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Digitalisierung: 5 Konsequenzen, über die kaum jemand redet [Kolumne]

Digitalisierung: 5 Konsequenzen, über die kaum jemand redet [Kolumne]

Das Internet verändert Wirtschaft und Gesellschaft so schnell wie zuvor vermutlich noch keine andere technische Revolution. Stephan Dörner beleuchtet in seiner fünf Auswirkungen der , die dabei bislang kaum diskutiert werden.

Digitalisierung: 5 Konsequenzen, über die kaum jemand redet [Kolumne]

(Foto: Shutterstock)

Die Digitalisierung treibt Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft voran – deutsche Unternehmen sehen sie überwiegend als Chance, teilweise aber auch als Bedrohung, wie jüngst eine Bitkom-Studie gezeigt hat. Allen ist inzwischen klar, dass die Digitalisierung Wirtschaft und Gesellschaft umfassend verändert. Doch neben offensichtlichen Konsequenzen wie der größeren Preistransparenz durch den Onlinehandel, gibt es auch wenig beachtete Auswirkungen der Digitalisierung. Hier sind fünf davon.

1. Die kreative Zerstörung ist zerstörerischer geworden

Oft wird der Siegeszug des Computers in der Wirtschaft mit der Ablösung der Pferdekutsche durch das Auto, der Feldarbeit durch Maschinen und Fabriken oder der Ablösung manueller Textilhandarbeit durch den mechanischen Webstuhl verglichen. Derartige technische Revolutionen haben zwar massenhaft Arbeitsplätze zerstört, dafür in anderen Bereichen aber auch neue geschaffen. Vielfach wird implizit davon ausgegangen, dass das auch bei dieser technischen Revolution wieder der Fall sein wird.

Das muss aber nicht so sein. Die digitale Revolution könnte netto tatsächlich Jobs vernichten. Das glaubt beispielsweise der ungarisch-amerikanischer Wirtschaftshistoriker John Komlos, der bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2010 Professor für Wirtschaftsgeschichte an der LMU München war. In einem Paper mit dem Titel „Has Creative Destruction Become More Destructive?“ beschreibt er, warum die schon vom berühmten österreichischen Ökonomen Joseph Schumpeter beschriebene „kreative Zerstörung“ dieses Mal seiner Meinung nach deutlich zerstörerischer sein wird als während vorangegangenen industriellen Revolutionen – und nur wenig neue Jobs entstehen lassen wird.

Ein Opfer der Digitalisierung: Der Foto-Konzern Kodak. (Foto: HUANG Zheng / Shutterstock.com)
Ein Opfer der Digitalisierung: Der Foto-Konzern Kodak. (Foto: HUANG Zheng / Shutterstock.com)

Im Interview mit dem Podcast „Freakonimics“ führt er das an Beispielen aus: So habe die durch die Digitalisierung bedingte Pleite von Kodak rund 145.000 Menschen arbeitslos gemacht – die überwiegende Mehrzahl davon Mittelklassejobs. Die neuen multimilliardenschweren Stars der Digitalbranche beschäftigten dagegen nur sehr wenige, meist sehr gut bezahlte Mitarbeiter. Apple, das wertvollste Unternehmen der Welt, beschäftige beispielsweise nur 47.000 Menschen (inzwischen sind es rund 92.000), Facebook sogar nur 7.000.

Auch Daten der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) weisen darauf hin, dass Wirtschaftswachstum in der Digitalära immer häufiger ohne die aus früheren Zeiten gewohnten Jobzugewinne entsteht. In ihrem Jahresbericht 2014 spricht die ILO vom Risiko einer wirtschaftlichen Erholung ohne neue Jobs und prognostiziert bis 2019 eine stetig steigende weltweite Arbeitslosigkeit.

2. Rückkehr der Individualität in der Warenwelt

„Jeder Kunde kann sein Auto in jeder gewünschten Farbe bekommen, solange diese Farbe schwarz ist.“ (Henry Ford)

Eine positive Auswirkungen der Digitalisierung für Konsumenten kennt jeder: Preistransparenz und in der Folge sinkende Preise durch schnelle und einfache Preisvergleiche im Internet – von Elektronikartikeln bis zu Flügen. Doch ein anderer Vorteil für Verbraucher wird wenig beleuchtet: die Vergrößerung des Warenangebots. Für den Büchermarkt hat das ein Paper der MIT Sloan School of Management schon 2003 festgestellt. Online lässt sich eben auch noch der „Longtail“ wenig gefragter Waren wirtschaftlich sinnvoll anbieten.

