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AnyDesk: Ehemalige TeamViewer-Mitarbeiter starten alternative Remote-Desktop-Software

AnyDesk: Ehemalige TeamViewer-Mitarbeiter starten alternative Remote-Desktop-Software

Unter dem Namen AnyDesk gibt es nun eine neue Remote-Desktop-Software, die von einigen ehemaligen TeamViewer-Mitarbeitern entwickelt wurde. AnyDesk soll Konkurrenzprodukten vor allem technisch überlegen sein. Die versprechen schärfere Bilder, weniger Latenz und geringeren Bandbreitenbedarf.

AnyDesk: Ehemalige TeamViewer-Mitarbeiter starten alternative Remote-Desktop-Software

Anydesk: Eine Alternative zu Teamviewer? (Screenshot: anydesk.de)

Remote-Desktop-Markt: TeamViewer ist eine der beliebtesten Anwendungen

TeamViewer hat sich im Markt für Remote-Desktop-Software in den letzten Jahren eine komfortable Position gesichert. Vor allem durch seine kinderleichte Bedienung, bei der sich Nutzer nicht mit Firewalls, Portfreigaben und IP-Adressen herumschlagen müssen, hat die deutsche Firma aus Göppingen eine große Kundenbasis im Privat- und Business-Bereich aufbauen können.

AnyDesk: Drei ehemalige TeamViewer-Mitarbeiter machen ihr eigenes Ding

Mit AnyDesk gibt es nun einen neuen Konkurrenten im Markt für Remotdesktop-Anwendungen. Das Besondere an der Firma ist die Tatsache, dass die drei Gründer von AnyDesk früher selbst bei TeamViewer arbeiteten. Aus Unzufriedenheit über technische Defizite spaltete sich die Gruppe von TeamViewer ab und begann, an einem eigenen Programm zu arbeiten. Das Ergebnis dieser Maßnahme wurde nun in Form einer öffentlichen Beta-Version veröffentlicht.

Das Team hinter AnyDesk besteht aus ehemaligen TeamViewer-Mitarbeitern. (Quelle: AnyDesk)
Das Team hinter AnyDesk besteht aus ehemaligen TeamViewer-Mitarbeitern. (Quelle: AnyDesk)

Schneller, schärfer und weniger Traffic?

AnyDesk möchte dabei der Konkurrenz vor allem auf der technischen Ebene überlegen sein: Die Entwickler haben dazu eine Technologie namens „DeskRT“ entwickelt. Damit möchte AnyDesk in allen Belangen besser sein als die etablierte Konkurrenz: Bildqualität, Artefaktbildung, Geschwindigkeit und Bandbreitenverbrauch. Aber auch die einfache Bedienung hat AnyDesk größtenteils übernommen: Die kommt im Look eines aktuellen Browsers daher, zum Verbinden brauchen die Nutzer nur eine alphanumerische ID.

Die Oberfläche orientiert sich am Look eines Browsers. Zum Verbinden brauchen die Nutzer nur eine alphanumerische ID eingeben. (Quelle: AnyDesk)
Die Oberfläche orientiert sich am Look eines Browsers. Zum Verbinden brauchen die Nutzer nur eine alphanumerische ID. (Quelle: AnyDesk)

Bildkomprimierung ist auf Text und User Interfaces optimiert

Das Geheimnis von AnyDesk liegt in der Bildkomprimierung. Während bestehende Lösungen Komprimierungsverfahren einsetzen, die hauptsächlich für Bilder gemacht sind und nicht für Text und User-Interfaces, setzt AnyDesk auf ein eigenes, neues Verfahren, welches die Farbinformationen des Bildes komprimiert und deswegen schärfere Darstellungen verspricht. Außerdem setzt AnyDesk intelligente Verfahren ein, um den Bildinhalt zu analysieren. So überträgt das Programm nur Teile des Bildes, die sich im Gegensatz zum vorherigen Frame tatsächlich geändert haben. Gleichbleibende Areale müssen nicht neu übertragen werden, was zu deutlichen Traffic-Einsparungen führt.

Das User-Interface von AnyDesk orientiert sich am Look eines Webbrowsers. (Quelle: AnyDesk)
Das User-Interface von AnyDesk orientiert sich am Look eines Webbrowsers. (Quelle: AnyDesk)

Um ihre Behauptungen zu untermauern, haben die Macher von AnyDesk selbst einige Tests durchgeführt und ihr neues Produkt gegen die Konkurrenten TeamViewer, Splashtop, Screenhero und Google Remote Desktop antreten lassen. Dabei gewinnt AnyDesk in allen Kategorien mit deutlichem Abstand. Natürlich sind diese Ergebnisse mit Vorsicht zu genießen, immerhin konnte AnyDesk den Benchmark passend für ihr Produkt konzipieren.

AnyDesk: Bisher nur für Windows – Preise noch nicht bekannt

Der große Haken an AnyDesk ist momentan die Beschränkung auf Windows als Betriebssystem. Die Macher arbeiten aber bereits an einer Linux- und Mac-Portierung, für die es jedoch noch keinen genauen Release-Termin gibt. Kurzfristig soll außerdem ein iPad-Client erscheinen. Die Privatversion von AnyDesk soll weiterhin kostenlos bleiben. Für anspruchsvollere Nutzer und Unternehmen wird es bald Lite- und Professional-Versionen geben, die im Jahr 60 bzw. 180 Euro kosten sollen.

Bisher gibt es AnyDesk nur für Windows. Portierungen für iPad, Linux und Mac sind in der Mache. (Quelle: AnyDesk)
Bisher gibt es AnyDesk nur für Windows. Portierungen für iPad, Linux und Mac sind in der Mache. (Quelle: AnyDesk)
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4 Antworten
  1. von Marc am 13.06.2014 (13:18 Uhr)

    „[...] Und: Auch beim Preis hat AnyDesk noch nicht alle Karten offengelegt.”

    Und was ist mit der Preisliste auf dieser Seite?

    http://anydesk.de/bestellen

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  2. von Moritz Stückler am 13.06.2014 (21:31 Uhr)

    @Marc: Vielen Dank, da habe ich bei der Recherche nicht aufgepasst. Ist korrigiert!

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  3. von Siguard am 14.06.2014 (19:36 Uhr)

    In der Überschrift steht noch: "Preise noch nicht bekannt"

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  4. von Sebastian Prohaska am 15.06.2014 (23:04 Uhr)

    Wir sind gespannt und warten die Mac Clients ab. Support ohne Mac einbinden zu können geht mittlerweile nicht, danach schaut es nach einer ganz nützlichen Alternative aus. Wir sind gespannt.

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