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„Wir sind das neue Google!“: Diese Parolen können sich Gründer getrost sparen

    „Wir sind das neue Google!“: Diese Parolen können sich Gründer getrost sparen

(Grafik: © ojogabonitoo – istockphoto.com)

Dein Startup ist das neue Google? Ihr habt keine Konkurrenz und eure Investoren stehen schon Schlange? Dann hört besser auf mit dem leeren Gründergeschwätz. Im Rahmen unserer Themenwoche Startups verraten wir euch, auf welche Phrasen ihr gegenüber Investoren besser verzichten solltet.

Themenwoche Startups

1. „Wir sind so was wie das neue Google!“

(Grafik: © ojogabonitoo – istockphoto.com)
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Ihr baut also Suchmaschinen, Browser, Smartphones, Tablets, Betriebssysteme, E-Mail-Clients, Kartendienste, Soziale Netzwerke und selbstfahrende Autos? Wohl kaum. Wie auch einst die Google-Gründer fängt jedes Startup sprichwörtlich klein an – mit nur einer einzigen und infolge einer entsprechenden Validierung entwickelten Produktidee. Vorbilder sind okay, aber vergrault Investoren nicht durch waghalsige wie unnötige Vergleiche, die eurem Produkt das Gesicht nehmen. Konzentriert euch auf euer Produkt: Was tut es, welches Problem löst es?

2. „Konkurrenz? Wir haben den Markt kreiert!“

(Grafik: © ojogabonitoo – istockphoto.com)
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Tatsächlich? Dann seid ihr wahrscheinlich auf einem sehr unattraktiven (zu kleinen) Markt unterwegs. Wer seine Idee im Vorlauf des ersten Investorengesprächs hinreichend validiert, wird feststellen, dass es fast immer ernstzunehmende Konkurrenz für das eigene Produkt gibt. Trifft dies nachweislich nicht zu, bedenkt: Große Unternehmen aus angrenzenden Geschäftsfeldern sind immer in der Lage, eure Vorhaben mit viel Geld und einem langen Atem im Keim zu ersticken. Zumeist sind Phrasen wie diese aber ohnehin Ergebnis unzureichender Recherche. Also: Konkurrenz benennen und Investoren zeigen, was ihr besser macht.

3. „Wir haben es innerhalb von nur 4 Wochen geschafft, zur führenden Plattform für … zu werden!“

(Grafik: © ojogabonitoo – istockphoto.com)
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Zwei mal drei macht vier, widewidewitt und drei macht neune, ich mach mir die Welt, widewide wie sie mir gefällt. Das kennen wir schon – nicht nur von Pipi Langstrumpf. Auch bei Startups ist immer wieder zu beobachten, wie sich das eigene Nischendasein zum Marktführer hochgerechnet wird. Wer glaubt, so Journalisten geschweige denn Investoren beeindrucken zu können, irrt jedoch. Vor allem Venture-Kapitalisten und Business-Angels kennen die Segmente, in die sie ihr Geld investieren, sehr genau. Deshalb der Rat: Verzichtet auf solche Milchmädchenrechnungen. Zeigt Investoren lieber das wirkliche Marktpotenzial und die Konkurrenten auf, die ihr mit eurem Produkt langfristig angreifen wollt.

4. „Wir wachsen monatlich um 20 Prozent – organisch!“

(Grafik: © ojogabonitoo – istockphoto.com)
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Das dürfte das Investorenherz tatsächlich höher schlagen lassen – aber nicht lange. Spätestens wenn nach den genauen Relationen gefragt wird, könnte es peinlich werden. Immerhin entsprechen zwölf statt zehn App-Downloads im Vergleich zum Vormonat genauso 20 Prozent Zuwachs wie 120.000 zu 100.000 Downloads. Vorsichtig sollte man außerdem mit der beliebten Bezeichnung „organisch“ sein: Nur weil Freunde und die eigene Familie das Produkt nutzen, ist dies noch lange kein Beweis für ein tragfähiges Geschäftsmodell. Deshalb der Tipp: Kenne deine Zahlen gut und verkaufe sie auch so.

