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Karriere

Zweifel, Scham und Selbstvorwürfe: 6 Gedanken, die deiner Karriere schaden können

    Zweifel, Scham und Selbstvorwürfe: 6 Gedanken, die deiner Karriere schaden können

(Foto: Shutterstock.com)

Warum bin ich nicht befördert worden? Was sollen die anderen denken? Ich schaffe das nicht! Es gibt zahlreiche Denkmuster, die schädlich für unsere Karriere sind. Wir stellen sechs von ihnen vor.

Wie Gedanken unbewusst die Karriere beeinflussen

Wenn es mit der Karriere nicht so klappt wie gewünscht, kann das viele Ursachen haben: falsches Unternehmen, falsche Abteilung, falsche Kollegen, falscher Chef. Aber oft stehen wir uns auch einfach selbst im Weg – und zwar ohne es zu merken.

Es gibt verschiedene gedankliche Muster, die sich mit der Zeit eingeprägt haben können und die uns ganz unterbewusst davon abhalten, unser Bestes zu geben. Sie lenken unseren Fokus auf irrelevante, schlimmstenfalls negative Dinge und entziehen uns Energie, statt uns zu beflügeln. Wir stellen euch sechs dieser Muster vor und erklären, was ihr besser machen könnt.

Diese 6 Denkmuster bremsen euch bei der Arbeit aus

Diese negativen Gedankenmuster können eurer Karriere schaden. (Foto: Shutterstock.com)
Diese negativen Gedankenmuster können eurer Karriere schaden. (Foto: Shutterstock.com)

1. Sich ständig mit anderen vergleichen

Max, zwei Schreibtische weiter, hat seine Monatskennzahlen schon wieder bei Weitem übertroffen. Und Lisa aus dem Nachbarbüro ist letztens vor allen anderen von der Geschäftsleitung gelobt worden. Wird die Luft jetzt für alle anderen knapp?

„Vergleiche mit Kollegen sind in den seltensten Fällen zielführend.“

Wahrscheinlich nicht, aber solche und ähnliche Gedanken spuken wohl nicht wenigen von uns von Zeit zu Zeit im Kopf herum. Das Problem an der Sache: Bei anderen achten wir besonders auf das, was gut läuft. Irgendwann spornt uns das nicht mehr an, sondern wir lassen uns davon einschüchtern – ein negatives Gedankenmuster, dass uns Energie für wichtigere Aufgaben entzieht. Ohnehin verzerrt es die Realität, denn von der Beobachtung (ein Kollege liefert eine hervorragende Leistung ab) bis zur angenommenen Folge (andere Kollegen fallen dadurch negativ auf und müssen mit Konsequenzen rechnen) ist es alles andere als ein kausaler Schritt.

Vergleiche mit den Kollegen sind, vor allem wenn sie subjektiv und eigentlich nur im eigenen Kopf geführt werden, ein Nährboden für Unsicherheit und Unzufriedenheit. Nicht zuletzt deswegen denken immer mehr Firmen über Gehältertransparenz nach: Wenn alle Zahlen auf dem Tisch liegen, kann weniger Sorge und Missgunst entstehen. Wer nicht durch sportliches Wettbewerbsdenken motiviert wird, empfindet das häufige Vergleichen als Motivationskiller – und zielführend sind Vergleiche in solchen Fällen ohnehin nicht. Deswegen solltet ihr eure Zeit nicht zu oft mit ihnen verschwenden.

2. Nicht an sich selbst glauben

„Ich glaube, das schaffe ich nicht.“ Den meisten von uns dürfte dieser Satz so oder in abgewandelter Form bekannt vorkommen. Denn die meisten Jobs verlangen zu irgendeinem Zeitpunkt, sich aus der eigenen Komfortzone heraus zu bewegen und Neues zu wagen. Ein gesundes Maß an Respekt ist da ganz normal.

Schwierig wird es dann, wenn ein derartiges Gedankenmuster das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten blockiert – denn dann wird die eigene Leistung tatsächlich darunter leiden, eine klassische selbsterfüllende Prophezeiung. Eine bessere Formulierung des obigen Satzes wäre also: „Ich weiß nicht, ob ich das schaffe, aber ich glaube, dass ich es schaffen werde.“ So nehmt ihr das Problem weder auf die leichte Schulter, noch befürchtet ihr permanent, dass ihr daran scheitern werdet.

3. Sich auf das Problem konzentrieren statt auf die Lösung

Kampf gegen Windmühlen: Denkt ihr überhaupt noch über Lösungen nach, oder nur noch über das Problem? (Foto: Shutterstock.com)
Kampf gegen Windmühlen: Denkt ihr überhaupt noch über Lösungen nach, oder nur noch über das Problem? (Foto: Shutterstock.com)

Jeder kennt wohl Situationen im Job, in denen man sich überfordert fühlt. Die Frage ist: Wie gehen wir mit ihnen um? Im ersten Moment ist es normal, dass man angesichts so vieler Probleme, die man gefühlt ohnehin nicht alle lösen kann, die Segel streichen will. Aber dann sollte auch wieder der konstruktive Ansatz überwiegen – die Streitfragen, die nur für Frustration sorgen und keine baldige Klärung versprechen, sollten zu diesem Zeitpunkt zugunsten des Projektfortschritts nach hinten verschoben werden.

Konzentriert euch auf kleine Schritte und Teilerfolge, die ihr schnell erreichen könnt, um wieder Land zu sehen. Und wenn euch selbst das nicht gelingt, bittet Kollegen oder Vorgesetzte um Hilfe: Sie werden dankbar sein, dass ihr rechtzeitig Alarm geschlagen habt und euch helfen, eure Tasks zu priorisieren.