Den selben Effekt könnte die Digitalisierung aber langfristig auch auf die Produktion haben – eine Art partielle Wiederherstellung der Verhältnisse, als die Produktion von Waren noch Handarbeit war. Als zweite industrielle Revolution wird die unter anderem von Autopionier Henry Ford etablierte Massenproduktion gesehen, die gegenüber der menschlichen Handarbeit eine Entindividualisierung von Produkten bedeutete: Das Ford zugeschriebene Bonmot, der Kunde könne sein Auto in jeder Farbe haben, so lange diese schwarz sei, ist sprichwörtlich geworden. Mit digitalen Technologien wie 3D-Druckern könnte eine neue Ära individualisiert gestalteter Produkte anbrechen.

Erste Vorboten dieser Entwicklung sind beispielsweise individuell gestaltete Handyhüllen. Mit fortschreitender Entwicklung von 3D-Druckern sind für die Zukunft aber natürlich auch deutlich komplexere Produkte vorstellbar – bis hin zu Autos mit individuellem Design.

3. Das Internet hat bisher weniger grundlegend verändert, als Optimisten gehofft hatten

Das Cluetrain-Manifest gibt es als Buch oder kostenlos als Online-Version. (Screenshot: Amazon)
Das Cluetrain-Manifest gibt es als Buch oder kostenlos als Online-Version. (Screenshot: Amazon)

Die These, das Internet habe bisher wenig verändert, mag angesichts der Allgegenwärtigkeit des Netzes in Wirtschaft und Alltag zunächst seltsam klingen. Doch das Netz mit seiner dezentralen Struktur hat die Art, wie Gesellschaft, Politik und Wirtschaft prinzipiell funktionieren, weit weniger verändert, als es viele Utopisten und Vordenker des Internets wie die Verfasser des Cluetrain-Manifests in den 1990er Jahren gehofft hatten.

Wie vor dem Internet-Zeitalter gibt es die Tendenz zu wirtschaftlicher Konzentration von Macht in Form von Konzernen – trotz aller Dezentralität der Netze. Die neue Internet-Ökonomie, wie einige Utopisten sie gezeichnet haben, sollte von Dezentralität, allgemeiner Teilhabe und niedrigen Marktzutrittsbarrieren gekennzeichnet sein. De facto zeigt sich jetzt nach rund zwei Jahrzehnten der Internet-Ökonomie, dass sich vor allem Skaleneffekte im Internet noch deutlicher bemerkbar machen als in der „Old Economy“, was zu zahlreichen neuen Quasi-Monopolen von Google über Amazon bis Facebook geführt hat.

4. Die Digitalisierung sorgt für mehr Ungleichheit

„Aktuell scheint die Digitalisierung den Trend zur sozialen Spaltung eher zu beschleunigen.“

Auch wenn die Digitalisierung möglicherweise mehr Jobs zerstört als neue schafft (siehe Punkt 1) – sie schafft auch viele neue Berufe. Diese befinden sich allerdings fast ausschließlich an den beiden Extremen der Einkommensskala. Wenigen sehr gut bezahlten Programmierern, Administratoren, Managern und Gründungs-Milliardären stehen zahlreiche Logistikarbeiter bei Unternehmen wie Amazon oder Zalando, Uber-Fahrer oder Homejoy-Putzhilfen gegenüber.

Vertreter der Digitalbranche, die auch massenhaft Mittelklassen-Jobs entstehen lassen, sind derzeit nicht in Sicht. Aktuell scheint die Digitalisierung den Trend zur sozialen Spaltung daher eher zu beschleunigen.

