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Google-Keyword-Planer: Die ultimative Anleitung

Mit dem „AdWords Keyword Tool“ schließt eines der beliebtesten Werkzeuge der SEM-Szene. In diesem Artikel wollen wir euch seinen Nachfolger inklusive aller Möglichkeiten und Funktionen vorstellen: den Google-Keyword-Planer.

Google-Keyword-Planer: Die ultimative Anleitung

Der Google-Keyword-Planer ist eine Zusammenstellung des Keyword-Tools und des Traffic-Estimators. Er vereint die Funktionen beider Google-Dienste und soll insofern angehenden Anzeigenkunden helfen, eigene Kampagnen für zu planen. Die offizielle Ankündigung des Keyword-Planers veröffentlichte Google am 20. Mai im Unternehmensblog „Inside AdWords“. Hier heißt es: „Mit dem Start dieses neuen, kombinierten Tools werden wir das Keyword Tool und den Traffic Estimator in etwa 60 Tagen einstellen.“ Werbetreibende weltweit sollten sich deshalb frühzeitig auf eine Umstellung gefasst machen. Mit dieser Anleitung wollen wir Euch den Einstieg vereinfachen.

Besonderheiten des Google Keyword Planer

„Wir arbeiten ständig daran, den Prozess der Kampagnenerstellung zu vereinfachen“, schreibt Google im Unternehmensblog. Und dieser Prämisse sind die Entwickler mit dem Keyword Planer gerecht geworden, denn er besticht tatsächlich durch eine erstklassige Nutzerführung. Erstmals lassen sich alle Schritte der Kampagnenerstellung innerhalb eines Werkzeugs abbilden. Ein großer Vorteil, vor allem für Einsteiger. Unerfahrene Nutzer sind ohnehin die Zielgruppe des Google Keyword Planers, ist der gesamte Ablauf doch komplett auf einzelne Kampagnen getrimmt. Die großen Unterschiede zwischen Keyword-Planer und Keyword-Tool listet Google im Supportbereich auf:

  • Im Keyword-Tool standen Nutzer bei der Ermittlung von Suchvolumina die Optionen „Weitgehend passend“, „Exakt passend“ und „Passende Wortgruppe“ zur Auswahl. „Der Keyword-Planer enthält ausschließlich bisherige Statistikdaten für den Übereinstimmungstyp 'Genau passend'“
  • Der Keyword-Planer ermittelt die Suchvolumina über alle Gerätegrenzen hinweg. So werden „Desktop-Computer, Laptops, Tablets und Mobiltelefone“ einbezogen. Das Keyword-Tool berechnete die Werte ausschließlich für Dektop-Computer und Laptops.
  • Weitere Änderungen betreffen insbesondere die Aufbereitung der Daten. So wurden einzelne Spalten umbenannt, entfernt oder anderweitig eingebunden.

Eine entscheidende Neuerung wird im Blogpost des AdWords-Teams erst gegen Ende genannt. Dort heißt es: „In Zukunft wird es notwendig sein, sich in einzuloggen, um den Keyword Planer zu nutzen. Dies macht es dir möglich, personalisierte Ergebnisse und Schätzungen zu erhalten.“ Sollte sich der zweite Satz bewahrheiten, erhalten Nutzer innerhalb des Keyword-Planers in Zukunft personalisierte Ergebnisse. Hiervor „graut es mir etwas, denn ich will gerade keine Daten, die sich auf einen Account beziehen“, schreibt dazu Markus Hövener von den Internetkapitänen.

Eine Anleitung für den Google-Keyword-Planer

Der Startbildschirm des Google Keyword Planers. (Screenshot: adwords.google.com)
Der Startbildschirm des Google-Keyword-Planers. (Screenshot: adwords.google.com)

Nutzern des Google-Keyword-Planers stehen zu Beginn drei verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl. Der erste Menüpunkt gilt der kompletten Anzeigenplanung, der zweite Menüpunkt der Leistungsermittlung von Keywords und der dritte Menüpunkt der Zusammenführung mehrerer Keyword-Listen. Wer eine Kampagne inklusive der Keyword-Recherche über Google planen möchte, startet in der Regel über den ersten Menüpunkt. Bereits vorbereitete Keyword-Listen können Nutzer über den zweiten Menüpunkt hochladen. Wir durchlaufen den gesamten Prozess exemplarisch und starten demnach über den ersten Menüpunkt „Ideen für Keywords und Anzeigengruppen suchen“.

In diesem Schritt wählen Nutzer die Ausgangsbegriffe. (Screenshot: adwords.google.com)
In diesem Schritt wählen Nutzer die Ausgangsbegriffe. (Screenshot: adwords.google.com)

Nutzer müssen an dieser Stelle einen Ausgangs-Begriff hinterlegen, etwa ein Produkt oder eine Dienstleistung. Wer möchte, kann darüber hinaus eine Zielseite und Produktkategorie angeben. Beide Punkte helfen beim Ermitteln möglicher Keyword-Ideen. Absolut notwendig ist die unten stehende Ausrichtung, über die Land, Sprache und Medium festgelegt werden. Hierzulande lauten die ersten beiden Einstellungen „Deutschland“ und „Deutsch“. Die Internetkapitäne raten dazu, im dritten Menüpunkt die Option „Google“ anstatt „Google und Such-Netzwerk“ auszuwählen. Der Grund: Bei der Auswahl von „Google und Such-Netzwerk“ ist weitgehend unklar, woher die deutlich höheren Suchvolumina stammen. Der Google Keyword Planer speichert die drei Optionen im Übrigen, bei gleichbleibenden Einstellungen müssen Nutzer deshalb nur einmal Hand anlegen.

Die Standard-Auswahl „Anzeigengruppen-Ideen“ des Google Keyword Planer taugt leider nicht. (Screenshot: adwords.google.com)
Die Standard-Auswahl „Anzeigengruppen-Ideen“ des Google Keyword Planer taugt leider nicht. (Screenshot: adwords.google.com)

Nach der Eingabe des Ausgangs-Begriffs und allen weiteren Einstellungen ermittelt der Google-Keyword-Planer thematisch relevante Keywords inklusive der durchschnittlichen Menge an Suchanfragen, dem Wettbewerb und den durchschnittlichen Klickkosten. Sie lassen sich unter dem Reiter „Anzeigengruppen-Ideen“ automatisch in Gruppen unterteilen oder unter dem Reiter „Keyword-Ideen“ der Reihe nach auflisten, standardmäßig nach Relevanz geordnet. Aufgrund der besseren Übersichtlichkeit und Nachvollziehbarkeit sollten Nutzer den Reiter „Keyword-Ideen“ vorziehen. Die automatische Gruppierung des Reiters „Anzeigengruppen-Ideen“ war in unseren Tests fehlerbehaftet, wie man auch in oben stehendem Screenshot sieht. So wurden in unserem Beispiel unnötigerweise drei Anzeigengruppen namens „Marketing Seo“, „SEO“ und „Suchmaschinenoptimierung“ erstellt.

Um effektiv zu arbeiten, sollten Nutzer zum Reiter „Keyword-Ideen“ wechseln. (Screenshot: adwords.google.com)
Um effektiv zu arbeiten, sollten Nutzer zum Reiter „Keyword-Ideen“ wechseln. (Screenshot: adwords.google.com)

Nach dem Wechsel zum Reiter Keyword-Ideen können Nutzer einzelne Keywords auswählen und Anzeigengruppen zuordnen. Wir haben auf der rechten Seite aus diesem Grund zwei Anzeigengruppen erstellt. Wer ein Keyword aus der Auflistung in eine Anzeigengruppe verschieben möchte, klickt hierfür auf den Pfeil am Zeilenende. Wer weitere Keywords manuell hinzufügen möchte, öffnet eine Anzeigengruppe per Doppelklick und klickt auf das Plus-Symbol. Mit einem Mausklick auf den blauen Button „Schätzungen überprüfen“ gelangen Nutzer zur nächsten Ansicht, dem dritten und letzten Teil der Kampagnenplanung.

Hier beginnt das „Finetuning“ der AdWords-Kampagne. (Screenshot: adwords.google.com)
Hier beginnt das „Finetuning“ der AdWords-Kampagne. (Screenshot: adwords.google.com)

Diese finale Ansicht ermöglicht Nutzern, den Erfolg beziehungsweise Misserfolg ihrer Kampagne im Vorfeld abzuschätzen. Google liefert hierfür alle wichtigen Kennzahlen in Form von Tagesschätzungen, darunter Klicks und Impressionen sowie Position und Kosten. Wer möchte, kann darüber hinaus ein konkretes Gebot oder Tagesbudget eingeben. Mittels „Keyword-Optionen bearbeiten“ lassen sich die Keywords und Anzeigengruppen auf „weitgehend passend“ „genau passend“ und „passende Wortgruppe“ umstellen. Unterhalb des Graphen können Nutzer außerdem weitere Keywords hinzufügen. All diese Änderungen haben Auswirkungen auf die Performance der Kampagne.

Wer noch einmal auf die Keyword-Ideen der vorangegangenen Ansicht zurückgreifen möchte, wählt hierfür „Zurück zur Suche“. Leider gibt es derzeit keine einfache Möglichkeit, einzelne Anzeigengruppen auf mehrere Kampagnen zu verteilen. Der Keyword-Planer ist auf einzelne Kampagnen abgestimmt, schreibt der Winlocal-Blog. „Ein Workaround bei komplexen Aufgabenstellungen kann der Download einzelner 'Zwischen-Pläne' und der Umweg über den Google Editor sein.“ Über die Buttons „Zurück zur Suche“ und „Suche ändern“ haben Nutzer Zugriff auf die zwei anderen Menüpunkte zur Leistungsermittlung sowie Zusammenführung von Keywords beziehungsweise Keyword-Listen, die zu Beginn der Keywordrecherche zur Auswahl standen.

Alternativ können Nutzer auch manuell Keywords eingeben beziehungsweise Keyword-Listen hochladen. (Screenshot: adwords.google.com)
Alternativ können Nutzer auch manuell Keywords eingeben beziehungsweise Keyword-Listen hochladen. (Screenshot: adwords.google.com)

Der zweite Menüpunkt ermöglicht Nutzer einzelne oder mehrere Keywords einzugeben sowie hochzuladen. Der Google-Keyword-Planer ermittelt daraufhin dessen Leistung. Sie werden hierfür wie beim Menüpunkt „Keyword-Listen vervielfachen“ als eigene Anzeigengruppe hinzugefügt.

Der dritte Menüpunkt des Google Keyword Planers ermöglicht das Vervielfachen von Keyword-Listen. (Screenshot: adwords.google.com)
Der dritte Menüpunkt des Google-Keyword-Planers ermöglicht das Vervielfachen von Keyword-Listen. (Screenshot: adwords.google.com)

Über die Option „Keyword-Listen vervielfachen“ können Nutzer schnell viele Keyword-Kombinationen erstellen und testen. Der oben stehende Screenshot zeigt das exemplarisch: Ein Klick auf „Schätzungen abrufen“ generiert die Daten für alle Keyword-Kombinationen der gelisteten Begriffe – beispielsweise „seo agentur hannover“, „seo agentur hildesheim“ und „seo agentur göttingen“.

Die finale Ansicht nach weiteren Einstellungen. Jetzt fehlt nur noch der Export. (Screenshot: adwords.google.com)
Die finale Ansicht nach weiteren Einstellungen. Jetzt fehlt nur noch der Export. (Screenshot: adwords.google.com)

Ist die Kampagne perfekt, können Nutzer die Daten herunterladen. Als Formate stehen „CSV (AdWords Editor)“ und „CSV (Excel)“ zur Auswahl. Alternativ lässt sich die Kampagne über den Button „Im Konto speichern“ auch direkt im AdWords Konto ablegen.

Weitere Anleitungen für den Google Keyword Planer

Habt ihr weitere Fragen zum Google Keyword Planer? Kennt ihr interessante Tipps oder Tricks? Wir freuen uns auf eurer Feedback in den Kommentaren.

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5 Antworten
  1. von Fotograf Frankfurt am 02.07.2013 (09:56Uhr)

    Für mich war das Tool zunächst auch etwas ungewohnt, doch wenn man etwas damit arbeitet und jetzt noch diesen Beitrag zur Seite hat, gibt es gar keine Probleme mehr.

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  2. von Andreas am 03.07.2013 (07:48Uhr)

    Nette Übersicht aber was ist an der Anleitung jetzt "Ultimativ"? Habe ich was verpasst?

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  3. von Laura am 03.07.2013 (08:41Uhr)

    Der Artikel ist sehr aufschlussreich. Ansicht ist der Keyword-Planer ein gutes Tool zur Unterstützung bei der Kampagnen-Erstellung. Ich persönlich finde ihn nicht so gut wie das Keyword-Tool, da die Keyword-Optionen eingeschränkt sind. So kann uns der Planer nicht unterstützen, da wir das Tool zur Keyword-Recherche genutzt haben und der Planer zu eingeschränkte Optionen hat.

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  4. von otte24 am 03.07.2013 (14:50Uhr)

    Der Keyword-Planer ist einfach nur schrecklich...

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  5. von health drinks, Zeal for life, zeal life… am 03.07.2013 (21:28Uhr)

    when i google "google keyword tool" i gwt google adwords and cannot find the normal format for google kwyword tool --can anyone help please??

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