4. Angst vor dem Urteil anderer haben

„Was sollen denn die Leute denken?“ Dieser Ausruf wird gemeinhin mit Spießbürgern assoziiert, die peinlich genau auf das Bild bedacht sind, das sie nach außen abgeben und für die das Wohlwollen ihres sozialen Umfelds wichtiger ist als das eigene Glück. Tatsächlich tragen wir alle aber mehr Spießbürgertum in uns, als wir uns eingestehen wollen. In vielen Fällen schadet es ja auch nicht, die Reaktion eines vermeintlichen Gegenübers zu antizipieren, um das eigene Vorhaben zu überprüfen.

„In den meisten Fällen bleibt die gefürchtete Kritik aus.“

Schwierig wird es allerdings dann, wenn uns diese Art von Denkmuster hemmt und davon abhält, unseren Ideen freien Lauf zu lassen. Das gilt ganz besonders in Situationen, in denen wir uns Sorgen um eine potenziell negative Reaktion der anderen machen: Ob sie unseren Vorschlag wirklich ablehnen werden, wissen wir schließlich erst dann, wenn wir ihn auch offen ausgesprochen haben. In vielen Fällen bleibt die gefürchtete Kritik oder Verurteilung ohnehin aus. Mit negativen Einwänden solltet ihr euch daher erst auseinandersetzen, wenn sie wirklich auf dem Tisch liegen – und nicht schon vorher in eurem Kopf.

5. Sich ungerecht behandelt fühlen

Die anderen werden besser behandelt? Der Ärger darüber allein bringt euch nicht weiter. (Foto: Shutterstock.com)
Die anderen werden besser behandelt? Der Ärger darüber allein bringt euch nicht weiter. (Foto: Shutterstock.com)

„Warum bin ich eigentlich bei der letzten Beförderung übergangen worden? Andere in meiner Position hätten längst ein eigenes Büro/einen Dienstwagen. Wenn mir das Projekt federführend übertragen worden wäre, würde alles viel besser laufen …“

Wer sich über etwas ärgern will, findet im Job in der Regel genug Anknüpfungspunkte. Die Frage ist, wie viel Zeit wir auf solche Gedankenspiele verwenden wollen … oder sollten wir eher von verschwenden reden? Denn wer seinen Unmut einfach still in sich reinfrisst, schmort einfach nur im eigenen Saft. So wird sich die Situation nicht verbessern, im Gegenteil: Die Arbeitsergebnisse leiden. Deswegen gilt: Ist das Ärgernis so groß, dass es eure Produktivität ernsthaft beeinträchtigt, sucht das Gespräch und bringt eure Kritik an der richtigen Stelle an. In allen anderen Fällen: Get over it already!

6. Sich keinen Fehler erlauben

Aufgrund eines Hangs zum Perfektionismus neigen viele Menschen dazu, sich selbst keinerlei Fehltritte zu verzeihen – und vor allem: selbst kleinere Rückschläge als selbstverschuldetes Versagen zu interpretieren. Das ist aber alles andere als produktiv. Denn meistens ist der fragliche Vorfall in der eigenen Wahrnehmung deutlich größer als in der aller anderen – und selbst wenn nicht: Durch Selbstvorwürfe und Scham wird die Situation in den seltensten Fällen besser (eher durch eine der Maßnahmen aus unserem Artikel „Fehler im Job: So machst du das Beste daraus“).

„Irren ist menschlich – hängt euch nicht zu sehr an einem Misserfolg auf.“

Dass sich die Kollegen im Team-Meeting gegen euren Vorschlag ausgesprochen haben, heißt noch lange nicht, dass ihr gescheitert oder „negativ aufgefallen“ seid. Dass sich ein von euch gewünschtes Feature oder Projekt als nicht erfolgreich herausgestellt hat, bedeutet nicht, dass schon in der Kantine über euch getuschelt wird. Ein Stirnrunzeln werdet ihr eher ernten, wenn ihr längst fällige Arbeitsergebnisse zurückhaltet, um noch bis zur Unendlichkeit an ihnen zu feilen. Oder wenn ihr die Ergebnisse nicht rechtzeitig erbringt, weil ihr zu viel Zeit damit verbracht habt, euch innerlich für irgendeinen belanglosen Faux-Pas zu geißeln. Auch hier gilt das Fazit aus Punkt 5: Drüber wegkommen und weitermachen. Und darauf vertrauen, dass eure Chefs wissen, dass dort, wo gehobelt wird, auch Späne fallen.

Kennt ihr eigentlich auch die „5 Wörter, die eurer Karriere schaden“? Hier gehts zum Artikel.

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1 Reaktionen
NataliaFedossenko
NataliaFedossenko

Sehr interessant in diesem Artikel: Bei fast jedem Punkt geht es um Andere aber nicht um einen selbst. "Andere behandeln mich schlecht", "Angst vor dem Urteil anderer" und der "ständige Vergleich mit anderen".

Ich denke genau das ist im Job sehr häufig das Problem. Man ist einfach nicht überzeugt genug von sich selbst und muss sich ständig mit seinen Kollegen vergleichen. Das dürfte wohl den meisten Berufsstätiten (abhängig von der Branche) so gehen und da nehme ich mich auch nicht aus. Weniger an andere denken und schon dürfte man sich selbst auch besser fühlen, leichter gesagt als getan.

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