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Kommentar

Sascha Pallenberg: Warum kein Weg am Grundeinkommen vorbeiführt

Die Themenwoche Utopien zur Bundestagswahl 2017 – Sascha Pallenberg. (Grafik: t3n.de)

Maschinen nehmen uns die Arbeit weg – das ist nicht neu. Aber Geschwindigkeit und Ausmaß werden dank der Digitalisierung diesmal beispiellos sein. Unsere Themenwoche Utopien zur Bundestagswahl 2017.

Am Sonntag wählt Deutschland einen neuen Bundestag – und alle sind mit der Tagespolitik beschäftigt: Steuersätze rauf oder runter, wie viel Zuwanderung, welche Sozialleistungen in welcher Höhe sind gerecht?

Wir wollen das zum Anlass nehmen politisch, gesellschaftlich und wirtschaftlich über die kommenden vier Jahre hinaus zu blicken und wieder die grundsätzliche politische Frage stellen: Wie wollen wir in Zukunft leben? Diese Frage haben wir bekannten digitalen Vordenkern im Rahmen der t3n-Themenwoche Utopien gestellt – und sie haben geantwortet. Den Auftakt macht Daimler-Blogger Sascha Pallenberg.

Maschinen nehmen uns die Arbeit weg!

Maschinen nehmen uns die Arbeit weg! Eine Headline, die in den letzten vier Jahrzehnten nur marginal angepasst wurde. Waren es anfangs die ersten Roboter in den Fertigungsstraßen der Automobilindustrie, so reden wir inzwischen über Maschinen, die uns in Banken begrüßen, in Altersheimen arbeiten und final gar die Reden auf unseren Trauerfeiern sprechen können.

Nichts scheint mehr unmöglich, und so überbieten wir uns gegenseitig mit apokalyptischen Szenarien, in denen erklärt wird, welche Berufsgruppe denn demnächst von einem künstlichen Helfer oder gar einem Algorithmus übernommen wird.

Viel wichtiger ist jedoch die Frage, wie sich unsere Gesellschaft dadurch entwickeln wird. Schließlich haben wir in den letzten zweitausend Jahren ja mehr als eine Berufsgruppe an den technologischen Fortschritt verloren, ohne dass es uns an den Abgrund der Menschheitsgeschichte gebracht hätte.

Roboter, immer komplexere Algorithmen und die sich exponentiell entwickelnden Technologien im Bereich der KI-Forschung bringen uns jedoch über kurz oder lang an den Punkt, an dem wir uns die Frage nach der gesellschaftlichen Entwicklung viel fundamentaler, ja wohl auch radikaler stellen müssen. Ja, das bedingungslose Grundeinkommen (BGE) mag hier ein erster Ansatz sein, um einen evolutionären Schritt zu machen. Raus aus einem monetären System, hin zu einem, welches auf den zur Verfügung stehenden Ressourcen basiert.

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Das BGE muss und es wird kommen!

Können wir es in zehn, 15 oder 20 Jahren moralisch überhaupt noch verantworten, dass stupide Arbeiten von Menschen ausgeführt werden? Acht Stunden am Fließband, im Supermarkt an der Kasse sitzen oder Regale einräumen, Pakete ausliefern, Straßen reinigen, im Fastfood-Tempel die Burger wenden … Wer sich einmal einmal eine halbe Stunde der analogen Welt hingibt, ein Blatt Papier schnappt und all die Berufe auflistet, die alles andere als abwechslungsreich und komplex sind, wird vielleicht überrascht sein, wie umfangreich die Sammlung wird.

Diese Jobs werden wegfallen. ALLE! Und wer sich jetzt auf der sicheren Seite fühlt und glaubt, dass die gut bezahlte Stelle in der Werbeagentur, bei der überregionalen Zeitung oder der Investmentbank gleichzusetzen ist mit einer Jobgarantie für die kommenden 20 Jahre: Nein, hinter Tor drei befand sich leider der Zonk. Du bist draußen und solltest dich lieber jetzt schon einmal darauf einstellen, was du denn dann mit all deiner Freizeit anstellen magst.