5. Die Digitalisierung drängt die Schattenwirtschaft zurück

Portale wie Zeitreicher sind auch Ausdruck einer neuen Transparenz. (Screenshot: Zeitreicher)
Portale wie Zeitreicher sind auch Ausdruck einer neuen Transparenz. (Screenshot: Zeitreicher)

Mit dem Siegeszug des Internets werden auch immer mehr Transaktionen online abgewickelt – und ein Profiteur dieser Entwicklung ist der Staat. Wenn Überweisungen und Kreditkarten die Bargeldzahlung ablösen, macht das Zahlungsflüsse transparenter und nachvollziehbarer.

Deutschland ist zwar kein Land, in dem das Hinterziehen der Mehrwertsteuer Tradition hat – abgesehen von einigen Imbissbuden vielleicht. Doch die wenigen verbliebenen Bereiche, in denen selbst in Deutschland die Schattenwirtschaft noch blühte – allen voran private Putzdienstleistungen – werden durch die neue Transparenz zunehmend legalisiert. Gerade über Portale wie Helpling.de, Book a Tiger, Cleanagents, Zeitreicher oder das auch auf dem deutschen Markt aktive US-Original Homejoy sollte sich der Staat freuen.

Und welche Konsequenzen seht ihr durch die Digitalisierung? Sind sie eher positiv? Oder eher negativ?

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13 Antworten
  1. von Ken am 01.04.2015 (09:42 Uhr)

    Ich war früh Verfechter des Internets. Das Internet war für mich die bessere Zukunft, in der zu leben es sich lohnte und uns von vielen Zwängen befreite. Das war 1997.

    Heute ist wenig von meinem Enthusiasmus geblieben. Alter Wein in neuen Schläuchen. Die Raffgier-Denke aus Amiland ist auch hierzulande im Netz angekommen - haste was, biste was. Oh toll, Exit mit 15 Millionen. Held! Auch t3n berichtet ja eher über solche "erfolgreichen" Startups, als über Unternehmungen, die sich am Gemeinwohl orientieren oder Geschäftsführer, die mit Liebe und Hingabe ein Feld beackern und mit Ihren Angestellten ein echtes Team formen, bei dem jeder faire Teilhabe besitzt. Sowohl ideell als auch monetär.

    Dazu kommt die zunehmende Tendenz der Überwachung und Denunziationsmöglichkeiten. Ein falscher Tweet zerstört dein Leben, weil ein hysterischer, anonymer Mob (übrigens durchaus steuerbar) eine Hetzjagd (neudeutsch: Shitstorm) veranstaltet.

    Beispiel Fall Justine Sacco: Die Kommunikationsberaterin twitterte: "Going to Africa. Hope I don't get AIDS. Just kidding. I'm white!" bevor sie in den Flieger nach Südafrika stieg. Über die Intelligenz dieses "Jokes" kann man sehr geteilter Meinung sein. Lustig find ich ihn nicht.

    ABER: Als Sacco Stunden später wieder ausstieg aus dem Flieger stieg, war ihr Leben bereits zerstört - Job weg, Kollegen, Bekannte, Freunde, Familie distanzieren sich öffentlich von ihr und ein wütender Pöbel lief auf ihren Online Profilen Amok (bis hin zu Morddrohungen). Früher wär so eine unbedachter Satz vielleicht von Anwesenden mit einem Kopfschütteln goutiert worden, aber das war's dann. Heute zerstört es deine Existenz. Das ist der Unterschied.

    Das Internet wird immer mehr zum feuchten Traum von Überwachern, das Meinungsspektrum und die Fehlertoleranz pendeln sich immer mehr bei 0 ein. Was ist mit der gefeierten Meinungsfreiheit und vielbeschworenen Pluralität im Internet geschehen?

    Nein, die Entwicklung stimmt mich traurig. Manchmal wünsche ich mir das "unschuldige" Internet von 1997 mit seiner Geocities gehosteten "Homepage von Familie Huber" zurück ... jaja, früher war alles (vieles?) besser.

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    • von bvrulez am 19.04.2015 (21:42 Uhr)

      Ihr "Witz" war ein sehr intelligenter gesellschaftskritischer Aufschrei: Schwarze bekommen häufiger AIDS, als Weiße. Diesen Rassismus hast sie implizit kritisiert. Das schlimmste am Internet ist der bräsige Pöbel.

