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Interview

Wie die Deutsche Bahn vom Berliner Startup Holoplot profitieren kann

    Wie die Deutsche Bahn vom Berliner Startup Holoplot profitieren kann

(Bild: Holoplot)

Zukunftstechnologien, ahoi! Auf der Cebit stellt unter anderem auch das sechsköpfige Berliner Startup Holoplot seine Konzepte zur Optimierung von Lautsprecherdurchsagen vor. Was dahinter steckt.

Ob im Konzertsaal oder im Kino: Viel auszusetzen gibt es heute nicht mehr am Sound, der uns umgibt. Einzig: Von der ursprünglichen Aufnahmequalität kommt nur wenig beim Zuhörer an. Denn der Mensch nimmt hauptsächlich den Klang wahr, der vom Raum zurückkommt. Und der ist oft von akustisch bescheidener Qualität.

Roman Sick, COO von Holoplot. (Bild: Roman Sick)

Holoplot, ein junges Startup aus Berlin mit derzeit sechs Mitarbeitern, hat sich vorgenommen, den vom Künstler erschaffenen Originalklang authentisch zu reproduzieren. Das Kernprodukt des Unternehmens ist dabei das, was man „akustische Veränderbarkeit von Räumen“ nennt.

Indem unterschiedliche Schallwellen erzeugt und akustische Reflexionen gezielt zeitlich verzögert werden, lässt sich etwa auch ein kleines Zimmer mit der Akustik eines Konzertsaals versehen. „Uns interessieren Laufzeiten, Reflexionen und Oberflächeneigenschaften“, sagt COO Roman Sick im Interview.

Von den vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten dürfte in Zukunft auch die Deutsche Bahn profitieren, deren Accelerator-Programm Holoplot durchlaufen hat und die das Startup bat, sich ihres akustisch problematischen Klangraums „Bahnsteig“ anzunehmen.

t3n.de: Was genau gibt es für euch bei der Bahn zu tun?

Roman Sick: Bahnhöfe sind ein akustischer Alptraum. Deswegen will die Bahn die Qualität der Durchsagen am Bahnsteig verbessern. Unser System war im Testbetrieb an den Bahnsteigen des Frankfurter Hauptbahnhofs und des Fernbahnhofs am Frankfurter Flughafen installiert. Befragungen von Passanten und auch technische Messungen haben ergeben, dass sich die Sprachverständlichkeit hierdurch wesentlich verbessert hat. Im Moment suchen wir gemeinsam mit der Bahn einen Langzeitpiloten, also einen Bahnhof, an dem wir das System installieren und einmal sechs Monate lang ausgiebig testen können.

t3n.de: Auf was können sich Bahnreisende zukünftig freuen?

Wir werden künftig dafür sorgen können, dass man in gewissen Bereichen des Bahnsteigs nur die Ansage hört, die für einen persönlich relevant ist. Und das entweder auf Deutsch oder Englisch, sauber voneinander getrennt und klar verständlich. Auch lässt sich künftig zum Beispiel eine aus dem Zug steigende grölende Hooligan-Gruppe mit einer punktgenauen akustischen Warnung beschallen. Außerdem werden die Ansagen angrenzende Bahnsteige bald nicht mehr stören. Dieses Problem in den Griff zu kriegen, ist ein Riesenthema bei der Deutschen Bahn. Grundsätzlich geht es also darum, den Lärmpegel am und außerhalb des Bahnhofs zu reduzieren.

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