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Porträt

Code: Die etwas andere Hochschule für Entwickler

Die Code will Entwickler ausbilden – und zwar nah an der Praxis. (Foto: Code University for Applied Sciences)

Informatik bereitet nicht auf den Praxiseinsatz vor, sagt Unternehmer Thomas Bachem – und hat kurzerhand selbst eine Hochschule für Entwickler und Designer gegründet. Was will die Code anders machen?

Eigentlich will Thomas Bachem die Hochschule neu erfinden. Aber in einem Bereich, das weiß auch der Unternehmer, kann man besser von den klassischen Universitäten lernen. „Es wäre naiv zu denken, dass wir bessere Kurse anbieten können als Harvard oder Stanford“, sagt der Gründer der Berliner Hochschule Code. Statt ein riesiges Portfolio an Theorie zu entwickeln, will die Bildungsanstalt deshalb per E-Learning auf das Curriculum der großen Lehranstalten zurückgreifen.

Das ist aber der einzige Aspekt, in dem sich die Code an anderen Universitäten orientiert. Denn Thomas Bachem und seine Mitstreiter Manuel Dolderer und Jonathan Rüth halten nicht viel vom klassischen Informatikstudium. Dort gehe es vorwiegend um Mathematik und Computertheorie, kritisiert Bachem. Das sei weit weg von dem, was Unternehmen suchten und bräuchten. Ganz im Sinne von Peter Fox’ „Wenns dir nicht gefällt, mach neu“ haben die drei deshalb eine Hochschule aufgebaut, die alles anders machen soll: Die Code soll fächerübergreifend Praxis statt Theorie lehren. Am Montag hat die private Hochschule die staatliche Anerkennung des Landes Berlin erhalten.

Code offiziell als Hochschule anerkannt

Im Oktober beginnt das erste Semester an der Code, Interessierte können sich bereits bewerben. Als Studiengänge bietet die Code Software Engineering, Interaction Design und Product Management an. Schon beim Bewerbungsprozess zeigen sich klare Unterschiede zu anderen Universitäten. Die Studenten müssen bei der Berliner Hochschule nicht ihren Numerus Clausus, sondern eine Bewerbung inklusive Motivation, Vision und Voraussetzungen einreichen. Erfahrung im Entwickeln ist dabei nicht so wichtig: „Wir rechnen mit sehr verschiedenen Startniveaus“, sagt Bachem. Man verlange keine Vorerfahrung, auch damit man nicht nur den klassischen Nerd anspreche – sondern auch Frauen, die das Gebiet oft erst später entdeckten.

Die Bewerbung ist aber nur der erste Schritt: Wenn das Anschreiben gefällt, muss der angehende Student in einem Videochat Fragen beantworten. Er bekommt zudem eine Projektaufgabe gestellt, die er innerhalb von vier Wochen lösen soll. Die Aufgabe bedeute aber keine vier Wochen Arbeit, verspricht Bachem. Sie soll lediglich die Kreativität und die Stärken der Bewerber herausstellen. Wer sich auch hier gut schlägt, kommt zum Assessment Day. 24 Stunden lang testet die Code den Bewerber auf Teamfähigkeit, in einer Gruppe sind 15 Leute, gemeinsam müssen sie Aufgaben lösen, auch ein Interview gehört dazu.

 „Wir wollen eine Community rund um die Code aufbauen.“

Der Teamgedanke ist Thomas Bachem besonders wichtig, wenn er über seine Hochschule redet. „Wir wollen eine Community rund um die Code aufbauen“, sagt Bachem. Entwickeln könne jeder lernen, mit Weltoffenheit sei das schon schwieriger. Zu einem seiner erklärten Ziele gehört es, dass sich die Studenten untereinander aushelfen und sich gegenseitig unterstützen. „Wenn ich im Stoff oder an einem Projekt irgendwo hänge, dann kann ich zu einem Kommilitonen gehen, der mir weiterhilft“, so die Vision Bachems. Das Assessment Center soll einen ersten Einblick geben, ob die Studiumsanwärter dafür bereit sind.