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  2. von Stefan am 01.04.2015 (10:15 Uhr)

    Hallo Stephan Dörner,
    im letzten Absatz von Punkt 3 schreibst du von "Skalen-Effekten" - ich denke das der implizit angedeutete Mechanismus jedoch eher den Netz-Effekten zuzuordnen ist. Die beispielhaft genannten Plattformen werden dadurch attraktiver, in dem immer mehr Menschen teilnehmen, wodurch wieder die Attraktivität im Gesamten steigt.

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  3. von Marco am 01.04.2015 (11:51 Uhr)

    Sehr guter Beitrag! Passend bzw. ergänzend zu Punkt 1:
    Nullzinspolitik und technologische Deflation
    http://www.kaufkraftschutz.de/nullzinspolitik-und-technologische-deflation/1000
    Dadurch dass Kapital im Prinzip nichts mehr kostet, wird menschliche Arbeit noch schneller durch Kapital bzw. damit finanzierte Technologie abgelöst.

    Ein Punkt der mir auch zu wenig beachtet erscheint ist die Geschwindigkeit der Änderungen. Selbst ein IT-Specialist könnte obsolet werden, wenn er nicht flexibel seine Kenntnisse und Fähigkeiten weiterentwickelt.

    Lange wurde ja auch argumentiert, dass Dienstleistungen kaum anfällig sind für technologische Substitution. Inzwischen gibt es Robo-Autoren, Robo-Portfoliomanager, etc.

    Den meisten ist gar nicht klar, welche Welle hier auf unser unter Schulden ächzendes System zukommt. Ich wage die kühne These, dass wir in der Endphase des Kapitalismus angekommen sind.

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  4. von Sven am 01.04.2015 (12:25 Uhr)

    Also ich finde diesen Text schon übertrieben negativ. Ich sehe das alles nicht so schlimm.

    Schon jetzt ist absehbar, dass auch viele neue Jobs entstehen, wo alte wegbrechen. Warum sonst müssen wir Fachkräfte aus dem Ausland ködern? Wer seinen Arbeitsplatz wegen Modernisierung verliert, muss umschulen. Dahin, wo Bedarf besteht. Wer das nicht will...

    Unbedachte Äußerungen haben ebenfalls schon vor dem Internet Köpfe gekostet.

    Was ist falsch daran, dass Schwarzarbeit zunehmend verdrängt wird? Wer viel schwarz arbeitet hat später ein Problem mit seiner Rente - gerade in Deutschland ist diese Entwicklung also eher notwendig als schlecht.

    Steigende Ungleichheit ist ebenfalls kein alleiniges Produkt der Digitalisierung - das hat viel mehr Ursachen.

    Individuelle Produkte? Her damit! Was soll falsch daran sein?

    Last butnot least: Punkt 3 demontiert sich praktisch selbst. In der Einleitung steht, das Internet verändert unsere Gesellschaft. In Punkt 3 heißt es dann aber, dem wäre nicht so. Mag ja sein, dass es derzeit in der Internet-Ökonomie so aussieht wie beschrieben, aber mittelfristig gesehen wird sich einiges ändern. Vor allem in der Offline-Welt.

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    • von Stephan Dörner am 01.04.2015 (12:49 Uhr)

      Hallo Sven,

      weder an individuellen Produkten noch an Schwarzarbeit ist irgendetwas schlimm - im Gegenteil. Ich wollte hier auch nicht speziell negative Auswirkungen der Digitalisierung aufzählen, sondern einfach wenig beachtete.

      >Last butnot least: Punkt 3 demontiert sich praktisch selbst. In der Einleitung steht, das Internet verändert unsere Gesellschaft. In Punkt 3 heißt es dann aber, dem wäre nicht so.

      Es verändert unsere Gesellschaft natürlich - aber nicht in die Richtung, die viele Internet-Utopisten der 1990er Jahre gehofft hatten.

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      • von Sven am 01.04.2015 (15:24 Uhr)

        Hallo Stephan,

        nun ja, es ist grundsätzlich gut, auch mal die Kehrseite der Medaille zu betrachten. Von daher hast Du ganze Arbeit geleistet. Ich hab das im Großen und Ganzen aber als komplett negativ interpretiert.

