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5 Tipps für AngelList: So nehmt ihr erfolgreich Kontakt zu Investoren auf

5 Tipps für AngelList: So nehmt ihr erfolgreich Kontakt zu Investoren auf

AngelList, das Netzwerk für Gründer, Unternehmer und Investoren, gewinnt in Europa zunehmend an Bedeutung. Philipp Moehring, der das Europageschäft vorantreibt, hat uns verraten, wie die Plattform optimal für sich nutzen.

5 Tipps für AngelList: So nehmt ihr erfolgreich Kontakt zu Investoren auf

(Logo: AngelList)

Es gibt viele Plattformen im Netz, auf denen Gründer sich präsentieren und netzwerken können. Zu den Wichtigsten gehört neben Crunchbase, das wir vor einigen Wochen hier vorgestellt haben, auch AngelList: Die Plattform versteht sich als Social Network für Investoren und Entrepreneure, mit Unternehmens- und persönlichen Profilen sowie Möglichkeiten, sich gegenseitig zu folgen und Kontakt aufzunehmen.

Beliebte Startups, Jobs und Aktivitäten werden auf der Startseite angezeigt. (Screenshot: AngelList).
Beliebte Startups, Jobs und Aktivitäten werden auf der Startseite angezeigt. (Screenshot: AngelList).

Vor allem Startups, die eine Finanzierungsrunde planen, sollten das Potenzial von AngelList nicht unterschätzen. Philipp Moehring, der das Netzwerk in Europa vorantreibt, hat uns am Rande des European Pirate Summit erklärt, wie Unternehmer das Beste aus der Plattform herausholen.

AngelList – so funktioniert’s

Das Modell von AngelList ruht auf drei Säulen:

  1. Fundraising. Unternehmen können bei AngelList angeben, dass sie auf der Suche nach Geldgebern sind oder sich aktuell in einer Finanzierungsrunde befinden. Konkrete Verhandlungen oder das „Closing“ eines Deals finden dann bilateral und nicht über AngelList statt – Philipp Moehring beschreibt die Funktion daher als „Online-Marketing für das Offline-Fundraising.“ AngelList hilft also in erster Linie bei der Sichtbarkeit eines Startups und bei der Kontaktaufnahme zu geeigneten Business Angels.
  2. Syndicates: Über Syndicates können Investoren nach Co-Investoren für einen bestimmten Deal – und dann auch für jeden weiteren Deal – suchen. Durch eine derartige Beteiligung können vor allem Business Angels mit kleineren Beträgen in eine Finanzierung einsteigen und ihr Portfolio diversifizieren. Diese Funktion ist in Deutschland aufgrund rechtlicher Voraussetzungen nur bedingt verfügbar: Zwar haben deutsche Investoren die Möglichkeit, in amerikanischen Syndicates zu investieren, allerdings können sie selber keine Syndicates leiten und auch die Investition durch Syndicates in deutsche Unternehmen ist noch nicht möglich. Nicht zuletzt aufgrund einer angekündigten BaFin-Neuregelung hält AngelList sich mit der Prognose, wann dieser Bereich der Plattform auch für Deutschland interessant wird, zurück.
  3. Jobbörse: In den Rubriken Recruiting und Jobs sammelt AngelList aktuelle Stellenausschreibungen und potenzielle Kandidaten für Startup-Jobs. Sie zeichnen sich laut Philipp Moehring durch besondere Mobilität und Arbeitserfahrung in jungen Teams und Early-Stage-Startups aus.

Philipp Moehring: „AngelList wird in Europa noch unterschätzt“

Philipp Moehring ist verantwortlich für „all things Europe“ bei AngelList. (Foto: Philipp Moehring)
Philipp Moehring ist verantwortlich für „all things Europe“ bei AngelList. (Foto: Philipp Moehring)

In den USA hat AngelList, das 2010 von Naval Ravikant und Babak Nivi gegründet wurde, bereits viele Fürsprecher gewonnen. Es hilft beim Erweitern des eigenen B2B-Netzwerks und dient sowohl Journalisten als auch Investoren und Startups als Recherche-Tool. In Deutschland nutzen die Plattform allerdings bisher vor allem Startups, die sich in Richtung England und USA orientieren. Dabei kann die Community auch in Europa mittlerweile stattliche Zahlen vorweisen.

Laut Philipp Moehring sind 600 deutsche Investoren auf AngelList vertreten und insgesamt 4.800, die gewillt sind, in deutsche Startups zu investieren. Business Angels wiederum könnten unter den bisher angemeldeten 1.500 deutschen Startups fündig werden. Und in der Jobbörse warten mehrere hundert Stellen auf geeignete Kandidaten und umgekehrt.

5 Tipps für erfolgreiches Fundraising mit AngelList

Für Startups ist natürlich vor allem die Fundraising-Komponente von AngelList spannend. Philipp Moehring ist schon seit vielen Jahren in der europäischen Startup- und VC-Szene unterwegs. Vor seinem Wechsel zu AngelList war er mehrere Jahre für den Accelerator Seedcamp tätig und begleitete dort ebenfalls Startups auf ihrem Weg zur erfolgreichen Finanzierung. Wir haben ihn um seine für maximalen Erfolg bei AngelList gebeten:

  1. Erstellt komplette Profile für eure Person und euer Unternehmen – und füllt diese mit hilfreichen Informationen. Ziel ist es, Investoren dazu zu bringen, auf „Follow“ zu klicken – und das passiert nicht, wenn sie auf eurer Profilseite neben dem Namen nur ein Logo zu Gesicht bekommen.
  2. Schöpft die Vernetzungsmöglichkeiten der Plattform voll aus, indem ihr vielen interessanten Leuten folgt.
  3. Gebt regelmäßige Updates! Je öfter euer Startup im Newsfeed der euch folgenden Investoren auftaucht, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich bei der nächsten Finanzierungsrunde positiv an euch erinnern.
  4. Nutzt AngelList zur Recherche geeigneter Business Angels: Wer interessiert sich für meine Themen? Wer hat schon einmal in meinem Geschäftsfeld investiert?
  5. Bindet die Plattform schon früh in die Investorensuche ein und nicht erst während einer Finanzierungsrunde. Besteht ein Kontakt zum Zeitpunkt des eigentlichen Pitches schon länger, ist die Chance, dass er Gehör findet, um einiges größer. Daher lohnt es sich, schon im Vorfeld der Fundraising-Phase die Fühler auszustrecken.

Und einen weiteren Tipp hat Philipp Moehring für alle Startups auf der Jagd nach Geld:

„Ein sauberes Tracking erhöht die Erfolgschancen eurer Fundraising-Kampagne enorm. Wir erleben täglich, welchen Unterschied ein ordentlich aufgesetzter Prozess, bei dem die Kommunikation nachgehalten wird, macht.“

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