Das BGE muss nicht, es wird kommen! Die Zukunft wird uns in die für manche wünschenswerte, für andere unvorstellbare Situation bringen, dass wir nicht mehr arbeiten müssen. Ja, theoretisch ist es vorstellbar, dass wir nicht einmal mehr das Haus verlassen müssen, weil wir entweder mittels Urban Farming unsere Lebensmittel selber herstellen können, diese aus dem 3D-Drucker kommen oder aber via Liefer-Roboter bis vor die Haustür gebracht werden.

Mal davon abgesehen, wie unsere Wertschöpfungsketten dann ausschauen und wie Firmen, Kommunen, Länder und Staatengemeinschaften dann Umsätze generieren beziehungsweise Steuern erheben werden, deren Erträge dann das BGE stützen können, müssen wir uns dann vor allem mal Gedanken machen, was wir mit all dieser Zeit anfangen können.

Finde einen Job, den du liebst

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15 Reaktionen
Baron Münchhausen
Baron Münchhausen

t3n, netter Versuch auf heise zu machen. Gesehen, gescrollt, paar Kommentare überlesen. Gegähnt. Mit Pi-hole alle Werbung gefiltert. Mit uMatrix den Rest ausgeschaltet. Troll Kommentar hinterlassen. Weiter auf spiegel.de gesprungen um dort zu schauen was auf der Welt so los ist. Nächste Woche Die Partei gewählt.

goo
goo

natürlich wird das BGE kommen - das wissen auch merkel & co. nur ist die zeit dafür noch nicht reif. an ein funktionierendes BGE kann man sich über die nächsten 10-20 Jahre langsam herantasten - anders wird das nix...

Werner
Werner

=> Das BGE muss und es wird kommen!
Das einzige was kommen wird ist Geburtenkontrolle (muss) und evt. sogar genetische Sortierung.
Alles zusammen nicht sehr verlockend..

goo
goo

wir brauchen keine geburtenkontrolle, das pendelt sich ein (erklärung: https://www.youtube.com/watch?v=QsBT5EQt348)

Thomas
Thomas

Wow. Als würde eine Kassiererin bei Aldi plötzlich zum Weltenbummler, um auf anderen Kontinenten Wissen zu verbreiten, welches bei uns längst selbstverständlich ist. Schöne Vorstellung, aber völlig an der Realität vorbei. Wenn das BGE kommt, was ich ehrlich gesagt bezweifle, wird es eher zu viel sein um zu sterben aber zu wenig um zu leben. Und die wenigsten werden in der Erfüllung der persönlichen Interessen derart aufgehen, dass sie damit ihr BGE aufstocken können um sich ein besseres Leben zu leisten.
Die fortschreitende Digitalisierung wird dazu führen, dass der untere Teil der Gesellschaft immer weiter abfällt und sich Eliten stärken. Der Vorstand von Amazon oder Google, Familien wie die Rothschilds oder Friede Springer werden nicht plötzlich ihre menschliche Seite entdecken und ihr Vermögen verwenden um die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Menschen die heute von Habgier gesteuert sind, werden das auch morgen noch sein.

ich habe keinen Zweifel daran, dass in den nächsten 30-50 Jahren eine massive Veränderung der Gesellschaft stattfinden wird. Die wird aber nicht einmal halb so Utopisch sein wie in diesem Artikel postuliert.
Zumal die Digitalisierung auch nur theoretisch soweit umsetzbar ist wie im Artikel erwähnt. Es stellt sich zudem die Frage, ob die Gesellschaft den digitalen Wandel in jedem der breit gefächerten Lebensbereiche überhaupt akzeptiert.
Ein Roboter zum wenden der Burger? Oder bei Subway? Oder die Beratung im Fachhandel? Was ist mit der klassischen Pommesbude? Repariert in 13 Jahren ein Roboter mein 10 Jahre altes Auto? Wer behandelt meine Krankheiten? Oder meine Haustiere? Wer kümmert sich eigentlich um Roboter die Wartung benötigen? Wer baut die Häuser in denen wir leben? Oder repariert die Heizung, wenn diese mal kaputt geht?