        Ich für meinen Teil hoffe immer noch, dass sich die Gesellschaft dahingehend verändert, wie man es damals wohl schon prophezeit hat. Dass sich vor allem das Konzept von Creative Commons so einbürgert, wie manch einer vorhersagt.

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  5. von Markus am 01.04.2015 (14:22 Uhr)

    Als jemand der schon seit fast 20 Jahre nativ mit dem Internet umgeht, muss leider auch zugeben, dass heute alles einem schnellen Erfolg untergeordnet wird und das sich der Spruch "Werde schnell groß" von Herrn Bezos leider durchzusetzen scheint. Immer öfter geht mir bei neuen Idee im Internet der echte Mehrwert ab, aber die Masse scheint das nicht zu stören.
    Der wichtigste Teil in dem Beitrag ist der Hinweis auf die sich stark beschleunigende Schere, die Reichtum und Armut auf zwei Polen ansammelt. Und wenn es mal zum Ladungsausgleich kommt, möchte ich eigentlich nicht dazwischenstehen..nur dafür bin ich dann doch zu jung.

    Leider erwische ich mich immer öfter dabei, kritisch zu sein, aber nicht weil ich dagegen bin, sondern weil mir die Einsicht mancher Geschäftsmodelle fehlt, die dahinter stecken. Ich glaube, dass das Internet als solches ein Medium ist, welches uns bahnbrechende Vorteile bieten könnte, aber ich glaube auch, dass es wie es derzeit genutzt wird eher zum Nachteil wächst.

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  6. von Markus am 01.04.2015 (14:23 Uhr)

    Ach..vergessen. Es ist übrigens keine Selbstverständlichkeit, dass ein Magazin wie T3N so nachdenklich darüber berichtet..viele andere Seiten blenden diese Möglichkeiten kategorisch aus.

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  7. von Guter Text am 01.04.2015 (15:14 Uhr)

    Im Moment läuft ja eine geschickte Kampagne für Digitalisierung. Die ist ähnlich gut wie Obamas Digital-Wahlkampf oder die Lobbies gegen US-Krankenversicherungs-Pflicht (Affordable Health Care). Dort wird uns versprochen was vor 15 Jahren schon der neue Markt versprach.

    Hier wird man für UBahn-Pläne abgemahnt. Also kann man hier wenig machen.
    Wikipedia und Openstreetmap fehlen in der Liste. Ich will schon seit Jahren WikiData und bräuchte nur wenige Wochen für die Basis. Aber das kann man nur in einem Land mit Fair Use. Und die Wikimedia-Foundation investiert das Geld lieber anders und obwohl ich kein Geld bräuchte bietet mir kein Land Schutz vor Schikane.

    Es gabs vor Jahren eine M$-TV-Werbung wo die Ehe-Frau mit der Handtasche realtime die Autofarbe am Roboter-Arm änderte. Individualisierung ist also auch Massentauglich machbar. Das liegt mit daran das keine einzige Autotür auf Halde liegt sondern die Autotür vom Lieferanten geliefert und ein paar Minuten später ins neue Auto eingebaut wird. Und weil die Autos oft individuell nach Bestellung zusammengebaut werden lagert man also keine zig Autotüren in allen möglichen Farben sondern produziert die sowieso schon on demand.
    Turnschuhe die in Schiffs-Containern wochenlang aus China kommen sind weniger gut optimierbar. Aber es spräche nichts dagegen Robo-Fabriken in Deutschland zu haben wo aufpreisige Spezial-Versionen genäht werden. Ich glaube bei Coca Cola konnte man eine Palette Coladosen mit eigenem Design drucken lassen. Bedruckte Werbe-Kugelschreiber gibts schon ewig.