Günstig ist das Studium an der Code nicht: Die gesamte Ausbildung kostet 27.000 Euro. Allerdings müssen die Studenten diesen Betrag nicht sofort zahlen, wenn sie nicht wollen oder können. Die Hochschule bietet einen sogenannten Generationenvertrag an: In Zusammenarbeit mit der Chancen e.G. werden die Kosten für das Studium so vorab beglichen. Dafür verpflichten sich die Studenten, nach Abschluss mit 6,5 Prozent ihres Einkommens in den ersten zehn Berufsjahren den Betrag zurückzuzahlen. Bisher haben sich stolze 90 Prozent der Studiumsanwärter für diesen Weg entschieden.

Damit der Druck nach dem Abschluss nicht zu hoch ist, müssen die Code-Absolventen aber nur dann mit der Rückzahlung beginnen, wenn sie mehr als ein Mindesteinkommen verdienen. „Wenn du gerade in der Gründungsphase bist und weniger als 21.000 Euro im Jahr verdienst, dann musst du nicht zahlen“, erklärt Bachem. Auch für Studiumabbrecher haben sich die Gründer eine Lösung überlegt: Wer die Code nicht beendet, muss nur die Monate zahlen, die er auch tatsächlich studiert hat. „Das ist unser Versprechen, dass wir an die Studenten glauben“, so Bachem.

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6 Reaktionen
LeaBmann
LeaBmann

Wer sich generell für Weiterbildungen im IT Bereich interessiert, dem kann ich http://www.firebrandtraining.de/ empfehlen. Die haben auch ein spezielles Konzept für die IT Kurse entwickelt, durch das man schneller und effizienter lernen kann.

moefmoef
moefmoef

Diese Hochschule ist insofern interessant, als dass sie den StudentInnen die Möglichkeit gibt, die Studiengebühren nach (sic!) dem Studium zu bezahlen und sie den Rückzahlzeitpunkt darüber hinaus von der späteren Einkommenshöhe abhängig macht.

Leider bietet sie kein Fernstudium an. Interessant ist sie daher nur für die Menschen "vor Ort".

Ein praxisorientieres Online-Studium im Bereich Informatik das auf Hochschulniveau lehrt und mit einem Bachelor abschliesst wäre (für mich) interessant gewesen.

Chris
Chris

Wenn man sich die aktuellen Profs und deren offene Stellenangebote anschaut, fragt man sich wirklich, was genau die anders machen wollen als die andere Unis in Berlin, egal ob staatlich oder privat.
@T3N staatlich akkreditiert sind die ebenfalls noch nicht oder?

Chris
Chris

Hier alle staatlichen anerkannten, privaten Hochschulen in Berlin:
https://www.berlin.de/sen/wissenschaft/hochschulen/private-hochschulen/

lola
lola

Der Wert einer Hochschule ermittelt sich an dem was hinten rauskommt !

Wer an einer "neuen Hochschule" studiert ist selber schuld. Wenn diese ala Trump-Hochschuie nach ein paar Jahren wieder zumacht. hat er einen Abschuß den keiner wertschätz. Das selbe gilt für "neue Studiengänge" an alten Hochschulen wie ich aus eigener Erfahrung berichten kann.
Nur das bei einer "alten ehrenwerten Hochschule" die Personaler begeistert sind.

Gelehrt bekommt man in beiden Fällen oft weniger als man denkt. Nur ist im zweiten Fall der Titel wenigstens anerkannt

kos
kos

...das habe ich auch gedacht. Bei diesem Finanzierungsmodell wird es die Schule nicht lange geben. Dazu echt happiger Preis, wenn man ähnliche Hochschule in Berlin vergleicht. (BTK, MDH, design akademie berlin usw.). Zumal diese Studiengänge auch überall staatlich (also for free) angeboten werden.

In der Regel zahlt man an privaten Hochschulen nur die Monate, wo man auch da ist (habs selber erlebt).
kos

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