Mir würden sicher noch zahlreiche andere Beispiele einfallen.

Werner
Werner

Wenn du noch jung bist.. wirst du es erleben..

Thomas
Thomas

Die 30 Jahre schaffe ich wohl noch. 50 Jahre sind schon ambitioniert. Bist du anderer Meinung? Dann würde ich die gerne lesen.

Werner
Werner

=> nur theoretisch soweit umsetzbar..
Ich habe mir in dieser kurzen Zeit des Internets (schlappe20 Jahre) manches nicht träumen lassen..jetzt ist es 'normal'

Thomas
Thomas

Ich beziehe mich dabei nicht auf die technische Machbarkeit, sondern die Umsetzung in der Gesellschaft. Wie lang gibt es jetzt SB-Kassen? Die wurden schon in diversen Läden getestet und in meiner Umgebung werden die einfach nicht genutzt. Manche Dinge wollen die Menschen einfach nicht haben. Ob sie nun technisch umsetzbar sind oder nicht.

goo
goo

@thomas: sb-kassen im supermarkt sind weder ein nennenswerter technischer fortschritt noch besonders komfortabel. ich stelle mich lieber dort an, wo ich alles nur aufs band werfen muss und am ende wieder einsammeln darf ;)

für den durchbruch im supermarkt gäbe es andere gute konzepte, von denen ich genügend in der schublade liegen habe - es traut sich nur niemand damit anzufangen...

Sascha Pallenberg
Sascha Pallenberg

Und genau das ist es, was mich dann in der Tat wieder zurueck auf den Boden holt. Diese Melange aus Verschwoerungstheorien und unendlichem Pessimismus. Alles quatsch, alles scheisse, wird nie so kommen und ist einfach nur utopisch.

Aber sich einfach mal 5 Minuten darueber Gedanken zu machen, wie die Welt ein Stueckchen besser sein koennte in der Zukunft. Wofuer es sich lohnen wuerde zu kaempfen, zu erfinden, zu entwickeln, zu gruenden... da wird die Luft schnell duenn.

Sehr schade eigentlich, denn auch damit kann man Kommentarfelder befuellen!

Guru
Guru

Die "German Angst"... wenn ich durch die Strassen gehe, lächelt kaum jemand in diesem reichen Land, nur "noch" die Kids...

Aus dem Volk der Dichter und Denker ist ein Volk der Pessimisten und anonymen Nörglern geworden.

Grundeinkommen sofort, ich bin dafür. Natürlich fehlen dann ein paar Arbeitssklaven den Eliten ;-)

lola
lola

Solange ein Teil Steuern zahlt - warum sollte dann andere Geld bekommen? Wenn dann wäre eine Reduzierung der Arbeitszeit doch der erste Schritt.

Solange im Krankenhaus 30 Patienten von einer Nachtschwester betreut werden, der Wald voller Müll ist und der Facharzttermin in 3 Monaten ist. Ist genug Arbeit vorhanden.

Statt dessen mal folgende neue HarzVI Regeln einführen

Geld bekommt (das gilt auch für Miete der eigenen Wohnung) wer:

1. Krank ist
2. irgendwas lernt
3. Keinen Kindergartenplatz hat

der Rest bekommt ein Bett in einem Wohnheim

und folgende Erbschaftssteuer

1. Alles ist zu versteuern, je mehr destor höher
2. Firmen müssen die Erbschaftssteuer aus Erlösen in Raten bezahlen

dann ne Vermögensteuer und Abbau aller Subventionen

Werner
Werner

Prima Idee.. nur ist dann keiner mehr hier der was zahlt..oder ne Firma macht..
Typisch linke Verteilungs-Ideen..Depardieu läßt grüßen.
Nachtschwestern wollen bezahlt werden ..durch deine Beiträge zur Krankenversicherung..sicher bezahlst du gerne noch 20% mehr als jetzt.

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