    Wäre ich Lebensmittelfabrik würde ich glutenfreie, koffein-ärmere, nitrat-arme, kochsalz-arme, blutdruck-freundliche Sorten anbieten und immer dann produzieren wenn genug Bestellungen für eine Charge zusammenkommen. Vertrieb wie üblich über die Supermärkte an die Besteller. Wenn keine Sonderbestellungen anliegen wird natürlich die normale Version produziert die in den Supermärkten steht. MyMüsli ist z.b. noch individueller aber auf Chargen-Level wäre das auch sehr interessant. Crowdfunding von Sonder-Chargen. Das Crowd-Funding kommt ja auch aus Deutschland aber konnte wegen Rechtsrisiken nicht realisiert werden.

    http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/mitarbeiter-bei-google-bleiben-nur-gut-ein-jahr-a-914397.html
    google: matloff age discrimination
    oder die 40 Kommentare zu
    t3n.de/news/it-fachkraefte-unternehmen-590267/
    Vor Jahren wurde man gemobbt wenn man den Fachkräftemangel bezweifelte. Doch jetzt ist die Blase endlich geplatzt und Tausende glaube nicht mehr dran. Denn man glaubt nur dran wenn man dick bezahlt wird und nicht nach 3 Monaten durch den nächsten Praktikanten ersetzt wird was wegen Mindestlohn auch nicht mehr stattfindet so das Praktika wohl viel weniger werden.

    Die Punkte sind gut. Solche Themen interessieren bis jetzt kaum jemanden.
    Google Robo-Cars macht tausende Fahrer überflüssig.
    Was passiert mit den Tankstellen wenn Teslas 35.000 $ Auto kommt ? Sowas interessirt eine Regierung die nicht mal E10-Benzin oder einen Flughafen oder den WiFi-Ausbau hinbekommt, wohl nicht.

    Zur Ifa gibts immer Statistiken die von Agenturen rezitiert werden und überall berichtet werden. Vergleicht man zwei Artikel aufeinanderfolgender Jahre kommt man drauf das TVs ca. 15-20 Jahre halten und 5%-8% Erneuerungs-Quote haben. Dasselbe gilt für die digitale Gesellschaft:Die vielen Rentner werden weniger und jeder neue Jahrgang ist mit Internet aufgewachsen. Das merken vielleicht auch schon die TV-Sender usw. Die Presse merkt es erst wenn es eine Agenturmeldung ist. 5% bei Fernsehern erkennt man natürlich schneller als 1-2 % bei Bevölkerungs-Veränderung. Aber trotzdem sollte es dem Data-Journalisten auffallen.

    Aktuelle Meldung: "BMW verkauft i3 bei Amazon-Japan." . Ohne Autohändler die in USA lobbyieren damit in New Jersey und 2 anderen Bundes-Staaten Tesla nicht verkauft werden kann.
    Ohne die vielen Verhinderer gäbe es längst Verbesserung. Ich wurde für 3D-Drucker, NoSQL-Datenbanken und Videobrillen gemobbt. So sieht Deutschland aus. In einem freien Land gäbe es längst BetterLiquid und alle Politiker und Fußball-Vereine müssten demokratisch mit dem Volk diskutieren. Mobbing-Frei und Konstruktiv. Denn die aktuellen Foren-Diskussion sind das was man nicht will und den Bezahlpostern hilft.

    Verbesserung könnte kommen. Aber in vielen Ländern geht das nicht und die USA haben überall WiFi und Traffic ohne Ende so das die meisten Apps die UMTS-Flat-Tape ratz fatz leer saugen. Die erkennen also die Problematik gar nicht und beenden die Projekte ständig. Wie viel gute Software wird ewig gelöscht wenn Google Code abgeschaltet wird ? Kümmert sich archiv.org drum ? Wohl leider kaum. Schade. Man erkennt den kleinen Blickwinkel vieler Boni-Manager...

    Jedes Tier im Wald spart für schlechte Zeiten. Wir müssen die Autofirmen mit Kurzarbeitergeld und Abwrackprämie subventionieren. Keiner ausser mir fordert die totale Rückzahlung und gigantische Sparmengen bei den Dax-Firmen für die nächste Rezession. Jedes Tier im Wald macht das nämlich und wie damals Warren Buffet könnte man Goldman-Sachs oder die drei US-Autofirmen aus der Portokasse kaufen. Aber die Boni fliessen munter und wir müssen es in der Not wieder mal subventionieren...

