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Analyse

Bitcoin: Die ultimative Einführung in die Kryptowährung

    Bitcoin: Die ultimative Einführung in die Kryptowährung

(Grafik: Shutterstock)

Bitcoin, endlich richtig verständlich erklärt: Was ist eigentlich Bitcoin, wieso sind Bits und Bytes Geld wert – und wie funktioniert das eigentlich alles? Eine detaillierte Einführung in die Funktionsweise der Kryptowährung.

Im April 1923 eine Tasse Kaffee zu bestellen, war eine riskante Angelegenheit. Betrug der Preis für das heiße Getränk bei der Bestellung noch vielleicht 6.000 Mark, konnte sich die Rechnung des Kellners schon auf 8.000 Mark belaufen. Arbeiter, die ihre Lohntüte erhielten, kauften Lebensmittel möglichst im Stechschritt für den ganzen Monat ein – oder noch weiter im Voraus, wenn das Geld reichte.

Eine Hyperinflation hielt Deutschland damals im Griff. Die Notenpressen der Reichsbank druckten bis zum Kriegsende zur Finanzierung des Krieges enorme Geldmengen, sie stieg von 13 Milliarden zu Kriegsanfang auf 60 Milliarden zu Kriegsende an, verbunden mit einem schrumpfenden Gütermarkt war das der Grundstein für die Entwicklung. Ein Trauma, das der deutschen Bevölkerung bis heute in den Knochen steckt – aber nicht nur der deutschen.

Luis Bras / Shutterstock.com
Lissabon 2015: Demonstranten der „Occupy-Bewegung“ überwinden eine Polizei-Barriere vor dem Parlament. (Foto: Luis Bras / Shutterstock.com)

Unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto postete 2008 ein Nutzer – oder eine Gruppe von Nutzern, es ist bis heute unklar wer Satoshi Nakamoto wirklich ist – ein Whitepaper in einer Mailingliste, das eine kryptografische Währung vorstellte. Nakamoto war der Meinung, dass die Geschichte des staatlich gestützten Geldes voll von Verrat am Vertrauen der Nutzer steckt – wie im Fall der deutschen Hyperinflation.

„Das Kernproblem konventioneller Währungen ist das Ausmaß an Vertrauen, das nötig ist, damit sie funktionieren. Der Zentralbank muss vertraut werden, dass sie die Währung nicht entwertet, doch die Geschichte des Fiatgeldes ist voll von Verrat an diesem Vertrauen. Banken muss vertraut werden, dass sie unser Geld aufbewahren und es elektronisch transferieren, doch sie verleihen es in Wellen von Kreditblasen mit einem kleinen Bruchteil an Deckung. Wir müssen den Banken unsere Privatsphäre anvertrauen, vertrauen, dass sie Identitätsdieben nicht die Möglichkeit geben, unsere Konten leerzuräumen. Ihre massiven Zusatzkosten machen Micropayments unmöglich.

Eine Generation früher hatten Nutzer von Time-Sharing-Computersystemen ein ähnliches Problem. Vor dem Aufkommen starker Verschlüsselung mussten die User sich auf den Passwortschutz für ihre Daten verlassen und dem Systemadministrator vertrauen, dass er ihre Informationen vertraulich hielt. Diese Privatsphäre konnte jederzeit aufgehoben werden, wenn der Administrator zu dem Schluss kam, dass sie weniger wog als andere Belange, oder auf Anweisung seiner Vorgesetzten. Dann aber wurde starke Verschlüsselung für die Masse der Nutzer verfügbar, und Vertrauen war nicht länger nötig. Daten konnten auf eine Weise gesichert werden, die einen Zugriff durch Dritte – egal aus welchem Grund, egal mit wie guten Entschuldigungen, egal was sonst – unmöglich machten.

Es ist Zeit, dass wir dasselbe mit Geld machen. Mit einer elektronischen Währung, die auf einem kryptografischen Beweis beruht und kein Vertrauen in Mittelsmänner benötigt, ist Geld sicher und kann mühelos transferiert werden.“

Satoshi Nakamoto, 11. Februar 2009, P2P foundation, Übersetzung aus der deutschsprachigen Wikipedia.

