Eine kleine Begriffsklärung zu Anfang kann nicht schaden: Ruby ist nicht Rails. Ruby ist eine interpretierte, vollständig objektorientierte Skriptsprache, die 1995 in Japan das Licht der Welt erblickte. Durch die lange Zeit nur spärliche englischsprachige Dokumentation schaffte die Sprache erst um die Jahrtausendwende den Durchbruch in Europa und den USA. Rails hingegen ist ein Webbapplication-Framework, das vollständig in Ruby programmiert ist.
Seinen Anfang nahm die Rails-Geschichte 2004, als der Däne David Heinemeier Hansson die Anwendung erstmals als OpenSource-Framework veröffentlichte. Interessant ist, dass Rails nicht im „Labor“ entstand: Es wurde aus einer bestehenden Anwendung (dem Projektmanagement-Tool Basecamp [1] ) extrahiert. Dies spiegelt auch den praxisnahen Charakter von Rails wieder. Die Arbeit an Rails wurde belohnt: David Heinemeier Hansson wurde 2005 mit dem von Google und O'Reilly verliehenen Open-Source-Award „Best Hacker“ ausgezeichnet. Außerdem gewann das Buch „Agile Webdevelopment with Rails“ den renommierten Software Development JOLT-Award. Nun aber zur Technik und Arbeitsweise von Rails.
Model View Controller – Architektur
Das Framework Rails nutzt das MVC-Design Pattern (ModelViewController). MVC gilt als eine Art Musterlösung, die sich in den letzten Jahren zum Standard (nicht nur) für Webapplikationen entwickelt hat. Die zugrunde liegende Idee ist eine einfache: Der Code wird in mehrere Schichten getrennt, die voneinander isoliert werden. Das bringt gleich mehrere Vorteile mit sich:





