Drücke die Tasten ◄ ► für weitere Artikel  

Makerbot Replicator 2: 3D-Drucker im Praxistest

Das Thema 3D-Drucker ist gerade in aller Munde. Mit ihrem im Herbst 2012 erschienenen Makerbot Replicator 2 möchte die Firma Makerbot ein solides Gerät für den Einstieg in die Welt des 3D-Drucks anbieten. Wir haben uns den Replicator 2 in der t3n Redaktion näher angeschaut, uns mit den Eigenarten des Geräts vertraut gemacht und natürlich unsere ersten Dinge ausgedruckt.

Makerbot Replicator 2: 3D-Drucker im Praxistest
Der Replicator 2 der amerikanischen Firma Makerbot ist die logische Fortführung des ersten Replicator-Modells und der dahinter stehenden Philosophie, 3D-Druck für eine breite Masse erschwinglich zu machen. Im Gegensatz zum Vorgänger besticht der Replicator 2 durch ein extrem solides, schwarz-matt beschichtetes Metallgehäuse (früher unlackiertes Holz) und seine extrem durchdachte Benutzerführung. Das Gerät wird mit einer Tragetasche, Druckmaterial – eine nicht ganz volle Rolle PLA – und Handbuch geliefert. Der Replicator 2 ist unwesentlich größer als ein handelsüblicher Laserdrucker und lässt sich entweder per USB-Kabel direkt am Mac/PC oder über den integrierten SD-Kartenslot mit Daten beschicken.

Die Plattform sollte zum Schutz mit einem beschichteten Klebeband beklebt werden. So lassen sich nach dem Druck auch die Objekte bestmöglich von der Plattform lösen.

Makerbot Replicator 2 in der Übersicht

  • kompakter auf Basis des Fused-Deposition-Modeling-Verfahren (verflüssigtes Plastik wird in Schichten frei aufgetragen)
  • ordentliche Qualität der gedruckten Objekte
  • robustes und wartungsarmes Gerät (Metallgehäuse, Führungen, Druckkopf)
  • Treiber und Druck-Software Makerware im Preis enthalten
  • durchdachte Benutzerführung (Justierung der Plattform)
  • Druckmaterial verhältnismaßig günstig (ca. 50 EUR/PLA-Rolle à ca. 390 Schachfiguren)
  • sehr gut für das Drucken von individuellen Prototypen geeignet
  • günstiger Preis (ca. 1.800 EUR)

 Worauf man achten sollte:

  • eher nicht für Massenproduktion von Objekten geeignet da langsam, Oberflächenqualität nicht endkundentauglich
  • muss regelmäßig justiert werden (ca. 10min)
  • PLA-Druckmaterial aktuell nur in wenigen Farben verfügbar (z.B. weder in schwarz noch in weiß)
  • komplexe 3D-Modelle müssen oft für den 3D-Druck bearbeitet werden (Stützgitter)
  • Maximale Druckgröße: 28cm x 15cm x 15cm
Das Druckbeispiel „Nut and Bolt“ macht deutlich, dass auch mechanische Objekte wie Schrauben und Muttern mit dem Makerbot Replicator 2 gedruckt werden können.

Für wen ist der Markerbot Replicator 2 sinnvoll?

Man muss klar sagen, dass ein 3D-Drucker immer noch ein Nischenprodukt ist und man sich gut überlegen sollte, welchen Nutzwert einem der Replicator 2 bietet. Der 3D-Drucker spielt vor allem dort seine Stärken aus, wo schnell und regelmäßig individuelle Objekte gedruckt werden müssen – zum Beispiel in einem Design-Büro, beim Produktdesign aber auch bei der Individualisierung von Massenprodukten (3D-Schilder/Logos,..) oder zur Erzeugung von Formen (z. B. im Kunsthandwerk oder beim Bau von Gießformen). Mit dem niedrigen Preis und der nutzerfreundlichen Bedienbarkeit verschwimmt beim Replicator 2 die Grenze zwischen kommerzieller und privater Nutzung. Wer schon immer eine richtig gute Produktidee hatte, ein Ersatzteil für sein Lieblingsgerät (z. B. eine Abdeckungsklappe) nicht mehr bekommt oder einfach nur sein Hobby ausleben möchte, kann das nun endlich tun.

Neben der Anschaffung des Druckers darf man jedoch nicht vergessen, dass die Modelle für den Drucker auch irgendwo erstellt werden müssen. Hier benötigt man – wie beim 2D-Druck auch – eine professionelle Software und jede Menge Zeit sowie Know-how, um das Druckmodell wirklich so zu entwickeln, dass man sich nach dem Ausdrucken immer noch freut. In den meisten Fällen folgt also beim Einstieg in den 3D-Druck auch noch die Anschaffung einer CAD-Software wie z.B. Rhinoceros oder die Buchung eines CAD-SAAS-Services wie tinkercad.com (begrenzter Funktionsumfang, aber gut für Einsteiger).

Makerbot Replicator 2 kaufen

Den Makerbot Replicator 2 bekommt man entweder direkt über den Onlineshop von Makerbot oder über deutsche Händler. Der Vorteil bei dem Bezug über einen deutschen Händler (z. B. Hafners Büro aus Stuttgart) liegt in der meist besseren Verfügbarkeit und der ausgelagerten Abwicklung des Imports (Zoll, Einfuhrumsatzsteuer,...) – dafür ist der Drucker im Vergleich zum Selbstimport etwas teurer. Im Makerbot Shop geht der Replicator 2 aktuell für einen Grundpreis von 2.199 US-Dollar über den virtuellen Ladentisch (ohne Importkosten). Beim deutschen Händler sind es ca.  1.900 EUR netto. Eine Rolle PLA-Druckmaterial kostet um 50 EUR und reicht für ca. 400 Schachfiguren – diese Angaben hängt aber stark von der Art der zu druckenden Modelle ab. Wer einfach nur großvolumige, massive Objekte druckt, ohne diese vor dem Druck zu optimieren (z.B. Gitter innen, statt massiv) wird deutlich schneller zur nächsten Rolle PLA greifen müssen.

Fazit

Auch wenn 3D-Druck noch in den Kinderschuhen steckt, so kann sich selbst heute schon die Anschaffung und der Betrieb eines Replicator 2 lohnen. Der Replicator 2 begeistert durch seine vielen durchdachten Funktionen inklusive des Makerware Software/Treiber-Kit, die auch für Laien verständliche geführte Justierungsfunkion, die niedrigen Druckkosten und die präzise Verarbeitung. Wer heute schon den Einstieg in den 3D-Druck wagen möchte, ist mit dem Makerbot Replicator 2 gut beraten. Er ist effizient, stabil und inklusive Softwarepaket eine runde Sache.

154 Shares bis jetzt – Dankeschön!

Bewerten
VN:F [1.9.22_1171]
14 Antworten
  1. von Philipp am 08.01.2013 (12:28Uhr)

    Kann man den Drucker auch über andere Programme mit Dateien bestücken? Zum Beispiel mit Blender Dateien?

  2. von Martin Brüggemann am 08.01.2013 (12:30Uhr)

    @Philipp: Die MakerWare-Software kann .stl-, .obj- und .thing-Dateien verarbeiten. Ob du die aus Blender rausexportiert bekommst, kann ich nicht beurteilen.

  3. von Darius Morawiec via facebook am 08.01.2013 (15:05Uhr)

    Liebe Redaktion, wisst ihr vielleicht, wo man so ein Gerät "mieten" oder 3D Modelle zum Druck einsenden kann? Möglichst innerhalb Deutschland ... . Eher mau, oder?

  4. von Thomas D. am 08.01.2013 (16:34Uhr)

    STL geht mit Blender. Das Modellieren ist aber manchmal nicht ganz einfach, da 3D-Druck keine Fehler verzeiht, d.h. z.B. wenn die Oberflächen in die falsche Richtung weisen. Ich mag Blender, aber CAD-Software ist da wahrscheinlich manchmal besser drauf eingestellt. Ist der Umgang mit Maßeinheiten in Blender nicht wirklich gut gelungen.

  5. von stooni2 am 08.01.2013 (17:54Uhr)

    Finde den BitsforBytes besser hat auch eine SW dabei Axon2 die sehr gut zu bedienen ist!

    http://www.3d-model.ch/3d-drucker-kaufen%2Fpersonal-3d-drucker%2F3dtouch-double-head/#cc-m-product-5327367950

    Hier der Drucker 2 Kopf für schnelleren Druck und für überhängende Teile!

    ----Stooni

  6. von 3D-Druck: Zukunft und Potenzial einer ga… am 04.03.2013 (12:20Uhr)

    [...] sind einer der größten Trends der digitalen Gemeinschaft in den letzten Jahren. Die Geräte, die inzwischen massentauglich und erschwinglich geworden sind, erhalten mehr und mehr Einzug in den Alltag von aufgeschlossenen Nutzern. Dass dahinter zukünftig [...]

  7. von Übersicht: 3D-Drucker auf der CeBIT 201… am 08.03.2013 (15:24Uhr)

    [...] Makerbot Replicator 2: 3D-Drucker im Praxistest - t3n [...]

  8. von Übersicht: 3D-Drucker auf der CeBIT 201… am 09.03.2013 (01:15Uhr)

    [...] Makerbot Replicator 2: 3D-Drucker im Praxistest – t3n [...]

  9. von RigidBot: Solider 3D-Drucker für 235 Eu… am 28.03.2013 (11:31Uhr)

    [...] Wie der Name schon verrät, zeichnet sich der RigidBot vor allem durch seine solide Bauweise aus. In ihrem Vorstellungsvideo demonstrieren die Macher des Druckers, dass dessen Rahmenkonstruktion sogar zwei Personen samt Europalette tragen kann, und das obwohl er nur aus hohlen und relativ dünnen Stahlträgern besteht. Durch die hohe Stabilität verspricht der RigidBot besonders präzise Druckergebnisse. Wie die meisten Konkurrenten kann auch der RigidBot in drei Auflösungen betrieben werden. Die feinste Variante verspricht eine minimale Schichtstärke von 100 Mikrometern. Nicht nur bei diesem Wert orientiert sich der RigidBot in seinen Features am Platzhirsch, dem Replicator 2 von Makerbot. [...]

  10. von 3D-Druck: Diese zehn Seiten musst du ken… am 18.04.2013 (13:59Uhr)

    [...] können heruntergeladen, modifiziert und anschließend gedruckt werden. Thingiverse gehört zwar zu MakerBot, die dortigen Modelle können allerdings mit beliebigen 3D-Druckern gefertigt [...]

  11. von The Buccaneer: Stylischer 3D-Drucker fü… am 04.06.2013 (15:20Uhr)

    [...] Makerbot Replicator 2: 3D-Drucker im Praxistest – t3n News [...]

  12. von Schwerkraft? Welche Schwerkraft? Neuer 3… am 10.06.2013 (15:57Uhr)

    [...] Mataerial handelt es sich nicht wie beispielsweise beim Makerbot um eine kleine Box, in der 3D-Objekte gedruckt werden können, sondern um einen stattlichen [...]

  13. von Industrie-3D-Drucker-Firma Stratasys kau… am 20.06.2013 (11:04Uhr)

    [...] Firma aus New York zählt als Marktführer im Bereich des „Desktop 3D-Printing“. Ihr Flaggschiff-Produkt, der „Replicator 2“ verkaufte sich in den letzten neun Monaten über 11.000 mal und bereitete mit einem Preis von rund [...]

  14. von Windows 8.1 unterstützt 3D-Drucker ab W… am 27.06.2013 (11:17Uhr)

    [...] 3D-Druckern am Markt kompatibel sein sollen. Dazu gehören zum Beispiel die Produkte von MakerBot, Fabbster oder 3D [...]

Deine Meinung

Bitte melde dich an!

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar schreiben zu können.

Jetzt anmelden

Mehr zum Thema 3D-Drucker
Druck dir ‘ne Pizza: Foodini, der erste 3D-Drucker für ganze Mahlzeiten
Druck dir ‘ne Pizza: Foodini, der erste 3D-Drucker für ganze Mahlzeiten

3D-Drucker erobern immer mehr Bereiche. Geht es nach den Machern von Foodini, dann ist als Nächstes unsere Küche an der Reihe. » weiterlesen

Objet500 Connex3: Erster 3D-Drucker, der mit verschiedenen Materialien und Farben arbeitet
Objet500 Connex3: Erster 3D-Drucker, der mit verschiedenen Materialien und Farben arbeitet

Stratasys hat den ersten 3D-Drucker vorgestellt, der unterschiedliche Farben und Materialien unterstützt. Das Gerät mit der Bezeichnung „Objet500 Connex3“ soll 330.000 US-Dollar kosten. » weiterlesen

Bastler baut Air-Hockey-Roboter aus 3D-Drucker und Arduino
Bastler baut Air-Hockey-Roboter aus 3D-Drucker und Arduino

3D-Drucker ziehen Bastler an, wie das Licht die Motten. Hardware-Hacker Jose Julio hat kürzlich einen 3D-Drucker für ein beeindruckendes Projekt zweckentfremdet. Mit Hilfe eines Arduino, einer... » weiterlesen

Kennst Du schon unser t3n Magazin?

t3n-Newsletter
Top-Themen der Woche für Web-Pioniere
Jetzt kostenlos
anmelden
Diesen Hinweis verbergen