5. „Das Ding ist patentiert!“

(Grafik: © ojogabonitoo – istockphoto.com)
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Ein Luftschloss erster Güte. Patente avancieren für Startups immer mehr zu zahnlosen Tigern. Nicht nur, weil sie inzwischen jeder mit etwas Aufwand zur Genehmigung einreichen kann – vor allem eben dieser Prozess dauert oft mehrere Monate bis wenige Jahre. Eine Wette auf Zeit, die Investoren bei einem wachstumshungrigen Geschäftsmodell nur ungern eingehen wollen. Sofern das Patent nicht ohnehin nur eine kleine technologische Nische abdeckt, sollten Gründer auch die Gefahr potenzieller Rechtsstreitigkeiten mit Global Playern nicht verkennen. Die haben dafür in jedem Fall die besseren Anwälte – und bis über Sieg oder Niederlage entschieden ist, ist eurem Startup längst die Puste ausgegangen.

6. „Investoren wie Frank Thelen stehen Schlange!“

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Das kommt ganz darauf an, was man unter Investoreninteresse versteht. Einen Tweet? Eine E-Mail? Ein Anruf? Ein Mittagessen? Naja, es liegt in der Natur der Sache, dass Investoren umtriebig sind und sich unter Umständen proaktiv über euch informieren. Schließlich träumen sie vom nächsten großen Deal und versuchen wortwörtlich den frühen Vogel zu mimen. Fakt ist: Solange kein Term Sheet im Briefkasten liegt, ist jede Interaktion mit einem Investor ohne Wert – und eine Phrase wie diese gegenüber einem Investor ohnehin respektlos.

7. „Ans Geld verdienen denken wir später!“

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Eine populäre Strategie. Unternehmen wie Facebook oder Instagram haben es vorgemacht. Die ernüchternde Wahrheit aber ist: Das sind Einzelfälle. One-Hit-Wonder. Tatsächlich scheitert die Mehrheit aller Startups, weil sich die Gründer nicht von Beginn an überlegen, wie sie mit ihrem Produkt auf lange Sicht Geld verdienen wollen. Das aber ist wichtig, um Investoren zumindest von der eigenen Expertise zu überzeugen. Schließlich möchte niemand die Katze im Sack kaufen.

8. „Unser Team besteht nur aus Rockstars!“

(Grafik: © ojogabonitoo – istockphoto.com)
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Wenig spektakuläre Berufsbezeichnungen wie Programmierer, Geschäftsführer oder Buchhalter waren gestern. Heutzutage werden bei Startups lieber „digitale Rockstars“ oder „Code-Ninjas“ angestellt. Die Jobs sind dann zwar immer noch die gleichen, das Mehr an Swag kommt bei Investoren aber wesentlich cooler an – glauben viele Gründer. Tatsächlich aber kommen solche Worthülsen eher unprofessionell daher. Denn wie schrieb schon t3n-Kolumnist Alain Veuve: Rockstars haben oft keine Ausbildung, benehmen sich in der Öffentlichkeit schlecht und sind häufig von ganz schlechter Gesundheit.

Lieber authentisch und ehrlich bleiben

Es sollte nicht überraschen, dass diese Phrasen auch abseits von Investorengesprächen – etwa auf Konferenzen oder gegenüber Journalisten – absolutes Tabu sind. In der Sache sind diese Beispiele daher als Appell zu verstehen, den gesamten Gründungsprozess ernst zu nehmen und vor allem Investoren nicht in ihrer Expertise zu unterschätzen. Durch die tägliche Arbeit mit Gründern aus allen Bereichen verfügen Venture-Kapitalisten und Business-Angels nämlich über eine sehr gute Menschenkenntnis.

Oft machen für Investoren gerade bei frühen Startup-Beteiligungen ohne fertiges Produkt die Gründertypen den entscheidenden Unterschied aus. Hier gewinnt, wer authentisch, verlässlich und ehrlich ist. So steht die erste Investorenbeziehung auf einem stabilen Fundament und man bringt sich nicht für künftige Finanzierungsrunden in Verruf.

Ihr wollt noch mehr rund um Startups lesen? In unserem aktuellen Heft haben wir uns dieses Mal in besonderer Form mit dem Thema beschäftigt: in unserem 36-seitigen Spezial „Der große Startup-Guide“. Auch im Heft gibt es wie immer viele Geschichten von Gründern. Zur Bestellung geht es hier entlang. Achtung: Wenn ihr bis zum 01. Juni ein Abo abschließt, bekommt ihr zudem die Ausgabe 43 gratis dazu! 

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2 Reaktionen
Johannes
Johannes

Ja ja die liebe Konkurrenz wird gern vergessen!

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Irrelephant
Irrelephant

Als Rockstar gibt es keine Konkurrenz
https://www.youtube.com/watch?v=GHUTlIc58l4

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