. Da wären das komfortable Drag&Drop-CMS von NewsRoomWizard, für das ich persönlich stehe, die iMedia Lounge und mediaquell aus der Schweiz.

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  9. von Regina Walter am 31.05.2012 (13:34 Uhr)

    Danke für die Bewertungen! Das ist eine große Hilfe. Eine gute Übersicht bietet auch die Seite http://www.somemo.at/
    Ein deutschsprachiges Tool, das hier nicht aufgeführt wird ist der Opinion Tracker http://www.opiniontracker.net/ . Den teste ich gerade parallel zu 2 anderen Tools, ich werde dann berichten wie sie abgeschnitten haben!
    LG Regina

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