iApp versus optimierter Webshop
Doch wie sieht es bei Webshops auf dem iPhone aus? Immer wieder hört man die Frage, ob es denn gleich eine iApp braucht oder ob es nicht auch reicht, den Webshop auf das mobile Gerät anzupassen. Für die Anpassung an mobile Browser spricht einerseits sicher die Kostenfrage, da dieselbe Plattform mit optimierter Oberfläche zum Einsatz kommen kann. Auch sind Updates einfacher, da diese nach Freigabe umgehend bei den Kunden verfügbar sind, ohne eine Installation von Updates über den App-Store nötig zu machen. Andererseits kann eine mobile Website nicht auf die Zusatzfunktionen der Endgeräte zugreifen. Die Kamera, der Neigungssensor und auch das Adressbuch liegen brach. Allein die Präsenz mit einem App-Icon auf dem Homescreen ist ungemein wertvoll. Zwar kann der Kunde auch bei einem optimierten Webshop ein Lesezeichen samt Icon auf dem Homescreen setzen, doch muss er zunächst die Webadresse kennen und manuell eintippen. Zudem bleibt der Login nicht dauerhaft gespeichert
Jedoch ist auch eine iPhone-Shopping-App noch lange keine iPad-Shopping-App. Entwickler sollten Shopping-Anwendungen für das iPad neu konzipieren. Der größere Bildschirm ermöglicht neue Einkaufserlebnisse und das Einsatzgebiet des iPads ist weniger mobil, sondern oft in den eigenen vier Wänden angesiedelt. Dies alles gilt es zu berücksichtigen. Zudem werden reine iPhone-Apps auf dem iPad nur reduziert angezeigt. Wer trotzdem die volle Bildschirmgröße ausnutzen möchte, der wird mit einer schlechten Bildqualität konfrontiert. So genannte Universal-Apps sind Zwitter-Anwendungen, die auf beiden Hardware-Formaten die Bildschirmqualität voll ausnutzen. Bei beschränktem Budget kann eine Universal-App durchaus der richtige Lösungsansatz sein, denn eine Universal-App verwendet in der Regel dieselben Funktionen, spricht aber über eine Device-Weiche andere Bildauflösungen an. Der Seitenaufbau, die zur Verfügung stehenden Funktionen und Workflows sind aber in einer derartigen App identisch – somit ist der Entwicklungsaufwand entsprechend geringer als die Programmierung von zwei unterschiedlichen Apps.
Killerkriterium Mobilepayment
Bei allen Diskussionen über Usability, Bewegtbild ohne Flash und Produktpräsentationen, darf man nicht vergessen, dass E-Commerce auch und vor allem Umsatz generieren soll. Im Distanzhandel bedeutet das auch, adäquate Zahlungsmittel und durchdachte Checkout-Prozesse anzubieten. Besonders in diesem Bereich besteht noch Nachholbedarf.
Bei einem Teil der Shopping-Apps erfolgt der Checkout immer noch über die Website – leider aus gutem Grund. Die Eingabe von persönlichen Daten darf nur über zertifizierte und gesicherte Systeme erfolgen. Vor allem bei Kreditkarten sind die Auflagen der PCI-Zertifizierung (Payment Card Industry) entsprechend hoch. Kaum ein Shop darf noch selber die Kreditkartendaten speichern, was im Fall von iApps und mangelnden Schnittstellen zu Payment-Service-Providern nicht zu vermeiden ist. Das ist auch der Grund, warum ein vorheriger Login auf der Website und dortiges Hinterlegen beispielsweise der Kreditkartendaten bei praktisch allen Shops, die Checkout und Payment nahtlos in die App integriert haben, erforderlich ist. Das mindert natürlich nicht nur das Shopping-Erlebnis, sondern verhindert auch viele Spontankäufe.
Zukunftsaussichten und Perspektiven
Dank Smartphones und erschwinglichen Datenflatrates ist der moderne Mensch gewohnt, auch mobil ständig mit dem Internet verbunden zu sein. Nicht zuerst einen PC hochfahren zu müssen, um Informationen abzurufen, sondern das Web in der Hosentasche – so lautet die Devise. Das iPad geht noch einen Schritt weiter und schlägt die Brücke zwischen Smartphone und Desktop direkt in die Wohnzimmer. Von der Haptik wie auch von der Displaygröße ist damit das Web bei unseren Lieblingsbeschäftigungen ständig dabei – in angenehmer Größe, schnell und einfach zu bedienen. Das iPad hat das Potenzial, bisher nicht vernetzte Zielgruppen ins Web zu bringen. So können E-Commerce-Händler die Menschen direkt auf der Couch abholen und – das richtige Konzept vorausgesetzt – als neue Kunden gewinnen. Der mobile Einkauf jederzeit, überall und spontan – endlich.
Links und Literatur
Softlink 2711-
1
http://itunes.apple.com/de/app/la-redoute-ch-for-ipad/id374550743?mt=8
App La Redoute CH -
2
http://itunes.apple.com/de/app/otto-katalog-home-affaire/id372351854?mt=8
Otto Katalog - Home Affaire für iPad

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