    Rot-Grün hat das Internet definiert wie es heute hier ist. Der Dax hat die Verluste seit Rot-Grün vor 15 Jahren wohl so eben wieder aufgeholt. 15 Jahre nichts eingenommen... So baut man keine Renten-Ersparnisse auf. Die Pflege-Versicherungen sind oft problematisch wurde heute berichtet.
    Und dank TTIP gelten hier bald US-Patente.
    Und die großen Firmen verschludern die Zukunft.
    ICQ wurde durch Skype ersetzt.
    Paypal wurde von Dwolla und Square vorgeführt.
    Google kauft und beendet viele Projekte. Nur Youtube und Mail sind noch verfügbar.
    ... Firmen werden aufgekauft und der Fortschritt beender.

    Ach so: Warren Buffet, Square oder Dwolla, Whatsapp und Craigslist haben m.W. immer noch alle unter 100 Mitarbeitern. So gehört sich das. Oneplus ist glaube ich auch schlank und macht den Handy-Markt besser und fairer bepreist. Was mögen die Leute mehr: Paypal mit 1600 (?) Mitarbeitern oder Whatsapp mit 60(?) Mitarbeitern ? Na also.

    Amazon erfüllt seit gestern endlich meine Idee und bietet Handwerker an. Ich war eher dafür das man TVs einrichtet oder Waschmaschinen anschliesst aber na gut. Verkaufspersonal wird massivst sinken. Dienstleistungen mit schneller Bezahlung per Paypal wird hoffentlich massiv zunehmen. Leider konnte ich das hier nicht programmieren. Man braucht ja immer jemanden der was erledigt oder ein Sonnen-Segel vom Baumarkt brinkt. Manche hier hingegen können ja den 30 Euro Baumarkt-Lieferpreis bezahlen und sich den Tag lang frei nahmen.

    Den zweiseitigen ct-Artikel von vor ein paar Wochen mit der 700-Jobs-Tabelle kennst Du hoffentlich. Förster und leider auch Juristen sind nur mit unter 1 % ersetzbar. Informatiker sind zu 49% ersetzbar und irgendwelche anderen Jobs zu 97% oder mehr. Die lange Tabelle ist wohl im Internet. Die Studie vielleicht auch verfügbar.
    Der Fortschritt wird seit ewig verhindert und zurückgehalten. Diese Mechanismen wären auch interessant. Siehe Uber, Fernbusse, WiFis, TV-Streaming, ...

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  8. von Jürgen Schulze am 03.04.2015 (08:53 Uhr)

    Die soziale Spaltung ist nicht der Digitalisierung geschuldet sondern dem Umstand, dass die Steuergesetzgebung der Länder auf dem Stand von 1960 ist und das Horten von Kapitel bei wenigen ermöglicht statt es zu bestrafen.

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  9. von Alexander_Schlosser am 20.05.2015 (19:11 Uhr)

    Unternehmen wie Google, facebook, Amazon und Co. Haben ihre Haupt-Unternehmenssitze in Irland oder anderen Off-Shore Ländern.
    Grundlegend müssen solchen Unternehmen schnellstens steuerlich zur Kasse gebeten werden.

    Kein Unternehmen vor Google konnte in der Vergangenheit so schnell und stark wachsen und ein Budget von ca. 10 Milliarden US Dollar pro Jahr schaffen, um andere Unternehmen, Patente und Konzepte aufzukaufen.
    In Sachen User gibt es viele verschiedene Charaktere. Die Online-Marketing Welt wird quasi von Nerds regiert.

    Auf Events, Seminaren und Kongressen wirft man mit interessanten KPIs und Buzzwords um sich, die nur Eingeweihte verstehen.
    Leider fällt es nur sehr wenigen auf, dass auch bereits diese Branche sich angefangen hat sich gepflegt im Kreis zu drehen und zwar im Sinne einer Stagnation, die Altes im neuen Gewand präsentiert und der User grundlegend immer weniger davon hat.

    Der Großteil der User und Inhaber von KMUs verstehen nicht mal Ansatzweise 5% von den Nerd-Variablen. Somit habe ich als Online-Marketer vorab erstmal die Pflicht Fachwissen in einfache verständliche Worte zu kleiden.

