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Europas neue Startup-Hotspots: Das sind die heimlichen Stars jenseits von Berlin, London und Stockholm

    Europas neue Startup-Hotspots: Das sind die heimlichen Stars jenseits von Berlin, London und Stockholm

(Bild: t3n)

Berlin, London, Stockholm – vor allem die großen Hauptstädte Europas gelten als Anziehungspunkte für Gründer. Dabei gibt es auch abseits dieser Metropolen lebendige Startup-Communitys. Ein Abstecher in fünf Städte, von denen wir in den kommenden Jahren noch einiges hören werden.

Startup-Hotspot im Süden Polens

Wer vom Krakauer Hauptbahnhof der großen vierspurigen Ausfallstraße nach Osten über den Prądnik folgt, stößt nach knapp vier Kilometern auf ein unscheinbares weißes Plastikschild, mit Kabelbindern an einer Laterne befestigt: „Krakowski Park Technologiczny“ steht darauf – darunter ein kleiner Pfeil nach links. Doch so unscheinbar das Schild aussehen mag: Hier, zwischen Lotników-Polskich-Park und Luftfahrtmuseum, liegt einer der wichtigsten Gründe für den Krakauer Wohlstand: das Technologiezentrum.

Krakau mit seinen knapp 760.000 Einwohnern zählt zu den wirtschaftlich erfolgreichsten Städten Polens. Die Verwaltung hat neben dem Tourismus auch bewusst in die Zukunft investiert – in den Technologiepark, in die Ansiedlung von Unternehmen wie Motorola, RR Donnelley oder der Softwareschmiede Comarch, in die Jagiellonen-Universität mit ihrer Anbindung an die Hochtechnologie-Branche – und in Startups.

„Außerdem ist Krakau eine sehr kompakte Stadt, es ist sehr angenehm, hier zu leben“, sagt Alexander Diatlov, der EcoisMe gegründet hat, eine B2B2C-Lösung für Smart Energy. Und: Es gebe hier, trotz aller Bemühungen, immer noch deutlich weniger große Konzerne als etwa in Warschau, und so sei es nach wie vor recht einfach, gute Programmierer zu finden.

„Krakauer Gründer sind hungrig“

Auch einige Inkubatoren haben inzwischen den Weg in den polnischen Süden gefunden – unter anderem versuchen der Telekom-Ableger Hub:raum, der universitäre Inkubator AIP und der auf den SaaS-Sektor fokussierte Inkubator Innovation Nest, jungen Unternehmen Starthilfe zu geben. Eine Entwicklung, die auch der mehr als nur konkurrenzfähigen Infrastruktur geschuldet ist: Freies WLAN ist die Regel, es gibt etliche Coworking-Spaces mit günstigen Mieten und Angebote wie Wytwórnia, einen Open Space für die Maker-Szene. Und obwohl die Stadt überschaubar groß sei, gebe es unglaublich viele Meetups, sagt Jeremy Lopez, COO bei Codewise, einem Anbieter von Performance-Marketing-Tools. „Krakauer Gründer sind hungrig – sie machen in Sachen Networking einen großartigen Job.“ Das zeigt auch „Krakow Startup TV“, das Projekt von Paul Pearson, der sich mit seinem YouTube-Kanal ausschließlich der lokalen Startup-Szene widmet. Und auch Unternehmer und Gründer Ian Scarffe, der versucht, mit BaseConnect eine Art LinkedIn für Studenten und Absolventen zu etablieren, ist begeistert von der Atmosphäre der Stadt: „Die Startup-Szene hier ist einmalig. Wenn irgendjemand Hilfe, Rat oder Unterstützung braucht, muss er danach nicht lange suchen.“

Vielleicht auch deshalb hat Scarffe gerade in Krakau gegründet und neben BaseConnect auch Binkplus ins Leben gerufen, einen lokalen Inkubator, der ein Mentorenprogramm in Sachen Lean-Startups und Early-Stage-Investments anbietet. Programme wie dieses lassen eine Szene wachsen, in der es neben EcoisMe, BaseConnect oder Codewise auch andere Startups schaffen, sich zu etablieren und Investoren zu überzeugen – Estimote beispielsweise, ein Anbieter von Beacons, oder DuckieDeck, ein Software-Startup, das Online-Lernspiele für Kleinkinder entwickelt.

Litauen: Nahezu perfekte Bedingungen für Gründer

Auch in Vilnius, der Hauptstadt Litauens, ist die Verflechtung von Bildung, Politik und Infrastruktur das Erfolgsrezept für eine beeindruckend schnell wachsende Szene. „Die staatliche Unterstützung für Startups ist definitiv größer als in anderen Branchen, und sie ist sehr gut organisiert“, sagt Marija Odineca, Journalistin bei ArcticStartup.com. So kümmert sich die staatliche Agentur Start­up­Lithuania um Fördergelder – auch von der EU –, sie organisiert Events, den Austausch mit Kapitalgebern, die „Startup Lithuania Roadshow“ oder Workshops.

TrackDuck, Bliu Bliu oder Vinted – die litauische Hauptstadt Vilnius hat schon so manche Startup-Erfolgsgeschichte geschrieben. (Foto: Juozas Slana / Flickr / Lizenz: CC by 2.0)
TrackDuck, Bliu Bliu oder Vinted – die litauische Hauptstadt Vilnius hat schon so manche Startup-Erfolgsgeschichte geschrieben. (Foto: Juozas Slana / Flickr / Lizenz: CC by 2.0)

Das Ergebnis: Litauen belegt im Ranking „Ease of Doing Business“ Platz 17 von 189 weltweit – und hat alleine in einem Jahr acht Länder überholt. Und auch, was das Mobilfunknetz und die Internetverbindungen angeht, finden Gründer in der Stadt, die 40 Kilometer von der weißrussischen Grenze entfernt liegt, perfekte und bezahlbare Bedingungen.

Zudem bietet Vilnius mit fünf gut ausgebauten Co-Working-Spaces viel Platz: HUB Vilnius, die ISM Innovators Base, Rupert, Art Incubator und North buhlen in der 500.000-Einwohner-Stadt um die Gunst der Gründer. Dazu gibt es mit Startup Nitro, Startup.lt und Startup Highway nicht nur drei Accelerator-Programme und mit Events wie der „Build-Stuff“-Konferenz oder „Silicon Valley Comes to Baltics“ genügend Möglichkeiten zum Austausch – auch die Entwicklungsabteilungen vieler großer Konzerne sitzen in Vilnius und locken Gründer in die Stadt.

Das Startup EcoisMe hilft Unternehmen und Verbrauchern, Energiekosten zu senken. Es profitiert von der hervorragenden Infrastruktur, die Krakau der ansässigen Technologieszene bietet. (Screenshot: ecois.me)
Das Startup EcoisMe hilft Unternehmen und Verbrauchern, Energiekosten zu senken. Es profitiert von der hervorragenden Infrastruktur, die Krakau der ansässigen Technologieszene bietet. (Screenshot: ecois.me)

Und so verwundert es nicht, dass Vilnius einige Erfolgsgeschichten vorzuweisen hat. TrackDuck, eine Feedback-Plattform für Webdesigner beispielsweise, Dragdis, ein Bookmark-Manager, Bliu Bliu, eine Sprachlern-App und natürlich Vinted, ein Second-Hand-Marktplatz für Mode, der kürzlich wieder eine Finanzierungsrunde abgeschlossen hat und als höchstbewertetes baltisches Startup gilt – sie alle kommen aus Vilnius.

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