Am 3. Januar 2009 verwirklichte Nakamoto seinen Traum mit dem Erschaffen der ersten 50 Einheiten seiner Krypto-Währung. Der Bitcoin war geboren.

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2 Reaktionen
Andre

Hi.
Alles gut und schön. Leider ist das nur ein Aspekt im Gesamtkontext. Mir wird zu kurz auf das Wesen von Geld eingegangen.

Vielen ist nicht bewusst, dass Alles miteinander verbunden ist. Eben auch Geld. Geld ist IST sogar die "Wurzel allen Übels", ist es das Machtinstrument für diese Welt.
Wer die Welt verstehen will, muss immer wieder die Frage stellen "Cui Bono?".
Warum müssen wir die Hoheit über unsere eigene Währung (=Souveränität) an Banken und Investmenthäuser, also am Ende an die USA, und zu guter Letzt der FED (und Ihre Privatbanken!!!) abgeben...?!
Hier liegt der Schlüssel!

„Mir ist egal, welche Marionette auf dem englischen Thron sitzt und das britische Weltreich regiert. Ich kontrolliere die Geldmenge. Und wer die britische Geldmenge kontrolliert, kontrolliert auch das britische Empire."
Mayer Amschel Rothschild

Ein weiteres Problem ist, dass keiner mehr weiß, wo "Geld" herkommt und wie es entstanden ist. Ich empfehle hierzu das sehr gute Video vom „Goldschmied Fabian“.
Was heute ein Papierfetzen ohne Wert ist, hatte früher einen echten Gegenwert (!), wurde jedoch immer weiter aufgeweicht.
Cui Bono?
Damit das für die Banken profitable System, immer weiter funktionieren kann, wurde der Gegenwert ständig weiter abgeschafft, von der Golddeckung über den Zugriff auf alle Bankkundengelder (Glass-Steagal-Act) und dem laufenden Versuch Bargeld (=persönliches Eigentum) dem bargeldlosen Zahlungsverkehr (=Forderung an die Bank) gleichzusetzen.

Das „Finanzsystem der Banken“ beruht auf virtuellen Schulden der Masse (Deckung dzt. ca. 10%), die mit echter produktiver Arbeit aus dem realen Leben, als Zins, der in Allem steckt, bezahlt werden müssen. Der Grund, warum die Verhältnisse immer schlechter werden und die Schere Arm/Reich immer weiter aufgehen MUSS! Weiter benötigt es immerwährendes Wachstum benötigt, um den exponentiell steigenden Zinseszins zu finanzieren (JEDE Währung MUSS in diesem System irgendwann scheitern!).

Ändert das System. Wir übernehmen wieder die Hoheit über unsere Souveränität, die Währung. Und jetzt kommen die Denker dran…
Ein Ansatz sind Kryptowährungen, weshalb die „Zentralbanken“ diese auch argwöhnisch begutachten und verfolgen.

Die große Gefahr bei Onlinegeld, insbesondere bargeldlosen Zahlmethoden, ist häufig der Verlust der Freiheit.
Jeder kann dann jederzeit mit „Terrorismusbekämpfungs-Klauseln“, die mit FalseFlag-Aktionen (9/11, Terroraktioen) selbst initiiert werden – und jetzt haben wir einen Blick von oben auf die Zusammenhänge! - ganz einfach abgeschaltet werden.
Der Film „Das Netz“ gab hierzu vor Jahren bereits ein Beispiel hierfür.
Es wird immer reale Parallelwährungen (Zigaretten, Schnaps, Muscheln, Edelmetalle) geben.
Bitcoin ist letztlich entstanden, als Folge und Reaktion auf die Verfehlungen dieses „Banken-Finanzsystems“.
Lasst uns also das System ändern, statt immer nur darauf zu reagieren.

Gruß André

Antworten
Sebastian

@t3n: Toller Artikel, ich vermisse aber eine Option um mir den kompletten Artikel auf einer Seite anzeigen zu lassen. So muss ich, wenn ich den Artikel ausdrucken will, alle 5 Seiten nacheinander ausdrucken. Das ist eindeutig uncool! :)

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