    Keinem User oder Unternehmer kann dies zum Vorwurf gemacht werden. Selbst klassische alte Marketing Hasen haben mit dem Online-Marketing Sektor ihre Probleme. Bei PIM-Systemen steigen auch hier viele aus.
    Erklären sie mal einen Inhaber eines Handwerksunternehmens, warum der Stunden-Satz für einen SEO Consultant mehr als doppelt so teuer ist wie sein eigener Handwerker-Facharbeiter Stunden-Satz?

    Abgesehen davon steigen die Meisten beim Thema SEO aus bevor sie eingestiegen sind.

    Welchen ROI bekommt eine KMU für sein Investment von einer Website mit Local SEO und einem hochwertigen PR Imagefilm von 15.000,-- € oder mehr?

    Suchmaschinen wie Google und Co. drehen bekanntlich öfter mal am Algorithmus herum. Selbstverständlich nur zum Wohle der suchenden User. Regelmäßige Änderungen im Online-Sektor bedürfen regelmäßiger Anpassungen der Online-Marketing Kampagnen.

    Eine Website und Social Media Profile müssen regelmäßig beworben werden. Das nennen wir dann die sogenannte Freshness Komponente. Macht sicherlich Sinn oder auch nicht?!

    Beispiel:

    Schalte ich eine Anzeige in einer Zeitschrift werde ich einige Leser damit erreichen.

    Schalte ich eine Website online, ist quasi eine Online-Anzeige oder Visitenkarte eines Unternehmens, erreiche ich dann genau wie viele User?
    Ach ja, für diese Website benötige ich dann weitere Marketing-Instrumente. Ich muss quasi meine eigene Werbung (Website) mit passender Werbung bewerben.

    Das ist eigentlich so, als würde ich eine Anzeige in einer Zeitung schalten, in der ich darauf hinweise meine andere Anzeige zur Kenntnis zu nehmen.
    Bitte lesen Sie meine Anzeige zu meinen Produkten und Dienstleistungen auf der nächsten Seite.

    Sinn oder Unsinn?

    Das Online-Marketing Rad dreht sich zu schnell. Wir sind Menschen und keine CPUs.

    In Bezug auf Pöbel User brauchen wir uns in keiner Weise wirklich beschweren. Wir aus dem Sektor Medien und Marketing haben genau diese Pöbler und Contra-Provokateure geschaffen.
    Nämlich mit unseren ach so einfallsreichen Kampagnen. Ich erinnere nur an „Geiz ist Geil“. Diese suboptimale Kampagne wirkt noch heute nach. Viele wollen für Leistung kein Geld bezahlen.

    Was macht ein Großteil der Werbung?
    Wir präsentieren ein Produkt, ein Idealbild als Illusion von einem Lebensstil oder Traumkörper oder ähnliches, erzeugen unterschwellig geschickt das Gefühl eines Mangels und sofort darauf die Lösung – nochmals das Produkt.
    Diese Art der Werbung funktioniert schon sehr lange. Aber ist das tatsächlich sozial nachhaltig?

    Meiner Meinung nach brauchen wir grundlegend eine neue Medien und Marketing Philosophie, die sich primär nach dem Wohle des Verbrauchers als Individuum richtet. Davon profitieren dann auch in der Rückverbindung die Unternehmen und somit auch die Angestellten.

    Ich benenne das als bewusstes spirituelles Marketing.
    Transparenz, Ehrlichkeit, Authentizität und Nachhaltigkeit.

    Spirituelles Marketing kann nur funktionieren, wenn alles andere im Unternehmen bzw. eigentlich im gesamten System darauf abgestimmt ist, d.h. mehr Sozial- und Fachkompetenz zwischen Führungspersonal und Angestellten, nachhaltige Produktion von Waren und Gütern wie Lebensmittel, Kleidung, Energie und Umwelt, Autos etc.

    Traum- oder Wunschdenken? Nein, eine absolute Notwendigkeit!

    Die digitale Welt schafft sicherlich neue Jobs. Sehr viele studierte Praktikanten mit der Bezeichnung „Eierlegende Wollmichsau“ arbeiten für fast NIX.

    Grundlegend sollte doch Fortschritt keine bestehenden Jobs vernichten.

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